Spiritualität

Die Gottesbilder der komischen Heiligen


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Warum sie glücklicher und einfacher lebten

Im Mittelalter war es üblich in der Kirche mit den, und über die Heiligen einmal tüchtig zu lachen. In dieser Tradition hier 3 lehrreiche Schnappschüsse von Heiligen mit ihren eigenen Gottesbildern aus dem Jahre 1569.

Verbünden Sie sich mit der Heiterkeit

San Filippo, klerikaler Comedian

Filippo Neri, Priester an San Girolamo, war der damals wohl beliebteste Beichtvater in der Großstadt Rom. Seiner seelsorgerischen Tätigkeit kam er fast ausschließlich auf der Straße nach. Dort parodierte er die mächtigen Kirchenpolitiker der Stadt. Für die Kinder errichtete er einen der ersten Spielplätze Roms. Viele Menschen kamen mit ihren Sorgen zu ihm, und keiner verließ ihn, ohne einen verblüffend heiteren Rat erhalten zu haben.

Er lebte als Sozialarbeiter und Seelsorger, verbrachte täglich bis zu 15 Stunden im Beichtstuhl, und gilt als Erfinder einer Kombination von Schriftlesung, Gebet, Gesang und Musik, die er Oratorium nannte.

Neri war überzeugt: „Es gibt keine wahre Tugend ohne die Freude." Als er einen Dominikanerprior um die Lockerung der strengen Askese bat, brachte er zur Entspannung der Atmosphäre ein paar Musikanten mit. „Wer Gott dienen will, soll stets heiteren Geistes sein", pflegte er zu sagen und beschrieb so sein Gottesbild. Sein üblicher Gruß lautete: „Skrupel und Melancholie, geht fort von meinem Haus!"

So etwas nennt man heute positive Affirmation. Finden Sie Ihren Wahlspruch für das Jahr! Lassen Sie sich den in Großschrift auf einem Computer ausdrucken und hängen Sie ihn in Blickhöhe vor Ihren Schreibtisch. 

Starten Sie durch in der 2. Lebenshälfte

Sta. Teresa von Avila, spät berufene Powerfrau

1569 ging die Karmeliternonne Teresa buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand: Mitten in der Nacht ließ sie in ein leer stehendes Haus im spanischen Toledo eine Tür brechen, damit die zukünftige Klosterkapelle einen Zugang zur Straße hatte. Kleiner Schönheitsfehler: Der neue Eingang führte durch das Schlafzimmer zweier alter Damen im Nachbarhaus.

Teresa war von ihrem Ordensgeneral und der hohen Politik ermächtigt worden, Klöster in ganz Kastilien zu gründen, und das tat sie mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit. All das war ihr keineswegs in die Wiege gelegt. Fast 20 Jahre lebte sie als Durchschnittsnonne. Dann wurde sie so schwer krank, dass man bereits ihr Grab ausschaufelte. 3 Jahre lang war sie vollständig gelähmt. Erst mit über 40 Jahren krempelte sich ihr Leben um, von dem sie rückblickend sagte: „Man darf nicht fliegen wollen, bevor Gott einem Flügel gibt."

Nach ihrem Tod fand man einen Zettel in ihrem Gebetbuch: „Nichts soll dich ängstigen, nichts dich verwirren, alles vergeht. Gott bleibt derselbe. Geduld erreicht  alles. Gott nur genügt. Basta."

Lassen Sie sich nicht vom Jugendlichkeitswahn der Wirtschaft anstecken. Ganz gleich, wann Ihnen die Flügel wachsen - machen Sie Gebrauch von ihnen.

Vertrauen Sie auf den Segen des Unperfekten

St. Pius V., der Schokoladenheilige

Als Reaktion auf die Erschütterungen durch Luthers Reformation hatte Rom seit 1560 die Fastenregeln streng verschärft: kein Fleisch, kein Fisch, kein Ei. Gleichzeitig kamen die spanischen Nonnen des mexikanischen Klosters Guanaco auf die Idee, von dem eigenartigen einheimischen Gebräu Xocoatl das schaumige Fett abzuschöpfen und es mit Vanillezucker zu vermischen. Das war die Geburtstunde der Trinkschokolade, und bald darauf fanden zur Fastenzeit in der neuen Welt regelrechte Süßwarenorgien statt.

Das war den europäischen Bischöfen ein Dorn im Auge, und sie brachten das Problem 1569 vor den (später heilig gesprochenen) Papst Pius V. Als man ihm ein Tässchen heiße Schokolade zum Probieren kredenzte, fand es seine Heiligkeit so grässlich, dass er verfügte: „Dieses Getränk bricht das Fasten nicht." So wurde ausgerechnet der strengste Inquisitor zum entscheidenden Wegbereiter eines beispiellos erfolgreichen Genussmittels - weil er persönlich Süßigkeiten hasste.

Freuen Sie sich an dem Gedanken, dass vielleicht etwas von Ihnen in dankbarer Erinnerung bleiben wird, das Sie ganz nebenbei gemacht haben. Eine Tat, die viel unperfekter war als alle Ihre gut gemeinten Werke.


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