Spiritualität

Meditation: Heilige Orte


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So geben Sie Ihrem Leben Kraft

Einer unserer ersten Beiträge zum Thema "Beten" hat so viel positive Resonanz hervorgerufen, dass wir Sie gerne weiter mit geistlichen Themen versorgen. Dieses Mal beschäftigen wir uns mit der Frage nach dem richtigen Platz: In der richtigen Umgebung geht Ihnen die Arbeit leichter von der Hand. Sie können sich besser konzentrieren und Kraft schöpfen.

Die „stille Zeit" allein genügt nicht

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In vielen christlichen (vor allem evangelischen) Gemeinschaften ist es üblich, dass die Mitglieder täglich privat eine Phase für Gebet und Lesen in der Bibel einplanen, die so genannte „stille Zeit" - und fast alle klagen über ihre Schwierigkeiten, das durchzuhalten. Möglicherweise hilft hier ein Blick auf die katholische Tradition. Dort liegt der Schwerpunkt nicht auf der (privaten) heiligen Zeit, sondern auf dem (öffentlichen) heiligen Platz. 

Suchen Sie sich Ihren heiligen Ort

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Erinnern Sie sich: Wann hatten Sie beim Betreten eines Raumes oder bestimmten Ortes in der Natur ein besonders warmes, positives Gefühl? Das kann, muss aber keine Kirche sein. Unsere Abonnentin Ingrid F. erzählte, dass sie sich im großen Kunstmuseum ihrer Heimatstadt am besten entspannen könne (und deshalb eine Jahreskarte hat). Probieren Sie, ob sich der positive Effekt eines bestimmten Ortes bei Ihnen wiederholen lässt. Wenn ja, besuchen Sie diesen Ort regelmäßig und betrachten Sie den Besuch als eine Art Meditation.

Schreiben Sie den Ort auf Ihre To-do-Liste

Vor allem in Italien sieht man das häufig: Eine Frau geht einkaufen, von Geschäft zu Geschäft, und dazwischen macht Sie ein paar Minuten Station in der Kirche. Setzen Sie auf die Liste der Erledigungen den Punkt „Heiligen Ort besuchen". Mehr nicht. Nehmen Sie sich nicht vor, was Sie dort tun oder denken möchten. Gehen Sie einfach hin, lassen Sie den Ort auf sich wirken, vertrauen Sie auf die Kraft, die dahinter steckt.

Hängen Sie einen Haussegen auf

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Auf den Türbalken alter Bauernhäuser war immer ein Segensspruch zu lesen, entweder religiös („Gott segne dieses Haus") oder allgemein menschlich („Tritt ein, bring Glück herein"). Der Eingang einer Wohnung oder eines Hauses hat eine wichtige seelische Bedeutung. Er ist Ihre Schnittstelle zwischen Privatleben und Öffentlichkeit. Mit einem Segenswort oder der vor allem in katholischen Gegenden üblichen Abkürzung 20*C+M+B*01 (das von der Jahreszahl eingeschlossene „christus mansionem benedicat", „Christus segne dieses Haus"), ganz schlicht mit Kreide an Querbalken der Haus- oder Wohnungstür geschrieben. Muslime haben häufig ein Schild in der Nähe des Eingangs, auf dem in Arabisch steht: „Dies verdanke ich der Güte Gottes."

Das „liturgische Planquadrat"

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Eine katholische Ordensschwester, die im Hochland von Peru unter den Ärmsten der Armen lebt, errichtet sich, wenn sie unterwegs ist, in Hotelzimmern (oder wo sie sonst wohnt) ihr „liturgisches Planquadrat": Sie teilt eine Zimmerecke ab, indem sie 4 je 1 Meter lange, bunt gewebte Bänder der Indiofrauen auf den Boden legt. Dort hinein stellt sie eine Kerze, ein Kreuz, eine Postkarte ihrer Lieblingsikone oder was immer sie auf der Reise an guten Zeichen findet. Das verwandelt den Raum von einem stereotypen Zimmer in einen heiligen Ort. Sie sagt: „Nun ist es ein Platz, an dem Christus wohnt. Natürlich würde er auch ohne das Kreuz dort wohnen. Aber der abgetrennte heilige Ort erleichtert mir den Zugang zu ihm."

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Pflegen Sie Ihr Ritual

Wenn Sie öfter an Ihrem heiligen Ort waren, werden Sie ganz von selbst einen bestimmten Ablauf Ihres Besuchs feststellen: Sie opfern in der Kirche immer eine Kerze; Sie gehen am Ende des Parkspaziergangs auf einen Hügel und sehen sich um; Sie bleiben regelmäßig vor einem bestimmten Bild stehen; Sie sprechen auf einem bestimmten Platz ein Vaterunser. Variieren Sie solche Momente nicht, sondern entwickeln Sie daraus Ihr persönliches Ritual der Meditation, das Sie immer wiederholen. Sie werden sehen: Gerade diese verlässliche Wiederholung wird Ihrer Seele Sicherheit und Kraft geben.

Werner Küstenmacher hat zu diesem Thema eine Predigt im Bayerischen Rundfunk gehalten, in der Reihe „Evangelische Morgenfeier". Sie können den vollständigen Text dieser und anderer seiner Predigten downloaden in der neuen Abteilung „Texte" unserer Internet-Seite.


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