Spiritualität

simplify Pfingstfest


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Während Weihnachten und Ostern oft lange im Voraus geplant werden, ist das Pfingstfest ein eher stilles, oft übergangenes Fest. Viele Menschen, auch Christen, können mit dem „Heiligen Geist“ wenig anfangen. Und doch sehnen sich viele für ihr Leben nach der Begeisterung, die die Anhänger Jesu an Pfingsten erfahren durften. Wer sich mit der biblischen Pfingsterzählung befasst, stößt dort auf eindringliche Bilder, die über die Jahrhunderte hinweg nichts von ihrer Kraft verloren haben. Anregungen der Gestalttherapeutin und Seelsorgerin Dagmar Solte-Peter.

Der biblische Bericht

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle (Anhänger Jesu) am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen, wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apostelgeschichte 2,1–4)

simplify-Anregung: Nehmen Sie sich in der Pfingstzeit jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um das Bild des Feuers mit Ihrem Leben in Verbindung zu bringen. Am besten probieren Sie es gleich nach der Lektüre dieses Artikels aus. Für manchen ist es hilfreich, immer dieselbe Uhrzeit und einen bestimmten Ort zu wählen. Einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und für sich sein können.

Das Symbol des Feuers

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Die Anhänger Jesu waren „entflammt“, in ihren Herzen brannte ein Feuer, sie waren „Feuer und Flamme“ für Jesus und seine Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen. Feuer – das ist ein Zeichen für Lebendigkeit, für Lebenskraft und Begeisterung. Was macht mich lebendig, begeistert mich? Lasse ich mich vom Geist Jesu anstecken?

Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Lebensfeuer zu betrachten. Wie groß ist es und wie hoch? Wie sehr flackert es? Brennt es an allen Ecken (also in Ihren verschiedenen Lebensbereichen) gleichmäßig, oder wollen einige Äste einfach kein Feuer fangen? Hat das Feuer eine echte Mitte? Wie heiß ist es? Ist das Feuer unter Kontrolle oder kaum zu bändigen? Hat es noch genügend Brennmaterial, oder ist es schon fast runtergebrannt („burnout“)? Wer oder was gießt Ihnen Wasser ins Feuer?

Beschreiben Sie Ihr Feuer, ohne es dabei vergleichend zu bewerten. Ihre Flammen müssen nicht so hoch schlagen, wie es – von außen betrachtet! – die Ihres Kollegen, Ihrer Freundin tun. Nehmen Sie wahr, wie es Ihnen mit Ihrem Feuer im Moment geht. Fühlen Sie sich wohl in seiner Wärme, oder ist es Ihnen zu heiß? Ist es an der Zeit, Brennmaterial nachzulegen? Wenn ja, an welcher Stelle, und wo könnten Sie es herbekommen? Oder ist es an der Zeit, das Feuer ein wenig niederbrennen zu lassen?

Sie sehen gar kein Feuer mehr? Das mag auf den ersten Blick erschreckend sein, aber: Irgendwo ist ganz bestimmt noch Glut. Vertrauen Sie auf den Heiligen Geist, der diese Glut wieder entfachen kann.

simplify-Anregung: Mancher kann sein Feuer stärker spüren, wenn er es nicht nur mit Worten beschreibt, sondern auch kreativ zum Ausdruck bringt. Einige Möglichkeiten dazu:

  1. Nehmen Sie ein Blatt Papier, und malen Sie Ihr Feuer. (Auf die Schönheit der Darstellung kommt es dabei nicht an.)
  2. Geben Sie dem Feuer einen Ton – durch Summen, Singen, Schreien.
  3. Stellen Sie Ihr Feuer mit Ihrer Körperhaltung dar: geduckt oder gestreckt, mit ausgebreiteten oder mit angelegten Armen, mit erhobenem oder gesenktem Kopf. Bewegen Sie sich so, wie Ihr Feuer sich bewegt: ruhig oder heftig.
  4. Kochen Sie an Pfingsten so feurig, wie es Ihrem Leben gerade entspricht – es muss ja nicht unbedingt ein Feuertopf sein!

Das Angebot zum „Leben im Rhythmus des Jahres“ von Dagmar Solte-Peter finden Sie im Internet unter gestalttherapie-solte.de/aktuell

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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