Spiritualität

Spiritualität für ein Weihnachtsfest zu hause


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Was Sie brauchen, wenn Sie nicht in die Kirche gehen können (oder wollen)

Für eine schöne Weihnachtsfeier brauchen Sie nicht unbedingt die Kirchenprofis. Jahrhundertelang haben Christen ihre Gottesdienste in Privathäusern gefeiert.Wenn jemand in Ihrer Familie krank ist, wenn die Kirche zu weit weg oder voraussichtlich überfüllt ist – machen Sie Ihr Weihnachten selbst! Hier die wichtigsten Bestandteile, um die Spiritualität in den eigenen 4 Wänden zu zelebrieren:

Vom richtigen Zeitpunkt

Vor dem Geschenkeauspacken sollten alle innehalten und zur Ruhe kommen. Zünden Sie die Kerzen am Weihnachtsbaum an, und versammeln Sie sich um den Baum. Optimal, wenn darunter oder daneben eine Krippe steht. Dann ist das Jesuskind für alle sichtbar der Mittelpunkt der Feier, und darum geht es ja am Heiligen Abend: Gott wird als Säugling geboren.

Mit dem Weihnachtsruf des Thomas von Kempen können Sie die Bedeutung der Kerzen allen Anwesenden ins Gedächtnis rufen. Während einer die Lichter anzündet, liest ein anderer vor:

Diese Nacht darf nicht einsam sein

und nicht ohne Lobgesang.

Sie darf nicht dunkel bleiben,

sondern werde erhellt vom himmlischen Licht.

Zahllose Lichter sollen angezündet werden,

hier und in der ganzen Christenheit!

Lieder für alle

Besonders wichtig für die Stimmung ist die richtige Musik.Wenn Sie selbst musizieren können, beginnen Sie nach dem Anzünden der Kerzen mit einem Lied. Vervielfältigen Sie rechtzeitig Liedblätter für alle. Gut zum Anfang: Kommet, ihr Hirten oder Ich steh an deiner Krippen hier.

Wenn Sie nicht singen können oder wollen, veranstalten Sie Ihre eigene Wunschmusiksendung: Jeder bringt auf CD seine liebsten (ruhigen!) Weihnachtslieder mit. Aus denen suchen Sie die 3 schönsten aus, und die werden dann gemeinsam angehört.

Ein Gebet zum Einstieg

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Nach dem Lied werden alle still, schließen die Augen, und nach einer ausführlichen Pause spricht einer ein Gebet, etwa dieses hier aus Lateinamerika:

                                    Liebender Gott,

aus den Dörfern und Städten sind wir unterwegs zu dir;

aus den Tälern und Bergen sind wir unterwegs zu dir;

aus den Hütten und Häusern sind wir unterwegs zu dir;

aus den Büros und Fabriken sind wir unterwegs zu dir.

Mit den leidenden Brüdern und Schwestern sind wir unterwegs zu dir;

mit den lachenden Kindern sind wir unterwegs zu dir;

mit allen, die an dich glauben, bilden wir ein großes Volk.

Als Bauleute des Friedens sind wir unterwegs zu dir;

als Boten der Gerechtigkeit sind wir unterwegs zu dir;

als Zeugen deiner Liebe sind wir unterwegs zu dir;

als Mitglieder deiner Kirche sind wir ein heiliges Volk.

Wenn wir das Brot teilen,

wenn wir die Schwachen stützen,

wenn wir die Verfolgten beschützen und für sie beten,

sind wir unterwegs zu dir.

Wenn wir nun Dein Kommen in diesem Gottesdienst feiern,

bist Du bei Deinem Volk. Amen.

Das Weihnachtsevangelium

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Die Erzählung aus Lukas 2, 1–20 ist das geistliche Zentrum Ihrer Weihnachtsfeier. Besonders stimmungsvoll kann es wirken, wenn ein Kind sie vorträgt, das sicher im Lesen ist.Wer auch immer liest, er sollte sich den Text vorher mindestens 2-mal durchgelesen haben und die Aufgabe ernst nehmen!

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.

Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Weihnachtsmeditation

In der Kirche würde hier eine Predigt folgen. In Südamerika sprechen die Bauern über den gerade vorgelesenen Bibeltext. Das könnten Sie doch auch! Lassen Sie daraus aber keine Diskussion werden. Jeder sagt kurz, was ihm an guten Gedanken dazu einfällt. Insgesamt 5 bis 10 Minuten, nicht länger.

Nach dieser gemeinsamen Runde kann einer einen kurzen besinnlichen Text lesen wie diesen (von Angelus Silesius):

Der Himmel senket sich herab und wird zur Erden,

wann steigt die Erd empor und wird zum Himmel werden?

Wird Christus tausendmal zu Betlehem geboren

und nicht in Dir, Du bleibst doch ewiglich verloren.

Erweitere Dein Herz, so geht Gott da hinein.

Du sollst sein Himmelreich, er wird Dein König sein.

Das Lied

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Danach wäre der beste Zeitpunkt für das berühmteste Weihnachtslied der Welt, das inzwischen eine Art globaler Gemeinschaftsruf geworden ist: Stille Nacht, heilige Nacht.

Schlussgebet

Schließen Sie Ihre kleine Feier mit einem Gebet ab. Hier ein sehr schönes von Franz von Assisi:

Gott der Herr tat sein Erbarmen kund,

in der Nacht erklang sein Lied.

Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat;

Lasst uns jubeln und an ihm uns freu’n!

Das heilige und liebe Kind ist uns gegeben

als Gefährte auf dem Weg.

Die Himmel freuen sich, die Erde jauchze,

es juble das Meer und was es umschließt,

Die Felder und was darauf wächst.

Lobt den Herren, alle Nationen,

preiset ihn, alle Völker der Erde,

und ehrt den Namen des Herrn. Amen.

O du fröhliche

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Der klassische Abschluss ist das schwungvolle Lied O du fröhliche, dessen Melodie aus Süditalien stammt.

Die Texte der Weihnachtslieder finden Sie im Internet: Anfangszeile bei google.de eingeben, und Sie erhalten Unmengen guter Treffer. Geben Sie zusätzlich das Wort „Noten“ oder „Gitarrengriffe“ ein, um das Gewünschte zu erhalten.

Autor: Tiki Küstenmacher


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