Spiritualität

Spiritualität: Gottes segen


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Das ist einfacher, als Sie denken!

Auch wenn (oder gerade weil) die Kirchenfrömmigkeit abnimmt, spüren immer mehr Menschen das Bedürfnis nach Segen. Dass ihnen ein anderer Mensch sagt: Gott sieht dich, Gott ist bei dir, wo du jetzt stehst, und er begleitet dich auf all deinen Wegen. Umgekehrt haben viele Menschen das Bedürfnis, andere in Krisensituationen oder bei einem Abschied zu segnen, aber eine innere Scheu hält sie oft zurück. Worte wie „Ich drück’ dir die Daumen“, „Hals und Beinbruch“ oder „Toi, toi, toi!“ treten an die Stelle des Segens. Daher wollen wir Sie ermutigen, Ihre Spiritualität mit anderen zu teilen:

Trauen Sie sich, andere zu segnen

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Viele meinen: Für Segen ist der Pfarrer zuständig. Aber jeder Christ kann und darf andere segnen. Viele meinen: Der richtige Platz dafür ist ein Kirchengebäude. Aber Segen kann überall ausgesprochen werden. Daheim in der Familie oder zwischen Partnern, aber auch an der Autotür, am Arbeitsplatz, in der Natur, am Krankenbett ...

Anregung für Pfarrer: Ermutigen Sie die Menschen, die Sie am Ende eines Gottesdienstes segnen, diesen Segen weiterzuschenken. Anregung für alle, die an Gott glauben: Stellen Sie sich vor, dass der Segen Gottes durch Sie hindurchfließt – wie das Wasser von der Quelle durch das Flussbett strömt, bis es an sein Ziel gelangt. Segen kommt von Gott, Sie müssen ihn nicht selbst „machen“, brauchen dafür kein Amt und keine besondere Begabung. Anregung für Eltern: Segnen Sie nicht nur Ihre Kinder (z. B. morgens beim Weggehen oder abends beim Zubettgehen), sondern lassen Sie sich auch selbst von ihnen segnen.

Was Segen ist und was nicht

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Segen ist keine Magie. Er zaubert Krankheiten, Ehekrisen, Existenzängste und Unfallgefahren nicht weg. Aber er setzt sie in Perspektive. Sprechen Sie dem Menschen, den Sie segnen, Gottes Begleitung in seiner konkreten Lebenssituation mit all ihren Belastungen – und all ihren Freuden – zu.

Wenn Sie jemanden segnen, machen Sie keine Predigt oder Handlungsanweisung für den Gesegneten daraus („Gott segne dich, sodass du in Zukunft besser auf deine Gesundheit achtest ...“). Ein Segen muss nicht lang sein. Es genügt, wenn Sie mit ganzem Herzen die Worte „Gott segne dich“ sprechen.

Segen ist etwas sehr Persönliches. Er setzt großes Vertrauen zwischen dem Segnenden und dem Gesegneten voraus. Auch wenn Sie gerne jemanden segnen würden – etwa den Freund vor seiner Operation oder die christlich gesinnte Kollegin, die Ihnen ihr Herz ausgeschüttet hat: Drängen Sie Segen nicht auf, sondern bieten Sie ihn an. Fragen Sie: „Darf ich dich segnen?“

Segnen bedeutet berühren. Mit einem Segen berühren Sie, berührt Gott durch Sie die Seele eines anderen Menschen. Wenn die Situation und die Beziehung zwischen Ihnen es erlauben, machen Sie dies auch körperlich spürbar. Die klassische Segenshaltung ist die Handauflegung, die über dem anderen ausgestreckten Hände sind eine ritualisierte Form davon. Wenn Ihnen das zu priesterlich vorkommt: Legen Sie Ihre Hände auf die geöffneten Hände des anderen, oder nehmen Sie seine Hände zwischen die Ihren. Oder segnen Sie mit einem schlichten Kreuzzeichen – in allen katholischen Kirchen können Sie sich für diese Geste auch Weihwasser holen.

Segen macht Mut

Den Mut, aufzubrechen und etwas Neues zu beginnen. Abraham wurde von Gott aufgefordert, sein Land, seine Verwandten, ja sein Vaterhaus zu verlassen, und für diesen Aufbruch gesegnet. Segen ist immer auf das Heute und das Morgen gerichtet. Gute Segensgelegenheiten sind dort, wo sich jemand auf den Weg macht. Segnen Sie die Menschen, die Sie lieben, in Situationen des Aufbruchs: vor einer Reise oder vor einem Umzug, auf dem Weg zu einer schwierigen Auseinandersetzung, für ihr neues Leben mit einer chronischen Krankheit ...

Segen befreit

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„Du bist ein Versager!“ – „Auf Sie können wir hier wirklich verzichten!“ Ob lange überlegt oder unbedacht ausgesprochen: Solche entwertenden Worte bleiben nicht nur im Gedächtnis, sondern auch als Stachel im Herzen eines Menschen stecken, ja, sie können wie ein Fluch auf ihm lasten. Jemand aus Ihrer Umgebung leidet unter der Macht böser Worte? Dann können Segensworte helfen, ihn davon zu befreien. Das lateinische Wort für „segnen“ – „benedicere“ heißt übrigens wörtlich übersetzt: Gutes sagen.

Das Leben segnen

Segen ist auch wirksam, wenn Sie ihn bei sich im Geiste sprechen. Probieren Sie es aus, indem Sie z. B. morgens einen Segen vor sich herschicken. Segnen Sie Ihre Arbeitsstelle und alle anderen Räume, die Sie während des Tages betreten werden. Die Dinge, die Sie an diesem Tag gebrauchen werden – nichts ist so profan, dass es nicht gesegnet werden könnte. Die Menschen, denen Sie begegnen werden – ganz besonders diejenigen, zu denen Sie ein konfliktreiches Verhältnis haben. Sie werden im Laufe des Tages spüren, dass Sie von Räumen, Dingen und Menschen umgeben sind, die Sie mit Spiritualität und Gott in Verbindung gebracht haben.

Zum Weiterlesen: Anselm Grün: Du bist ein Segen. dtv Verlag, München 2008. ISBN-13: 978-3-423-34474-6. 5,95 €.

Autor: Tiki Küstenmacher


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