Spiritualität

Spiritualität und Lebensfreude von Romano Guardini


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Wie Sie Freude erleben

Romano Guardini (1885–1968) gilt als einer der bedeutendsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Neben vielen Fachbüchern verfasste er 1930 seine berühmten „Briefe über Selbstbildung“, die zu einem zeitlosen Klassiker geworden sind. Sprachlich allerdings hat sich seitdem allerhand geändert. Daher hier Auszüge aus seinem 1. Brief, gekürzt und sanft in zeitgemäße Sprache übersetzt.

Wo die Freude wohnt

Die wahre Quelle der Freudigkeit liegt im allertiefsten Inneren Ihres Herzens. Dort wohnt Gott, die Quelle der wahren Freude. Sie macht Sie – unabhängig von den äußeren Ereignissen – innerlich weit und hell, reich und stark.Wie aber öffnen Sie der Freudigkeit den Weg? Indem Sie Ihr Innerstes mit Gott verbinden und sprechen: „Ja, ich will so, wie Du willst.“

Der Engel des Augenblicks

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Wie aber sehen Sie, was Gottes Wille ist? In etwas ganz Gewöhnlichem: im gegenwärtigen Augenblick. Was hier und jetzt gerade nötig ist, das ist Gottes Wille. Betrachten Sie jeden Augenblick als einen Boten Gottes.

Fragen Sie sich ehrlich: Was habe ich jetzt zu tun? Ihr wahres Inneres weiß das genau. Lassen Sie sich nichts vormachen von Ihrer Trägheit oder Ihren momentanen Launen. Seien Sie unbestechlich mit sich selbst.

Das Zauberwort

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Und dann sagen Sie: „Das also soll ich jetzt tun. Ja, dann packe ich es an, gern!“ Dieses letzte Wörtchen entscheidet alles. Nicht widerwillig, nicht weil es sein muss, nicht lahm und schlaff, sondern gern! Sprechen Sie dieses „gern“ nicht nur mit den Lippen oder in Gedanken, sondern mit Ihrem innersten Willen, immer tiefer in sich hinein. Weiter unten in Ihnen sitzt noch viel Widerwillen und wehrt sich. Diesen Widerwillen können Sie mit dem Wörtchen „gern“ durchdringen. Wo es noch stumpf und träge in Ihnen ist, wird dieses Wort wie ein helles, starkes Licht hineinleuchten, immer tiefer und gründlicher, bis es ganz klar vor Gott steht: „Ja, ich will.“

Dann werden Sie froh. So war auch Jesus gesinnt. Seine Seele war voll freudiger Bereitschaft: „Den Willen meines Vaters tue ich allezeit.“

Freude im Körper

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Wenn Ihr Innerstes freudig ist, richtet sich auch Ihr Körper auf. Das ist seine Freudigkeit: die aufrechte Haltung. Üben Sie es, den Kopf hochzuhalten, die Stirn offen im Licht, die Schultern zurück.

Die Nacht nutzen

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Eine kleine Hilfe noch zum Schluss: Am Abend, vor dem Einschlafen, sagen Sie sich ruhig und zuversichtlich: „Morgen bin ich froh.“ Stellen Sie sich vor, wie Sie freudig, aufgerichtet und frei durch den Tag gehen, arbeiten, spielen, mit den Leuten verkehren.

Das ist ein Wirklichkeit erschaffender Gedanke, der die ganze Nacht hindurch in Ihrer Seele wirkt, lautlos, aber sicher. Sie merken es nicht, aber am Morgen ist alles viel blanker, als es sonst gewesen wäre. Und am Morgen sagen Sie sich wieder: „Heute bin ich den ganzen Tag froh. Den ganzen Tag mit dir, Gott, und allezeit freudig.“

Ist dann der Tag herum, prüfen Sie sich: „Habe ich mir Mühe gegeben?“ Ziehen Sie Bilanz, und dann fassen Sie den frischen Entschluss: „Morgen wird es noch besser!“

Autor: Tiki Küstenmacher


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