Weitere Tipps zu Sie selbst

Alleine unterwegs


Alleine in den Urlaub? Das macht doch keinen Spaß, denken viele. Doch der Urlaub mit sich selbst kann weit mehr sein als eine Notlösung. Wir haben überzeugte Alleinreisende nach den Vor- und Nachteilen gefragt und sie um Tipps gebeten.

Sie bestimmen, wohin die Reise geht

Vorteil: Sie sind frei in der Wahl Ihres Reisezieles und Ihrer Aktivitäten.

simplify-Tipp: Gehen Sie Ihren Urlaubsträumen nach. Vielleicht wollten Sie schon immer einmal ein bestimmtes Land kennenlernen, aber die Freunde, mit denen Sie für gewöhnlich verreisen, haben keine Lust dazu. Vielleicht wissen Sie, dass Ihnen ausgedehnte Wanderungen oder kunsthistorische Besichtigungstouren mehr Freude schenken würden als Badeurlaube, doch Ihre Familie ist nicht dafür zu gewinnen. Zwischendurch einmal ganz ohne Anhang zu verreisen (z. B. während die Kinder in einem Zeltlager sind), kann eine gute Alternative zu ewigen Kompromissen sein.

Machen Sie einen Testlauf

Möglicher Nachteil: Sind Sie bisher immer gemeinsam mit anderen in den Urlaub gefahren, ist das Alleine-Urlauben ungewohnt und mit etlichen Unsicherheiten verbunden.

simplify-Tipp: Nähern Sie sich dem Thema „alleine reisen“ allmählich an. Sie wissen nicht, ob Sie es mit sich selbst aushalten? Probieren Sie es schrittweise aus – mit einem Wochenendtrip in eine nahe Stadt oder indem Sie zwei Tage lang Ihre eigene Stadt erkunden. Sie haben Bedenken, ob Sie sich in Ihrem Zielland alleine zurechtfinden (z. B. weil Sie die Sprache nicht beherrschen), oder trauen sich die Solo-Aktivität körperlich nicht zu? Starten Sie mit einem organisierten Angebot! Besuchen Sie das Land zunächst im Rahmen einer Gruppenreise, oder schließen Sie sich einer geführten Wanderung an.

Den Blick weiten

Vorteil: Als Alleinreisende(r) bekommen Sie mehr von Ihrer Umgebung mit als beim Urlaub in Gesellschaft, bei dem die fremde Umgebung oft nur als „schöne Kulisse“ wahrgenommen wird.

simplify-Tipp: Genießen Sie den Luxus, sich mit niemandem einigen zu müssen, um spontan dem nachzugehen, was Sie anspricht – ein Plakat, das für ein Konzert wirbt; der versteckt gelegene Badeweiher, von dem Ihre Pensionswirtin schwärmt; die imposante Burg, die Sie an Kindheitsträume erinnert usw.

Allein – und doch nicht einsam

Vorteil: Wenn Sie allein unterwegs sind, kommen Sie leichter mit anderen Menschen ins Gespräch. Sie sind selbst offener – und vor allem gehen auch andere leichter auf Sie zu. Im Ausland profitieren Ihre Fremdsprachenkenntnisse davon, dass Sie nicht ständig Deutsch hören und sprechen.

simplify-Tipp: Trauen Sie sich, in Cafés und Restaurants andere Gäste zu fragen, ob Sie sich zu ihnen an den Tisch setzen dürfen – auch wenn es noch freie Tische gibt. Häufiger, als Sie glauben, werden Sie ein „Ja“ als Antwort erhalten und ins Gespräch kommen. Immer interessant: was Touristen aus anderen Ländern auf ihrem Programm haben. Japanische Reiseliteratur enthält immer andere Besichtigungstipps als amerikanische, französische andere als deutsche.

„Weißt du noch ...“

Möglicher Nachteil: Sie haben niemanden, mit dem Sie später Ihre Erinnerungen an besondere Orte oder persönliche Erlebnisse teilen können.

simplify-Tipp: Machen Sie es wie Theodor Fontane, Fridtjof Nansen oder Heinrich Schliemann und viele andere berühmte Reisende, und führen Sie ein Reisetagebuch – in einem Notizbuch, als allgemein zugänglicher Travel Blog im Internet (z. B. unter tumblr.com) oder mithilfe einer Smartphone-App wie MobilityTrip 2.3 (von der Computerzeitschrift c’t empfohlen, kostenlos). Sie schreiben nicht besonders gerne? Ein Bild (Foto) sagt mehr als 1.000 Worte! Sie möchten Ihr Tagebuch nicht nur mit Freunden teilen, sondern via Internet allen Interessierten zugänglich machen? Um nicht aller Welt zu verkünden, dass Ihr Zuhause leer steht, sollten Sie das erst nach Ihrer Reise tun.

Entdecken Sie sich selbst

Vorteil: Der Urlaub mit sich selbst bietet Ihnen die Chance, sich mit persönlichen Themen auseinanderzusetzen und Entscheidungen reifen zu lassen.

simplify-Tipp: Setzen Sie sich zum Ziel, nicht nur Ihren Urlaubsort, sondern auch sich selbst von einer anderen Seite kennenzulernen. Schaffen Sie es, sich ohne Ihren kartenkundigen Partner zu orientieren? (Ihr Risiko, sich dabei zu verlaufen, ist übrigens gar nicht so groß, weil Sie alleine besser auf den Weg achten!) Können Sie auch einmal fremde Hilfe annehmen? Nutzen Sie den Urlaub, sich selbst und Ihre eigenen Bedürfnisse genauer als sonst wahrzunehmen. Machen Sie bei der Museumsbesichtigung genau dann eine Pause, wenn Ihre Beine müde sind oder Ihr Kopf nichts mehr aufnimmt. Finden Sie heraus, wie viel Spontaneität Ihnen guttut. Dann werden Sie sich im Alltag leichter tun, Ihren Bedürfnissen zu ihrem Recht zu verhelfen.


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