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Beten: Lernen Sie Geh-Beten


Ein einfacher Weg zu geistiger und körperlicher Gesundheit

Bevor Sie weiterlesen: Bitte stehen Sie auf. Lesen Sie diesen Artikel, während Sie ein wenig auf- und abgehen - vielleicht müssen Sie ihn dazu ausdrucken. Spüren Sie, wie sich dadurch Ihre Wahrnehmung verändert. Der Sportler und Philosoph George Sheehan hat es einmal so ausgedrückt: „Ich vertraue nie einer Idee, die mir im Sitzen gekommen ist."   

7 Schritte zu einem gelungenen Geh-Bet            

Die nachfolgenden Ratschläge sind keine Anleitung, sondern Hilfen, von denen Sie aufnehmen können, was Sie möchten. Entwickeln Sie Ihre eigene Form des Geh-Bets. Es gibt kein „falsch" oder „richtig". Es ist auch nicht entscheidend, ob oder was Sie sprechen oder denken, während Sie sich in der Natur bewegen. Betrachten Sie die ganze Schöpfung als Gebet an ihren Schöpfer, und stimmen Sie darin ein - in welcher Form auch immer.

1. Gewinnen Sie Abstand

Sie brauchen Distanz von Telefon, Schreibtisch und den vielen tausend anderen Dingen, die sich während des Tages zwischen Sie und Ihre Seele schieben. Suchen Sie sich in der Nähe Ihrer Wohnung und Ihres Arbeitsplatzes einen Zufluchtsort im Freien, an den Sie sich in Belastungssituationen zurückziehen - auch wenn es nur für kurze Zeit ist.    

2. Werden Sie offen

Wenn Sie den Boden draußen betreten und die Weite um sich herum spüren, weiten Sie sich unweigerlich auch selbst. Geben Sie alles, was Sie in Ihrem Inneren belastet, nach draußen ab. Schuldgefühle, Vorwürfe, Zorn, Angst. Mundys Merksatz dafür: Beruhigen Sie das Bedrängte in sich, aber bedrängen Sie auch das, was sich in Ihnen allzu ruhig festgesetzt hat. Atmen Sie bewusst. Stellen Sie sich vor, wie Sie mit der Atemluft das Gute einatmen und mit der verbrauchten Luft das Schlechte ausatmen.

3. Kommen Sie in Einklang

Einklang mit sich selbst und der Natur. Das gelingt am besten, wenn Sie Ihre Schritte und Ihren Atem aufeinander abstimmen: Zählen Sie, wie viele Schritte Sie während des Ein- und Ausatmens gehen, und behalten Sie den Rhythmus bei, wenn Sie ihn einmal gefunden haben. Nach kurzer Zeit geht das ganz von selbst.

4. Schmecken Sie die Zeit

Freuen Sie sich, dass Ihnen diese Minuten, während denen Sie frei gehen und atmen, niemand jemals wieder wegnehmen kann                        

5. Er-innern Sie sich

Gehen ist ein Ur-Vorgang, den Sie schon sehr lange beherrschen. Lassen Sie sich durch Ihre Schritte in Ihre Erinnerungen fallen, die guten wie die schlechten. Nehmen Sie Ihr vollständiges Ich mit. Was auch immer Sie in Ihrem Leben erfahren haben, begleitet Sie auf Ihrem Weg. Sehen Sie jeden Schritt, den Sie tun, als natürlichen Akt der Dankbarkeit dafür an, dass Sie da sind. Ein stiller Spaziergang beruhigt immer.

6. Denken Sie Neues

Während des Gehens nehmen Sie frische Luft auf. Sie sehen jedes Mal etwas Neues, auch wenn Sie den Weg schon 100-mal gegangen sind. Jeder Schritt, den Sie tun, geht nach vorne. Stets liegt vor Ihnen die Zukunft, auch auf dem Weg zurück nach Hause. Treffen Sie während des Gehens eine Entscheidung für irgendeine positive Veränderung, und sei sie noch so klein.

7. Wiederholen Sie das Geh-Bet

Regelmäßige Übungen sind immer erfolgreich und wirksam. Machen Sie bewusstes Geh-Beten zu Ihrer täglichen Gewohnheit, und machen Sie darüber hinaus jedes Gehen zu einem Geh-Bet

Starthilfen für Geh-Beter

Verwandeln Sie mit einem stillen Start-Gebet Ihren Spaziergang in ein Geh-Bet. Bleiben Sie kurz stehen, sehen Sie nach vorne, und sprechen Sie einen kurzen Satz wie diesen:

Ich lenke meine Schritte weg vom Weg des Bösen (auf den Weg der Stille / des Friedens / der Liebe) und folge deinem Ruf.

Eine andere Starthilfe ist Musik. Nehmen Sie eine Melodie mit auf den Weg entweder im Kopf oder mit Kopfhörern und irgendeinem tragbaren Gerät. Am besten ist es, wenn Sie eine Zeit lang immer dieselben Musikstücke auf Ihrem Weg hören. Probieren Sie es später ohne Kopfhörer, und spüren Sie, wie die Heilkraft dieser Melodien auch wirkt, wenn sie Ihnen nicht mehr von außen zugeführt wird.

Geh-Bet für Fortgeschrittene                    

In allen Religionen gibt es Sprüche oder Formeln, die während des Gehens halblaut oder in der Stille gesprochen werden und die meditative Wirkung des Geh-Betens verstärken. Im Buddhismus ist es das Mantra, in der christlichen Tradition das Herzensgebet. In der Regel ist der Spruch individuell auf den Betenden zugeschnitten. Hier ein paar Beispiele, die Ihnen beim Finden Ihres persönlichen Geh-Bet-Wortes helfen können:

  • Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten (Psalm 91).
  • Weise mir den Weg.
  • Leite mich, freundliches Licht.
  • Wir sind eins.
  • Gott liebt.
  • Ich kann nicht. Du kannst.
  • Jesus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner.

Ziel solcher Geh-Bet-Sätze ist die Verschmelzung von Denken und Tun. Nach einiger Zeit wird nicht mehr Ihr Kopf, sondern Ihr gesamter Körper den Satz sprechen. Dadurch kann das Geh-Bet zu einer enormen Kraftquelle für Sie werden.

Quelle: Linus Mundy, Das Geh-Betbuch. Herder Verlag


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