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Lebensweisheiten - Grundsätze für Jugend und Alter


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Die simplify-Hinterlassenschaften von 2 Dichtern

Jonathan Swift

Der uneheliche Sohn (1667-1745) eines irischen Lords war anglikanischer Geistlicher und prangerte als Satiriker Missstände in Kirche, Wirtschaft und Politik an. Populär wurde er durch sein Buch „Gullivers Reisen". Swift litt im Alter an einem Gehirntumor und war blind und taub. Die folgende Selbstverpflichtung „Resolutions when I come to be old" (leicht gekürzt und umgestellt) des damals 52-jährigen entstand 1719.

Keine junge Frau heiraten, noch mir einbilden, ich könne von einer jungen Frau geliebt werden.

Nicht launisch, mürrisch und misstrauisch werden.

Nicht die jeweilige Lebensweise, Denkart oder Mode gering schätzen.

Nicht immer die gleiche Geschichte den gleichen Leuten erzählen.

Nicht habgierig werden.

Schicklichkeit und Sauberkeit nicht vernachlässigen, aus Sorge, abstoßend zu werden.

Mit jungen Menschen nicht überstreng sein, sondern für ihre jugendlichen Torheiten und Schwächen Verständnis zeigen.

Klatschmäulern weder einen Einfluss einräumen noch Gehör schenken.

Niemanden mit guten Ratschlägen belästigen, es sei denn, sie werden ausdrücklich erbeten.

Nicht viel reden, erst recht nicht von mir selbst.

Nicht mit meinem früheren guten Aussehen, meiner Kraft oder meinen Erfolgen bei Damen usw. prahlen.

Nicht auf Schmeicheleien hören.

Nicht rechthaberisch und starrköpfig sein.

Einige gute Freunde bitten, mich darauf hinzuweisen, wenn ich diese Grundsätze vernachlässige oder breche.

Mich dementsprechend bessern und nicht aufhören, nach diesen Grundsätzen zu leben, auch wen es mir unmöglich vorkommen sollte.

 

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Matthias Claudius

Der Dichter (1740-1815) des berühmten Abendliedes „Der Mond ist aufgegangen" war ein ausgeprägter Familienmensch mit großem Herz und wenig Geld. Mit seiner geliebten Frau Rebecca hatte er 12 Kinder, von denen 3 früh starben. Den folgenden Text verfasste der damals 59-Jährige für seinen 16-jährigen Sohn Johannes.

Es ist nichts groß, was nicht gut ist. Halte Dich zu gut, Böses zu tun.

Scheue niemand so viel wie Dich selbst. Inwendig in uns wohnt der Richter, der nicht trügt. Frage ihn um Rat. Er spricht anfangs nur leise, doch wenn Du seine Unschuld ehrst, wird er Dir vernehmlicher sprechen.

Lerne gern von anderen, und wo von Weisheit, Menschenglück, Licht, Freiheit, Tugend etc. geredet wird, da höre fleißig zu.

Denke oft an heilige Dinge.

Verachte keine Religion. Verstehen ist viel besser.

Lehre nicht andere, bis Du selbst gelehrt bist.

Tue das Gute vor Dich hin, und bekümmere Dich nicht, was daraus werden wird.

Wolle nur eines, und das wolle von Herzen.

Sorge für Deinen Leib, doch nicht so, als wenn er Deine Seele wäre.

Mische Dich nicht in fremde Dinge, aber die Deinigen tue mit Fleiß.

Schmeichle niemand, und lass Dir nicht schmeicheln.

Hilf und gib gerne, wenn Du hast.

Tue keinem Mädchen Leides, und denke, dass Deine Mutter auch ein Mädchen gewesen ist.

Sage nicht alles, was Du weißt, aber wisse immer, was Du sagst.

Hänge Dich an keinen Großen.

Habe immer Gutes im Sinn.

Gehe nicht aus der Welt, ohne Deine Liebe und Ehrfurcht für den Stifter des Christentums durch irgend etwas öffentlich bezeugt zu haben.

Wenn ich gestorben bin, so drücke mir die Augen zu und beweine mich nicht. Stehe Deiner Mutter bei und ehre sie, solange sie lebt, und begrabe sie neben mir.


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