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Tikis Welt: Staunen wie ein Kind


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Staunen Sie über die Liebe, kunstvolle Muster und das Tote Meer

Kinder staunen viel. Nicht nur über die Kunststücke der Zirkusartisten. Sondern auch darüber, wie schnell beim Spielen die Zeit vergeht. Darüber, wie lang unser Darm ist. Darüber, wie viel es kostet, ein Haus zu bauen. Je mehr Wissen sie ansammeln, desto mehr gewöhnen sie sich das Staunen ab: „Weiß ich schon!“ Aber wenn sie Glück haben, kehren sie wie ich, Tiki Küstenmacher, als Erwachsene zum Staunen zurück. Denn unsere Welt bietet, wenn wir sie nur richtig betrachten, vieles, über das sich staunen lässt. Ungelöste Rätsel ebenso wie gelöste Rätsel.

Haare

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Der Mensch ist das einzige Tier, bei dem die Kopfhaare endlos wachsen (wenn man sie nicht abschneidet). Die Mähne eines Löwen oder Pferdes hört irgendwann mit dem Wachsen auf. Warum ist das beim Menschen anders? Für die Forscher war das lange Zeit ein Rätsel. Nun glauben Anthropologen, es gelöst zu haben: Es sind soziale Gründe. Die ersten Menschen waren durch die langen Haare gezwungen, sich gegenseitig zu pflegen: Haare schneiden, flechten, waschen, dekorieren. Dadurch stärkte sich der Zusammenhalt in der Gruppe. Außerdem konnte man sich durch unterschiedliche Haartracht als Gruppe ein gemeinsames Aussehen geben, sich also als Gemeinschaft erkennbar machen. Einer der ältesten Berufe der Welt war – Friseur. Kunstvoll bearbeitete Haare machten das Leben auch sicherer. Denn so mancher affenähnliche Verwandte mit normalem Tierfell auf dem Kopf wurde vor 50.000 Jahren noch als Beutetier gejagt

Das ist doch eine schöne Einsicht: Wir Menschen sind – schon wegen unserer Haare – nicht geschaffen fürs Alleinsein. Ja, vielleicht verdanken wir sogar unseren Aufstieg vom affenartigen Geschöpf zum Menschen unserer Haarpracht. Sehen Sie die Haare (oder die Glatze) Ihres Lebenspartners doch mal so!

Flecken

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Im Urlaub haben Sie bestimmt einmal Zeit, sich die Muster auf einer Muschel anzusehen, auf einem Schmetterlingsflügel oder einem Stein. Woher kommt es, dass die Flecken auf dem Fell jedes Leoparden anders sind und doch alle ähnlich? Wie kommt es, dass die Linien auf den Fingerspitzen eines Menschen verschieden sind und doch alle von gleicher Art? Wie erinnert sich der Körper, wenn er diese Linien nach einer Verletzung genau so wiederherstellt?

Bisher hat man geglaubt, dass das alles in unserer Erbmasse, den Genen, gespeichert sei. Aber jetzt weiß man, dass die Speichergröße dieser Gene dazu bei Weitem nicht ausreicht. Formen, Farben, Strukturen müssen auf irgendeinem anderen Weg entstehen. Solche Rätsel sind ein schöner Anlass, die Kunst des dankbaren Staunens zu üben. So wie es der amerikanische Dichter Gerald Hopkins vor über 100 Jahren in einem berühmten Gedicht getan hat:

„Ehre sei Gott für gesprenkelte Dinge –

Für Himmel zweifarbig wie eine

gefleckte Kuh,

Was er erzeugt, ist von Schönheit,

unverwandelbar.“

Weltbevölkerung

Wir Menschen verändern die Erde: mit unserer Technik und ihren Abfallprodukten, mit hohen Bauten und tiefen Grabungen. Wir Menschen sind sehr viele, fast 7 Milliarden, und täglich werden es mehr. Wir fühlen uns als beherrschende Kraft auf unserem Planeten und kommen uns manchmal sehr gefährlich vor.

Da tut es gut, sich ab und zu an die Dimensionen von uns Menschen zu erinnern. Wenn alle 7 Milliarden Menschen gleichzeitig ins Meer gehen würden und alle dabei ganz untertauchen – wie hoch würde der Meeresspiegel steigen? Die Antwort: 0,01 mm, das entspricht einem Viertel vom Durchmesser eines Haares. Also: nicht wahrnehmbar. Oder: Würden sich alle 7 Milliarden Menschen so eng zusammenstellen wie in einem Fahrstuhl, wie groß wäre die Fläche? Antwort: nicht einmal so groß wie das Tote Meer in Israel oder knapp 2-mal der Bodensee. Erst auf einem Globus mit gut 30 cm Durchmesser ist das Tote Meer überhaupt abgebildet – so groß wie ein Stecknadelkopf. Und da passen wir alle drauf.

Autor: Tiki Küstenmacher


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