Work Life Balance

Work-Life-Balance: Entspanntes Privatleben trotz unregelmäßiger Arbeitszeiten


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Unregelmäßige Arbeitszeiten – na und?

Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr? Das trifft auf immer weniger Menschen zu. Neben den klassischen Schichtdienstlern wie Krankenpflegern, Krankenhausärzten, Busfahrern oder Lokführern haben auch Menschen im Verkauf, im Service, im kirchlichen Dienst sowie die wachsende Schar an Selbstständigen unregelmäßige Arbeitszeiten. So kommt Ihr Privatleben trotzdem nicht zu kurz:

Chance statt Problem

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Genießen Sie die Vorzüge Ihrer unregelmäßigen Arbeitszeiten: Besorgungen machen, wenn die Verkäufer Zeit für eine Beratung haben und an den Kassen keine Schlangen stehen; schwimmen gehen, wenn Sie das Becken oder den See fast für sich haben; Ämtergänge, Zahnarztbesuche ohne ewige Wartezeiten; leere Museen; Ausflüge machen, wenn die Autobahnen leer sind und Sie die Natur in Ruhe genießen können ... Dazu kommt: Viele Freizeitvergnügen sind unter der Woche für weniger Geld zu haben.

simplify-Tipp für viel arbeitende Freiberufler: Vielen Selbstständigen fällt es schwer, ihre freie Zeit zu genießen. Fällt etwa ein Auftrag aus, füllen sie die dafür eingeplante Zeit lieber mit unwichtigem Kleinkram als mit einer spontanen Unternehmung. Sie fühlen sich wie ein Schulschwänzer, wenn Sie unter der Woche wandern oder shoppen gehen? Überlegen Sie sich, wie viele Stunden Sie monatlich in etwa arbeiten möchten (bzw. müssen), und notieren Sie sich Ihre Arbeitszeiten. Dann wird es Ihnen leichterfallen, die unverhofft freie Zeit als wohlverdienten Ausgleich für vorangegangene (oder kommende) Stressphasen zu sehen.

Familienleben ...

 Auch hier gilt: Nutzen Sie es aus, dass Sie auch unter der Woche regelmäßig tagsüber Zeit haben. Fahren Sie mit Ihren Sprösslingen nachmittags spontan zum Badesee, oder begleiten Sie die Schulklasse Ihres Kindes beim Ausflug.

simplify-Tipp: Achten Sie bei der Wahl einer Kita nicht nur auf die Öffnungszeiten (Frühgruppe!), sondern auch darauf, dass Sie Ihr Kind an den Tagen, an denen Sie frei haben, früher abholen oder daheim lassen dürfen.

... muss man planen

Zeiten, zu denen alle Familienmitglieder zu Hause sind, sind bei Ihnen rarer als bei anderen Familien. Umso wichtiger ist es daher, dass Sie diese Zeiten nicht unbedacht anderweitig verplanen und auch mal gegen die Ansprüche anderer („Ich sehe meine Enkel ja gar nicht mehr“) verteidigen. Führen Sie einen Familienplaner, der für alle Familienmitglieder auf einen Blick sichtbar macht, wer wann daheim ist.

simplify-Tipp: Wenn Sie sich als Eltern oft nur die Klinke in die Hand geben, vereinbaren Sie täglich einen Telefontermin, an dem Sie sich darüber austauschen, was bei den Kindern los ist. Die Organisation der Kindertermine funktioniert übrigens am besten, wenn sie in einer Hand liegt.

Streit um den lieben Haushalt?

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Viele Paare mit den klassischen Arbeitszeiten erledigen den Haushalt primär am Samstag. Wenn einer (oder beide) unregelmäßige Arbeitszeiten hat, wächst die Gefahr, dass Arbeit liegen bleibt und es zum Streit über den Haushalt kommt: „Du hättest doch den ganzen Vormittag Zeit gehabt!“ – „Du hockst abends ja eh nur vor dem Fernseher.“

simplify-Tipp: Nehmen Sie eine klare Aufgabenteilung vor, z. B.: Einer ist für Einkauf und Grundputz zuständig, der andere für Wäsche, Fenster und Kinderorganisation. Stellen Sie sich zur Motivation die Freude Ihres Partners vor, wenn er nach getaner Arbeit einen gefüllten Kühlschrank, ein aufgeräumtes Wohnzimmer vorfindet.

Soziales Leben

Wenn Sie als Schichtdienstler freie Zeit haben, sind die anderen oft bei der Arbeit – und umgekehrt. Spontan geht da oft nichts zusammen, aber mit einer längeren Vorlaufzeit finden Sie bestimmt eine „Schnittmenge“.

simplify-Tipp: Sagen Sie Ihren Verwandten und Freunden, wie weit im Voraus Sie planen können bzw. müssen. Wenn Sie vor der Erstellung des Schichtplans Wünsche äußern können, beispielsweise: „Bitte sagt uns bis Ende Juli Bescheid, an welchem Oktoberwochenende ihr eure goldene Hochzeit feiern möchtet. Dann kann ich versuchen, dienstfrei zu bekommen.“ Wenn Sie keinen Einfluss auf Ihre Schichten nehmen können, beispielsweise: „Lass uns den Termin für unsere Wandertour in 3 Wochen festlegen. Dann weiß ich definitiv, an welchen Wochenenden ich im Juli und August frei habe.“

Ganz wichtig: Kollegialität

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Auch wenn Sie sich mit Ihrem Dienstplan insgesamt gut arrangieren können, werden Sie immer wieder darauf angewiesen sein, Dienste zu tauschen. Etablieren Sie im Kollegenkreis eine Kultur des Gebens und Nehmens. Wenn Sie Ihren Kollegen dort entgegenkommen, wo es denen wichtig ist, können Sie auch für sich mehr Spielraum aushandeln.

simplify-Tipp: Notieren Sie sich in einer Mehrjahresübersicht, wer an Weihnachten, Silvester, Ostern und Pfingsten jeweils Dienst hat. Dann müssen Sie sich bei einer Absprache über die begehrten Tage nicht auf vage (und womöglich einander widersprechende) Erinnerungen verlassen, sondern können die Fakten auf den Tisch legen.

Wenn Sie Freiberufler sind: Vernetzen Sie sich mit anderen Freiberuflern, die ein ähnliches Tätigkeitsprofil haben. Dann können Sie auch einmal einen Auftrag an einen „Kollegen“ delegieren bzw. von ihm übernehmen und dadurch flexibler werden.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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