Aufschieberitis

Aufschieberitis: Lauf los!


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Wie Sie Ihre Aufschieberitis loswerden

Sie erledigen Ihre Aufgaben immer auf den letzten Drücker, zu spät oder oft auch gar nicht? Wer unter Aufschieberitis leidet, verhält sich wie ein Läufer, der bei „Auf die Plätze“ noch eine SMS tippt, erst 5 Sekunden nach dem Startschuss losrennt und während des Laufens immer wieder stehen bleibt, um Fussel von seinem Shirt zu picken. simplify-Tipps, wie Sie Ihren inneren Läufer fit bekommen.

Entdecken Sie Ihre Muster

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Nehmen Sie Ihre Gewohnheiten unter die Lupe. Fragen Sie sich: 1.Welche meiner Aufgaben habe ich im letzten Monat aufgeschoben? 2. Was in mir hat mich von den Aufgaben abgehalten – Unmotiviertheit, Perfektionismus, Angst (z. B. vor falschen Entscheidungen), Überlastung oder das Bedürfnis, unter Druck zu arbeiten?

simplify-Tipp: Wahrscheinlich stellen Sie fest, dass Sie vor allem in bestimmten Bereichen zum Aufschieben neigen – z. B. bei allem, was mit Haushalt, mit der Chefetage in der Arbeit oder mit telefonischen Kontakten zu tun hat. Vergleichen Sie das mit Bereichen, in denen es besser läuft.Was können Sie daraus lernen?

Suchen Sie einen besseren Weg

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Oft ist nicht die Aufgabe selbst, sondern die geplante Vorgehensweise das Problem. Beispiele: Seit Tagen wollen Sie sich bei einer Freundin für eine dumme Bemerkung entschuldigen, aber Sie scheuen vor dem Anruf zurück. Sie müssten dringend Ihr Geld neu anlegen, aber bei Ihrem Bankberater kommen Sie sich immer unwissend vor. simplify-Tipp: Finden Sie einen alternativen Weg zu Ihrem Ziel. Schreiben Sie Ihrer Freundin eine Karte. Fragen Sie in der Bank nach einem anderen Berater, oder nehmen Sie einen geldkundigen Freund mit.

So erleichtern Sie sich den Anfang

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Reduzieren Sie die Größe Ihrer Schritte. Nehmen Sie sich nicht vor, den ganzen Keller aufzuräumen, sondern gehen Sie das Regalfach an, in das Sie am häufigsten greifen.

  • Reduzieren Sie Ablenkungen von außen. Schalten Sie im Büro, zumindest vorübergehend, das E-Mail-Programm ab und das Telefon leise. Räumen Sie alles vom Schreibtisch, was Sie nicht benötigen.
  • Reduzieren Sie Ihre Erwartungen an sich. Erwarten Sie nicht, dass Sie auf einen Schlag alles schaffen, was Sie bislang auf die lange Bank geschoben haben. Setzen Sie heute einen Anfang – und morgen wieder!


 

Erst das Vergnügen!

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Aufschieberitis in der Arbeit wird oft zum Teufelskreis: Sie lassen wichtige Aufgaben liegen, müssen diese dann kurz vor Termin mit hohem Zeitaufwand erledigen, haben wenig Zeit für Ihr Privatleben, sind dadurch demotiviert und brauchen noch mehr Druck und Zeit, um Ihre Arbeit auf die Reihe zu bekommen. Ihr schlechtes Gewissen über die aufgeschobene Arbeit wird dabei, so der amerikanische Aufschieberitis-Experte Neil Fiore, besänftigt durch das Bewusstsein, dass Sie schließlich der Arbeit Ihr Vergnügen opfern.

simplify-Tipp: Planen Sie zuerst Ihr Vergnügen. Halten Sie sich die Abende und Wochenenden nicht frei, um notfalls arbeiten zu können. Treffen Sie verbindliche Verabredungen mit Freunden. Trainieren Sie im Fitnessstudio unter Anleitung (19 Uhr!) statt jederzeit (oder nie ...). Sie werden sehen: Sie werden dadurch auf Dauer wieder effektiver arbeiten.

„Gleich“

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„Mach ich gleich“ oder „Ist gleich fertig“ lautet bei vielen chronischen Aufschiebern die Standardantwort auf die Frage nach dem Stand der Dinge. Doch damit nehmen Sie sich die Möglichkeit, andere um ihre Unterstützung zu bitten.

simplify-Tipp: Lassen Sie sich von wohlwollenden Menschen dabei helfen, Ihre Aufschieberitis zu überwinden. Sie sind Perfektionist und feilen endlos an Ihren Berichten? Bitten Sie einen Kollegen, zu beurteilen, ob die in Ihren Augen erst „halbwegs passable Fassung“ schon reif für den Chefschreibtisch ist. Sie haben Angst davor, den Arzt wegen des Laborergebnisses anzurufen? Bitten Sie eine vertraute Person, sich während des Anrufs zu Ihnen zu setzen.

Notmaßnahme: Nachträgliches Nein

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Besonders von Aufschieberitis betroffen sind oft sehr hilfsbereite Menschen, die schlecht „Nein“ sagen können. Das Fatale: Mit ihrer Unzuverlässigkeit machen sie sich meist unbeliebter als mit der Ablehnung einer Bitte.

simplify-Tipp: In vielen Fällen weitaus besser als die Nichteinhaltung eines Termins oder schlampige Arbeit – ringen Sie sich zu einem nachträglichen „Nein“ durch, kombiniert mit einer Entschuldigung für Ihre voreilige Zusage. Je eher Sie das tun, desto angenehmer für den anderen!

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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