Aufschieberitis

Mit Selbstmotivation zu mehr Geduld im Leben


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Wie Sie Selbstmotivation finden um Geduld zu lernen

Ob Staubsaugen oder Autofahren - auch in alltäglichen Handlungen können Sie Freude und Sinn finden. Das ist die Botschaft des fast 80-jährigen Journalisten und Aikido-Meisters George Leonard. Kern seiner Einsichten: Sagen Sie auch zu den unspektakulären Abschnitten Ihres Lebens Ja. Die gehören zu Ihrem Wachstum und machen den Großteil aller Lern- und Entwicklungsvorgänge aus. Hier seine 5 Prinzipien zur Selbstmotivation für langfristiges Lebensglück:

1. Prinzip: Lernen

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Sich auf den Weg des Lernens zu begeben bedeutet, anzuerkennen, dass es nie nur bergauf geht. Ganz gleich, welche Fertigkeit Sie erlernen möchten, stets folgt der Lernvorgang der „Kurve der Meisterschaft": Nach dem ersten Lernen erleben Sie eine relativ kurze Phase des Fortschritts. Danach fallen Sie wieder etwas zurück auf ein niedrigeres Niveau. Auf diesem Plateau bleiben Sie oft lange Zeit. Es kommt Ihnen vor, als träten Sie auf der Stelle. Erst wenn Sie auf diesem Plateau kontinuierlich weiterüben, stellt sich neuer Fortschritt ein.

Das unterscheidet Spitzensportler, überragende Künstler oder erfolgreiche Manager vom Durchschnitt: Nach Phasen der Rückschläge und Erfolglosigkeit versuchen sie es noch einmal. Wo andere frustriert sind und aufgeben, machen sie unbeirrt weiter - mit „längerem Atem". Spitzenleute zeichnen sich also nicht durch ihre Fortschritte aus, sondern durch ihren Umgang mit den Rückschritten.

2. Prinzip: Übung

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"Üben" leitet sich im Chinesischen ab vom Wort für „Weg". Üben heißt: Eins werden mit dem Weg. Oder, in westlicher Sprache ausgedrückt: Lieben Sie Ihre Plateaus. Sehen Sie der Tatsache ins Auge, dass Sie sich vorwiegend auf den Plateaus zwischen den Höhepunkten befinden. Seien Sie nicht enttäuscht darüber, sondern sehen Sie die Phasen geduldiger Anstrengung als ebenso notwendig an wie die Momente sprunghaften Fortschritts und Erfolgs. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Fortschritt sei seit längerer Zeit ins Stocken geraten, sagen Sie sich: „Wieder ein Plateau. Gut, jetzt kann ich innehalten und konzentriert weitermachen. Irgendwann wird es wieder aufwärts gehen." Dies gilt für das Erlernen einer Sportart genauso wie für Ihre Karriere oder Ihre persönliche Entwicklung.

3. Prinzip: Hingabe

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Jedes Erlernen einer Fähigkeit bringt ein gewisses Maß an Demütigungen mit sich. Endlose Male müssen Sie Grundtechniken wiederholen: beim Schreibenlernen, in der Fahrschule, beim Erlernen eines Musikinstruments, einer Sportart oder beim Bedienen eines Geräts. Bei vielen Lernvorgängen ist das Ziel (Zeugnis, Führerschein) so stark, dass Sie die Wiederholungen willig in Kauf nehmen. Bei anderen müssen Sie das Ziel in sich selbst finden. Das ist die Hingabe.

Die Ursache für Langeweile und das Aufgeben bei Lernvorgängen liegt in der zwanghaften Suche nach etwas Neuem, in der Sucht nach überdeutlichen Fortschritten. Hingabe aber bedeutet, den Geist des Anfängers zu kultivieren: wie am Beginn staunen, dass überhaupt ein Ton erklingt, dass Buchstaben ein Wort ergeben, dass das Fahrzeug sich bewegt. Wenn Sie sich nur auf das Erreichen von Zielen konzentrieren, berauben Sie sich unzähliger bewusst gelebter Stunden, die zu der Zeit zwischen Start und Ziel gehören. Die Kunst der Hingabe heißt, den gewöhnlichen Dingen so viel Bedeutung beizumessen wie dem Außergewöhnlichen.

4. Prinzip: Intention

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Intentionales Lernen bedeutet, sich nicht nur das Ziel, sondern den gesamten Ablauf vorstellen zu können. Der Golfspieler imaginiert den Flug des Balls, der Musiker hat den Spannungsbogen des gesamten Stücks vor seinem geistigen Ohr, der Schüler sieht vor dem inneren Auge, wie er immer besser wird. Nehmen Sie sich Zeit, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vermeiden Sie Hast. Dann werden Sie meist schneller fertig und fühlen sich hinterher wesentlich besser.

5. Prinzip: Wagnis

Es gibt keine Meisterschaft ohne Risiko. Der Aufstieg von einem Lernplateau zum nächsten Fortschritt ist häufig ein waghalsiger Sprung. Nach langem Üben und Wiederholen des Ewiggleichen kommt irgendwann der Punkt, an dem Sie sich auf Ihre erworbenen Fähigkeiten blind verlassen müssen und Ihre Selbstmotivation sichtbar wird: die erste Fahrt ohne Fahrlehrer, der erste Alleinflug, das öffentliche Vorspielen des Stücks, die Prüfung in der Schule.

Als Jigoro Kano, Begründer und oberster Meister des Judosports, im Sterben lag, bat er darum, mit seinem weißen Gürtel (dem Anfängergürtel) begraben zu werden. Damit zeigte er, dass er bei dem bevorstehenden Wagnis des Übergangs in eine andere Welt wieder Anfänger sein würde. Zugleich ist es ein Symbol dafür, welches der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Meisterschaft ist: der erste.

Zum vertieften Weiterlesen: George Leonard, Der längere Atem. Heyne Verlag, München 2006. ISBN: 3453700554, gebraucht erhältlich.

Autorin: Dr. med. Elisabeth Rimmele-Schick


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