Selbstorganisation

Arbeitsorganisation: Mehr Redundanz!


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Warum Sie wieder uneffizienter werden sollten

Redundanz bedeutet Überfluss „zur Sicherheit“: In einem Flugzeug gibt es für die wichtigsten Steuerungsfunktionen 2 Ersatzsysteme, auch wenn „zur Sicherheit“ eigentlich 1 genügen würde. Früher war ein Auto der Marke Mercedes dafür berühmt, dass die meisten Teile „zur Sicherheit“ viel zu haltbar und zu großzügig dimensioniert waren. Auch die Preise waren „zur Sicherheit“ großzügig kalkuliert.

Aber dann kam das Zeitalter der Controller: Effizienz, Kosteneinsparung und Rendite wurden zum Maß aller Dinge in der Arbeitsorganisation.

simplify, falsch verstanden

Das kluge Motto „Weniger ist mehr“ wurde recht einseitig gesehen: mit weniger Aufwand mehr Profit machen. Es kam zu einer Spirale der Überforderung. Ein Beispiel von vielen: In einem Kleinunternehmen wurde die zentrale Produktion von 20 Mitarbeitern erledigt. Dann kam ein neuer Chef. Der fragte, ob nicht auch 16 genügten. Tatsächlich: Mit weniger Leuten ging es auch. Als die Direktion den Erfolg sah, reduzierte sie nach einiger Zeit auf 12. Aus Angst arbeiteten sie stillschweigend mehr, es gab kaum noch Pausen oder Krankheitsfälle. Dann wurde das Unternehmen verkauft. Der neue Eigentümer stellte die Abteilung vor die Alternative: Ihr macht den Job mit 8 Mann, oder wir outsourcen das Ganze. Ergebnis: 8 zutiefst frustrierte, überarbeitete und unglückliche Mitarbeiter, eine ständig am Rand der Katastrophe schwebende Produktion. Vor allem aber: Die ganze Reduzierung und Rationalisierung in der Arbeitsorganisation hat nichts genützt. Die Produkte verloren ihr früheres Renommee, die Qualität war nur noch Durchschnitt, das Unternehmen ist inzwischen insolvent.

Die Grenzen des persönlichen Wachstums

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Was in Unternehmen geschah, gab es auch im privaten und beruflichen Leben. Etliche erlebten es vor einigen Jahren durch den Einfluss der Persönlichkeits- und Motivationstrainer: große Erwartungen, enorme Anforderungen an sich selbst, hoher Einsatz, anfängliche Erfolge – aber hat Sie all das wirklich glücklicher gemacht? Wer weniger redundant lebt, erfährt zunächst eindrucksvolle Fortschritte. Doch die Geister, die er rief, holen ihn irgendwann ein.Wie finden Sie zurück zu einem glücklichen und gesunden Leben mit großzügigeren Zeit- und Finanzpolstern und zu einer entspannten Arbeitsorganisation?

Entrümpeln Sie Ihre Ziele

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Ein bestimmtes Gehalt, eine Hierarchiestufe im Beruf, Haus, Auto ...

simplify-Strategie: Schreiben Sie all Ihre Wünsche und Ziele auf eine Liste und fragen Sie: Bleibt in der Arbeitsorganisation überhaupt noch Platz für mich? Raum für Nichtstun, Spielen, Helfen, Meditation und Gebet, zweckfreies Zusammensein mit anderen Menschen, Unvorhergesehenes, für kleine und große Freuden? Gehen Sie Ihre finanziellen Verpflichtungen durch:Welche davon sind wirklich notwendig? Genügt im Alter auch eine kleinere Wohnung, ein kleineres Auto?

Verjagen Sie den Geiz

Eine besonders bizarre Weiterentwicklung der maßlosen Effizienzsteigerung ist der Slogan „Geiz ist geil“. Durch ihn hat es eine der klassischen 7 Todsünden geschafft, im Gefühl vieler Menschen als erstrebenswerte Eigenschaft zu gelten.

simplify-Strategie: Wenn Ihnen Engherzigkeit und Knauserei begegnen, setzen Sie Großzügigkeit als heilsame Gegenstrategie ein. Bleiben Sie gelassen, wenn Sie einmal mehr gegeben als bekommen haben. Genießen Sie – wenigstens partiell – ein bisschen Luxus.

Erfinden Sie ein neues Land

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Die alte Gesellschaftsordnung vergeht, eine neue ist noch nicht fertig. Der Vorteil: Sie können daran mitbauen. In einer Gesellschaft, die weniger materielle Ressourcen hat, wenden sich Menschen wieder mehr einander zu.

simplify-Strategie: Verlassen Sie sich weniger auf den Staat und mehr auf Ihr Improvisationstalent und den Charme des alltäglichen Chaos. Am Ende triumphiert das einfache Leben – das Gespenst der Effizienz hat seine Vorherrschaft in der Arbeitsorganisation verloren.

Eine Warnung am Schluss

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Gesunde Redundanz darf nicht verwechselt werden mit Schlendrian und faulem Delegieren.

simplify-Strategie: Wenn Sie Sätze hören wie „Dafür haben wir kein Geld“ oder „Das geht nicht“, bleiben Sie trotzdem am Ball. Stimmt das wirklich? Meist wird viel zu kurzfristig gedacht, und es gibt auch ohne Geld immer Möglichkeiten, die Ärmel hochzukrempeln und für positive Veränderungen zu sorgen.


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