Selbstorganisation

Arbeitsorganisation mit dem Zweit-Büro


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So gehen Sie Störungen elegant aus dem Weg

Wenn es sich um eine Aufgabe handelt, die Sie nur alleine bewältigen können und nicht gestört werden wollen, hilft zur Arbeitsorganisation nur eins: die Flucht! Erfolgreiche kreative Menschen haben alle ihre Fluchtburgen, in die sie sich für ihre Arbeit zurückziehen. Es muß ja nicht gleich Ernest Hemingways Bungalow mit Meerblick sein.

Im Auto, hinten

Wenn es die Witterung erlaubt (nicht zu heiß, nicht zu kalt), schlagen Sie Ihr Zweitbüro im Auto auf. Fahren sie an einen abgelegenen Ort, an dem Sie nicht gestört werden und setzen Sie sich (das ist der Kniff) auf den Rücksitz. Hier sind Sie nicht mehr der Chauffeur, sondern der Chef!

Unter freiem Himmel

Vom Wetter abhängig ist das Zweitbüro im Park, an einem See oder sonst einem inspirierenden Platz in der freien Natur. Viele Menschen haben eine innere Abneigung: "An so einem schönen Platz arbeiten? Hier will ich mich doch entspannen!" Dabei unterschätzen sie die enorme Energie, die von einem positiven Ort ausgeht. Keine Sorge, Sie machen den schönen Platz mit Ihrer Arbeit nicht kaputt. Durch die Anmut der Umgebung wird auch Ihre Arbeit angenehmer und reizvoller werden.

Verwaiste Räume

In fast jeder Firma gibt es ungenutzte Räume: große Sitzungszimmer, eine Kantine außerhalb der Essenszeiten, leerstehende Büros, oder wenigstens ein zeitweise leerstehender Schreibtisch eines Außendienstmitarbeiters (mit dem Sie sich aber bitte vorher abstimmen, wann Sie seinen Platz nutzen dürfen). Wichtig ist, daß der entsprechende Raum möglichst weit von Ihrem Büro entfernt ist. Dann melden Sie sich ab, als ob Sie außer Haus gehen, stellen das Telefon auf Anrufbeantworter oder wie immer Sie Ihre Abwesenheit organisieren. Vor Ihnen liegen zwei, drei Stunden ohne Störung, in denen Sie geradezu Wunder vollbringen können.

Orte der Kraft

Lesesäle von öffentlichen Büchereien strahlen meist eine gute, konzentrierte Energie aus. Viele Dichter haben bekanntlich ihre Romane in Kaffeehäusern und Kneipen geschrieben. Andere Kraftplätze: eine Kirchenempore; das Foyer in einem nahen noblen Hotel; ein alter Friedhof; an einem Flußufer; ein großer Museumsraum; gute Energien haben auch Brunnen (je älter, desto besser).

Die Bahn

Finden Sie heraus, welche Orte für Ihre Kreativität positiv sind. Bei mir ist es die Eisenbahn. Wenn ich weiß, vor mir liegen vier Stunden Fahrt, ohne Telefon und Leute, die zur Tür hereingucken – dann ist mein Geist frei, um komplizierte Artikel zu lesen oder zu verfassen. Es kann allerdings schiefgehen: Wenn der Zug überfüllt ist und man an ein quasselndes Gegenüber gerät, oder wenn einen Bahnfahren müde macht (manche Leute schlafen nach den ersten Kilometern Geschunkel ein). Aber meist klappt's.

In der Luft

Andere Menschen arbeiten am liebsten im Flugzeug. Die zerrissenen Prozeduren (Einchecken, Warten, Starten, Landen, aufs Gepäck warten) sind allerdings Gift für jede innere Konzentration, und der eigentliche Flug ist innerhalb Europas ja meist ziemlich kurz.

Lieber nicht...

Übrigens: Autofahren (Sie selber am Steuer) ist die uneffektivste Nutzung von Reisezeit, die man sich vorstellen kann. Alle Ideen, das zu ändern (intensives Telefonieren, Diktieren oder gar Lesen) sind lebensgefährlich. Eine Ausnahme ist das Anhören von CD's.

Suchen Sie nach weiteren ungenutzten Räumen, die Ihnen die Abschottung von Störungen bieten, die in der Arbeitsorganisation für die kompromißlose Konzentration auf eine Priorität notwendig ist. Sie werden sehen: Schon die Suche nach solchen Orten ist ein kreativer Akt, der sich lohnt.

Autor: Tiki Küstenmacher


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