Selbstorganisation

Selbstorganisation: Absagen - Aber wie?


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4 simplify-Strategien für das diplomatische „Nein"

„Kleine Gefälligkeiten erhalten die Freundschaft" - was aber, wenn diese Dienste in zeitraubende, unbezahlte Nebenjobs ausarten? Besonders begehrt ist Ihre Hilfe meist, wenn Sie über praktische Fähigkeiten verfügen, zum Beispiel in den Bereichen Handwerk, Computer, Steuern, Autoreparatur, Behördenkram oder Kinderhüten.

Wir wollen Ihnen Ihre Hilfsbereitschaft nicht ausreden - sie ist das Beste, was sich Menschen untereinander geben können. Aber nicht selten ist es schwierig, sich gegen fremde Wünsche abzugrenzen. Und wenn Sie sich schon oft als großzügig im kostenlosen Abgeben eigener Zeit und Arbeitskraft erwiesen haben, ist es doppelt schwer, die richtige Abwehrstrategie zu finden.

Mit den 4 folgenden Techniken können Sie anhand eines diplomatisches „Nein" Ihre Selbstorganisation verbessern, ohne Gefahr zu laufen, sich unbeliebt zu machen.

1. Das bedingte Ja

Beim „zeitlichen Ja" gehen Sie auf einen Wunsch grundsätzlich ein, bestimmen aber selbst, wann Sie tätig werden.

Beispiele: „Ich kann das machen. Aber erst am Donnerstag." - „Ich verreise in 2 Tagen. Wenn ich es bis dahin nicht mehr schaffe, sage ich Bescheid." - „Wir können uns heute Abend treffen, aber nicht sofort." - „Ruf mich am Montag noch einmal an, bis dahin habe ich die Lösung."

2. Das partielle Ja

Beim „partiellen Ja" sind Sie ebenfalls hilfsbereit, grenzen aber Ihre Hilfe im Umfang ein.

Beispiele: „Ich kann herausfinden, was mit deinem Wagen nicht in Ordnung ist, aber ich kann ihn nicht reparieren." - „Ich kann Ihren Brief gern korrigieren, habe aber keine Zeit, ihn selbst zu schreiben." - „Ich helfe gern bei diesem Problem. Ich kann aber nur übermorgen Abend von 20 bis 21 Uhr."

3. Das klare Nein

Beim „klaren Nein" brauchen Sie besonders hieb- und stichfeste Gründe. Je besser Ihr Bittsteller Sie kennt, umso plausibler muss Ihr Argument sein. Erfinden Sie nichts - früher oder später kommt Ihre Notlüge ans Tageslicht. Seien Sie stattdessen kreativ, denn es gibt immer etwas in Ihrem Leben, was unbestreitbar Vorrang hat.

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Beispiele: „Es freut mich, dass Sie dabei an mich gedacht haben. Ich bin jedoch so umfassend mit einem erfreulich großen Auftrag beschäftigt, dass ich das zur Zeit beim besten Willen nicht für Sie tun kann." - „Ich selbst schaffe es nicht. Aber ich überlege mir bis morgen, ob jemand anders helfen kann. Rufen Sie mich gegen 17 Uhr noch mal an." (Egal, ob Sie dann eine positive Alternative haben oder nicht: Sie haben sich bemüht). - „Sie wissen ja, ich fahre nächste Woche in den Urlaub (zu meinen Kindern, Eltern, auf ein Seminar, zu wichtigen Kunden). Es mir sehr leid, dass ich deswegen nicht ..." - „Ich habe in letzter Zeit nur sehr wenig Zeit für mich und meine Familie gehabt. Ich muss das jetzt dringend nachholen, um neue Kräfte zu sammeln."

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4. Das Nein ohne Begründung

Das ist die schwierigste Form. Während Sie „nein" sagen, sprechen Sie leise zu sich selbst: „Ich bin nicht verpflichtet, mich zu rechtfertigen." Das gibt Ihnen innere Stärke. Sagen Sie sich: Wenn der andere mich drängt, hat es sich offenbar nicht um eine Bitte gehandelt, sondern um einen Befehl! Bedenken Sie auch, dass es Begründungen für eine Absage gibt, die der andere keinesfalls erfahren soll („Ich möchte meinen Bruder im Gefängnis besuchen"; „Ich muss zur Krebstherapie").

Beispiele: „Nein, das geht leider nicht." - „Ich täte es gern, aber es geht nicht." Auf eine Nachfrage antworten Sie freundlich: „Das kann ich jetzt leider nicht sagen." - „Das möchte ich jetzt nicht begründen müssen."

So vermeiden Sie billige Notlügen

Nur wenn Ihre Gründe wirklich echt sind, werden Sie keine Probleme haben, diese sofort und überzeugend vorzubringen. Im Falle der Notlüge besteht die Gefahr, dass Sie Ihre Aussage „verdächtig" zögerlich vorbringen.

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Besser ist es, Sie verschaffen sich Bedenkzeit, um später überzeugend ablehnen zu können. Zeigen Sie Interesse, und erkundigen Sie sich genauer nach Art und Umfang des Wunsches. Während Ihr Gesprächspartner redet, denken Sie nach.

Wenn Sie angerufen werden: Brechen Sie das Gespräch ab, indem Sie auf ein gerade stattfindendes oder kurz bevorstehendes anderes Gespräch verweisen. Versprechen Sie sofortige Rückmeldung und rufen Sie wieder an, nachdem Sie für sich geklärt haben, welche der 4 Nein-Techniken Sie in diesem Falle anwenden wollen.


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