Zeitmanagement

Zeitmanagement für kreative Chaoten


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Zeitplanung für kreative Chaoten

Zeitmanagement – wenn schon das Wort Sie abschreckt, gehören Sie vielleicht zu den „kreativen Chaoten“. Für Sie haben wir diesen Artikel geschrieben! Lesen Sie, wie Sie Ihre Stärken nutzen können. Wenn Sie dagegen der geborene Zeitplaner sind, erfahren Sie, wie „chaotisch“ veranlagte Menschen beim Zeitmanagement ticken. Hier eine Auswahl nützlicher Tipps von Cordula Nussbaum, Ratgeberautorin, Coach und selbst „kreative Chaotin“.

Stehen Sie zu Ihrer Wesensart

„Kreative Chaoten“ und „logische Ordner“ – so nennt Nussbaum 2 Persönlichkeitstypen, die sich im Umgang miteinander oft schwertun. Die wichtigsten Merkmale der beiden Typen finden Sie im Kasten „Welcher Persönlichkeitstyp sind Sie?“ auf Seite 2. (Die meisten Menschen haben natürlich von beiden etwas an sich.)

simplify-Tipp: Legen Sie Ihre Vorurteile ab. Als kreativer Chaot sind Sie keiner, der „nichts richtig auf die Reihe bringt“. Und logisch Ordnende sind keine Spaßverderber und Korinthenkacker. Die Teamforschung hat gezeigt: In den erfolgreichsten Teams arbeiten beide Persönlichkeitstypen!

Zeitplanung ist keine Spaßbremse!

Wenn Ihr Umgang mit der Zeit Sie immer wieder Nerven kostet, sollten Sie etwas verändern. Motivieren Sie sich durch positive Argumente:

  • Wenn Sie pünktlicher sind, haben Sie weniger Konflikte mit den Menschen, die nicht Ihr Zeit-Typus sind.
  • Wenn Sie Prioritäten setzen und Wichtiges rechtzeitig erledigen, schaffen Sie sich die zeitlichen Freiräume, die Ihnen persönlich so wichtig sind.
  • Wenn Sie weniger unter Zeitdruck stehen, kommt Ihre Kreativität richtig zur Geltung. Die viel gerühmte „Kreativität unter Zeitdruck“ ist nachweislich ein Mythos!

simplify-Tipp: Vielleicht ruft bereits das Wort „planen“ in Ihnen negative Assoziationen hervor (Planwirtschaft, verplant sein). Sagen Sie es neu: „ein Konzept machen“, „meine Landkarte für den Tag“. Nennen Sie Ihr Zeitplanbuch (sofern Sie eines haben) „Konzepte-Kladde“, „Erfolgsjournal“, „Chancen-Sammler“ o. Ä.

Das Zeitplanbuch ist nicht der Weisheit letzter Schluss

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Viele kreative Chaoten besitzen zwar ein konventionelles Zeitplanbuch, vergessen aber immer wieder, ihre Termine und Aufgaben dort einzutragen. Oder sie werfen zu selten einen Blick hinein.

simplify-Tipp: Wenn Zeitplanbücher nichts für Sie sind, probieren Sie andere Möglichkeiten aus. Führen Sie für die wichtigsten Termine einen simplen Kalender, und sammeln Sie alles andere auf einer Post-it-Collage in einem Notizbuch oder an einer Wandtafel. Nutzen Sie verschiedene Farben, und fügen Sie kleine Skizzen dazu. Sie haben die Gewohnheit, alles auf Papierfitzelchen festzuhalten (vom Zeitungsrand über die Serviette bis zum Schmierpapier)? Bleiben Sie ruhig dabei, aber kleben Sie Ihre bunte Sammlung jeden Abend in ein großes Ringbuch. Wenn Sie es lieben, mit dem Computer herumzuspielen: Es gibt Post-it-Software für Ihren PC, z. B. PNotes (pnotes. sourceforge.net/index.php?page=1).

So werden Sie pünktlicher

Nutzen Sie Ihre Stärke, Probleme kreativ anzugehen, und suchen Sie erfinderisch nach individuellen Lösungen. Beispiel: Sie bleiben oft am Computer hängen („Jetzt habe ich gerade so gute Ideen“) und kommen dadurch zu spät zu Terminen oder vertun wertvolle Zeit für eigentlich anstehende Aufgaben. Während für viele Ihrer Kollegen eine typische Standardlösung wie „Terminerinnerung in Outlook“ funktionieren mag, brauchen Sie vermutlich andere Anreize, sich von Ihrem PC loszureißen. Sie könnten beispielsweise einen Kollegen bitten, Sie zu den Besprechungen prinzipiell abzuholen; einen Wecker stellen und ihn in einiger Entfernung von Ihrem Schreibtisch platzieren, sodass Sie in jedem Fall aufstehen müssen; Ihren PC so einstellen, dass er automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit runterfährt. Dabei hilft Ihnen etwa das Gratis-Tool Toff (Download unter pcwelt.de/downloads).

simplify-Tipp: Legen Sie die Anfangs- und Endzeiten von Besprechungen oder Terminen auf krumme Uhrzeiten: 9:27 ist besser als 9:30 Uhr, denn als Rechtshirner können Sie sich solche merkwürdigen Uhrzeiten wesentlich besser merken.

Achtung, Multitasking-Falle

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Kreative Chaoten lieben es, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Sie telefonieren, surfen im Internet, und räumen dazu noch mit einer Hand den Schreibtisch auf. Die Folgen: Ihr Gesprächspartner ärgert sich, weil er Ihre Unaufmerksamkeit spürt, und der Zettel mit der wichtigen Telefonnummer landet versehentlich im Papierkorb.

Halten Sie Ablenkungen von vornherein fern: Schalten Sie z. B. den Bildschirm aus, bevor Sie zum Telefonhörer greifen, oder telefonieren Sie stehend. Sagen Sie anderen klar, wann Sie ungestörte Konzentration benötigen.

simplify-Tipp: Achten Sie darauf, was Sie in Händen halten. Dann sparen Sie sich das nervige Suchen verlegter Gegenstände! (Anmerkung: Das Buch zu diesem Artikel fand sich heute Morgen nach längerer Suche in einem Kellerregal.)

Cordula Nussbaum: Organisieren Sie noch, oder leben Sie schon? Campus Verlag, Frankfurt a.M. / New York 2012. ISBN-13: 978-3-593-38408-5. 19,99 €.

Welcher Persönlichkeitstyp sind Sie?

Kreativer Chaot

  • Sie sind kein Freund von Zeitplanung.
  • Sie denken in Bildern und handeln oft spontan und emotional. Menschen sind Ihnen wichtiger als Ergebnisse.
  • Sie lieben Neues.
  • Sie legen sich nicht gerne fest. Aufgaben und Termine behalten Sie am liebsten im Kopf oder notieren sich diese allenfalls auf Zetteln. Sie arbeiten oft an mehreren Dingen gleichzeitig und können schlecht Prioritäten setzen.
  • Sie kommen oft zu spät und erledigen Dinge nicht rechtzeitig oder kurz vor knapp.

Logischer Ordner

  • Sie sind der geborene Zeitplaner.
  • Sie vertrauen auf Fakten und Daten und stellen den praktischen Nutzen in den Vordergrund. Was Sie tun, ist reiflich überlegt.
  • Sie setzen auf Bewährtes.
  • Sie schätzen eine aufgeräumte Umgebung, für die Sie ohne großen Aufwand auch selbst sorgen. Sie arbeiten gut und gerne mit Listen, Tages- und Wochenplänen. Sie sind ein Fan von Systematik und klaren Prioritäten.
  • Pünktlichkeit ist Ihnen bei anderen und bei sich selbst wichtig – und meist gelingt sie Ihnen auch.

Wo finden Sie sich eher wieder? Zwingen Sie sich als kreativer Chaot nicht in das Korsett der üblichen (auf logische Ordner zugeschnittenen) Zeitmanagement-Techniken – erfinden Sie Ihre eigenen! Halten Sie als logischer Ordner die kreativen Chaoten in Ihrer Umgebung nicht für weniger kompetent, sondern geben Sie ihnen die Freiräume, die sie benötigen.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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