Zeitmanagement

Zeitmanagement in der Partnerschaft


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So lösen Sie konstruktiv Konflikte über Ihre Zeit

Viele Paare streiten sich nicht etwa über Geld, sondern über Zeit: Wer muss von der Arbeit daheim bleiben, wenn der Kundendienst für die defekte Waschmaschine kommt? Wer darf am Samstag ausschlafen, während der andere mit den Kindern frühstückt? Wie viel Zeit hat man füreinander? Darf er abends 1 Stunde am PC oder sie am Telefon „vertrödeln“, wenn noch Chaos in der Wohnung herrscht?

Reden Sie über Ihre Zeit!

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Eine der häufigsten Ursachen von Konflikten: unausgesprochene Erwartungen. Schauen Sie am Sonntagabend gemeinsam Ihre Terminkalender für die kommende(n) Woche(n) durch. Teilen Sie einander Ihre Termine mit und was Sie für einen Eindruck von den kommenden Tagen haben, z. B.: „Es wird eher ruhig ...“ Oder: „Ich habe vor, mal richtig im Büro zu powern.“ Sprechen Sie aber auch über die laut Kalender noch freie Zeit. Sie werden dabei merken, dass Sie auch diese Zeit insgeheim schon teilweise verplant hatten.

simplify-Tipp: Erzählen Sie einander als Erstes, wie Sie diese Zeit gerne verbringen würden. Beginnen Sie dabei mindestens einen Ihrer Sätze mit „Ich würde gerne mit dir ...“. Listen Sie erst danach all die Dinge auf, die Ihrer Meinung nach getan werden sollten.

Erforschen Sie Ihr familiäres Zeiterbe

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Der Spruch „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ ist Ihnen sehr vertraut? In der Familie Ihres Partners galt möglicherweise ein gelassenes „Alles zu seiner Zeit“ oder ein gehetztes „Zeit ist Geld“. simplify-Tipp: Sagen Sie einander, welche Zeitgewohnheit des anderen Sie besonders stört: „Ich fühle mich gestresst, wenn du spontan Leute einlädst.“ – „Mich nervt, wenn du noch die Küche aufräumst, während ich schon im Flur zum Weggehen bereitstehe.“

Für Planer: Teilen Sie gemeinsam den Zeitkuchen

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Viele Paare haben zwar ein Zeitmanagement fürs Wochenende, überfrachten es dabei aber hoffnungslos. simplify-Tipp: Bei einer realistischen Tagesplanung hilft Ihnen ein Zeitkuchen. Nehmen Sie ein Stück Papier, und zeichnen Sie für den betreffenden Tag einen großen Kreis – das ist Ihr Zeitkuchen. Zeichnen Sie erst die großen Stücke ein, die bereits feststehen, z. B.: Schlaf (8 Stunden = 1/3 des Kuchens), Essen (3 Stunden inklusive Zubereitung = 1/8), Besuch bei Freunden (4 Stunden inklusive Fahrt = 1/6) ... Danach erkennen Sie deutlich, wie groß das Segment ist, das Ihnen zusammen oder für individuelle Interessen noch bleibt.

Für Spontane: Wählen Sie ein Tagesmotto

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Wer beruflich stark in Termine eingezwängt ist, hat oft keine Lust, sein Wochenende auch noch minutiös zu planen. simplify-Tipp: Einigen Sie sich für Samstag und Sonntag jeweils auf ein Motto – beispielsweise Entspannung, Geselligkeit, Kleinkram, Haushalt, „Nur wir zwei“ ... . Notieren Sie Ihr Motto und alles, was Ihnen dazu einfällt, auf einem großen Stück Papier, das Sie als Ideengeber für den entsprechenden Tag an Ihre Pinnwand oder den Kühlschrank hängen. Auf diese Weise geben Sie eine Richtung für Ihr Wochenende vor und bewahren sich zugleich jede Menge Spielräume.

Gleichberechtigung: Halbe-halbe oder jedem das Seine?

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Manche Paare sind auch in puncto Zeit sehr auf Gleichheit bedacht: Sie gönnen einander abwechselnd ein freies Wochenende oder bleiben bei Bedarf (Handwerker im Haus, krankes Kind etc.) abwechselnd daheim. Andere Paare versuchen eher, in jeder Situation neu auszuloten, wer was leisten kann und wer wie viel Freiräume braucht.

simplify-Tipp: Beides kann funktionieren, vorausgesetzt, Ihre innere Haltung passt dazu. Wichtig bei „50:50“: Führen Sie nicht kleinkrämerisch Buch über (Zeit-)Soll und -Haben. Wichtig bei „jedem das Seine“: Denken Sie nicht insgeheim „Meine Zeit ist doch wichtiger als deine“.

Taschenzeit zur freien Verfügung

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Gerade wenn Zeit für beide ein knappes Gut ist, kommt manchem der Vorwurf der Zeitverschwendung leicht über die Lippen („Gibt es denn nichts Wichtigeres als ...?“) und sorgt für schlechte Stimmung zuhause.

simplify-Tipp: Gönnen Sie sich gegenseitig eine „Taschenzeit“ – mindestens 1 Abend pro Woche oder jeden Abend 1/2 Stunde. Diese Taschenzeit darf jeder von Ihnen nach Belieben verwenden – ohne schlechtes Gewissen gerade auch für Aktivitäten, die in den Augen des anderen unter „Vertrödeln“ rangieren. Vielleicht gelingt es Ihnen eines Tages sogar, sich darüber zu freuen, dass Ihre Frau sich beim Telefonieren, Ihr Mann sich beim Surfen am Computer entspannt!

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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