Zeitmanagement

Zeitmanagement: Schluss mit Zeitvergeudung!


zeitmanagement_telefon

„Wo ist nur die Zeit geblieben?“, seufzen viele am Ende eines Tages. Es bleibt das schale Gefühl, einem Zeitdieb zum Opfer gefallen zu sein – oder die kostbare Zeit selbst vergeudet zu haben. Hier simplify-Abhilfen für einige typische Probleme des Zeitmanagements.

Gesprächige Mitmenschen

Zeitvergeudung: Berufliche oder private Telefonate dauern viel länger als beabsichtigt, weil Sie sich nicht trauen, Ihren Gesprächspartner „abzuwürgen“.

simplify-Abhilfe: Signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner, dass es an der Zeit ist, das Gespräch zu beenden, indem Sie in die Vergangenheitsform wechseln: „Es war interessant für mich, Ihre Erfahrungen zu hören.“ Noch deutlicher werden Sie mit einem direkten Hinweis auf andere Verpflichtungen: „Ich muss in 5 Minuten aus dem Haus.“ Bekunden Sie Ihren Willen zur Fortsetzung des Gesprächs („Darüber sollten wir uns einmal ausführlicher unterhalten“) nur dann, wenn Sie tatsächlich daran interessiert sind.

Computer & Internet

zeitmanagement_computer

Zeitvergeudung: Ist abends der PC erst einmal an, surfen Sie viel zu lange im Internet.

simplify-Abhilfe: Gegen zielloses Fernsehen hilft der Blick in die Programmzeitschrift, gegen zielloses Surfen Ihr persönliches Programmblatt. Notieren Sie sich, bevor Sie den Computer hochfahren, was Sie im Internet nachschauen möchten (Öffnungszeiten einer Ausstellung, Testergebnisse für Waschmaschinen). Sind Sie fündig geworden, tun Sie Ihrem Geldbeutel und der Umwelt etwas Gutes, indem Sie den PC wieder ausschalten – auch wenn Sie ihn zu einem späteren Zeitpunkt nochmals benötigen. Werden Sie vom Viel-Surfer zum Profi-Rechercheur, indem Sie üben, Infos mit möglichst wenigen Klicks ausfindig zu machen: „Schon auf der 3. Site war ich fündig!“ 

Eile & Hast

zeitmanagement_schnecke

Zeitvergeudung: Um Zeit zu sparen, haben Sie „Tempo, Tempo!“ zu Ihrer Devise gemacht. Doch das ist häufig kontraproduktiv, weil Sie hinterher die in der Eile gemachten Fehler korrigieren müssen.

simplify-Abhilfe: Identifizieren Sie Ihre typischen Eile-Fehler-Ärger- Situationen, und drosseln Sie bei diesen Tätigkeiten Ihr Tempo. Ob es das Kochen ist, bei dem Sie sich immer wieder in den Finger schneiden (und daraufhin die Wunde versorgen müssen), das Tippen von Texten, bei denen Sie für jedes 3. Wort die Korrekturtaste betätigen müssen, oder die Terminabsprache ohne Konsultation Ihres Kalenders, die Sie später wieder rückgängig machen müssen. Lernen Sie von den Griechen, und sagen Sie sich öfter deren Wahlspruch „siga, siga“ („langsam, langsam“).

Perfektionismus

Zeitvergeudung: Sie feilen ewig an Details und stellen hohe Ansprüche an sich, selbst bei Routinetätigkeiten (Mail schreiben, bügeln, Abendessen mit Freunden planen).

simplify-Abhilfe: Setzen Sie sich zu Beginn jeder Tätigkeit ein Zeitlimit: „In einer halben Stunde will ich mit dem Bügelberg fertig sein.“ Sie schaffen es nicht, sich an Ihre eigenen Zeitvorgaben zu halten? Fragen Sie sich: „Was würde passieren, wenn ... (... in der Mail noch Tippfehler wären; ... ein Hemd Falten hätte)?“ So lernen Sie, wo Sie ohne Probleme Abstriche machen könnten und wo Ihr Perfektionismus wichtig ist. 

Womit Sie garantiert keine Zeit vergeuden

„Eigentlich müssten 6 Stunden Schlaf reichen!“ – „Das belegte Brötchen vom Brotzeit- Service tut es schon als Mittagessen!“ – „Regelmäßig Sport – das ist total unrealistisch in meiner Lebenssituation.“ Immer mehr Menschen sparen Zeit bei ihren Grundbedürfnissen Schlaf, Nahrung und Gesundheit. Doch das rächt sich: Was Sie ausgeschlafen rasch erledigen würden, zieht sich ewig hin, wenn Sie müde sind. Die eingesparte Zeit fürs Kantinenessen vertun Sie nachmittags durch wiederholte Besuche des Süßigkeitenautomaten. Gesundheitliche Probleme zwingen Sie eines Tages, von heute auf morgen alles stehen und liegen zu lassen.

simplify-Tipp: Betrachten Sie Ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht als Zeitvergeudung, sondern verhelfen Sie ihnen zu ihrem Recht.

  1.     Registrieren Sie, was Sie brauchen. Finden Sie heraus (wenn Sie es nicht mehr wissen), nach wie vielen Stunden Sie sich ausgeschlafen fühlen. Testen Sie den Unterschied zwischen einem Tag mit und einem Tag ohne regelmäßige und vollwertige Mahlzeiten, mit oder ohne Bewegung: Wie fühlen Sie sich untertags und am Abend? Wie viel von dem, was Sie sich vorgenommen hatten, haben Sie jeweils geschafft?
  2.     Denken Sie um. „Voll im Stress“ zu sein dient vielen Menschen als Nachweis ihrer Leistungsfähigkeit – gegenüber anderen, aber auch gegenüber sich selbst. Machen Sie nicht länger mit beim „Ich schaffe es nie vor 1 Uhr ins Bett“- Wettbewerb. Zeigen Sie sich stattdessen stolz darüber, wenn es Ihnen gelingt, auch in Stressphasen genug zu schlafen, in Ruhe zu essen, sich abends noch zu bewegen.
  3.     Notieren Sie sich die Zeiten für Schlafen, gesundes Essen und Bewegung in Ihrem Terminkalender. Das erleichtert Ihnen die Umsetzung, speziell wenn Ihr Leben aufgrund vieler Termine oder Reisen unregelmäßig ist. Planen Sie genügend Vorlaufzeit ein, z. B.: Wenn Sie um 23 Uhr schlafen wollen, sollten Sie den Computer um 22 Uhr herunterfahren. Kümmern Sie sich nicht erst dann ums Essen, wenn Sie bereits hungrig sind, sondern notieren Sie sich im Kalender, wann (und was) Sie einkaufen und kochen werden.

Um die eigene Zeit bewusst und effektiv nutzen zu können, ist es außerdem wichtig, die vielen Zeitdiebe fernzuhalten, die einem im Alltag auflauern können. Oder waren Sie vielleicht selbst schonmal ein Zeitdieb, ohne es zu merken?

 

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl

 


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel
simplify organisiert: Selbstorganisation