Zeitmanagement

Zeitmanagement statt Zeitstress


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Wie Sie Ihren spezifischen Stressgefühlen begegnen

Für viele Menschen ein scheinbar unabänderlicher Normalzustand: Sie fühlen sich gestresst. Aber Achtung, eine Vielzahl von Studien belegt: Stress ist nicht „bloß ein Gefühl“, sondern eine reale Gefahr für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Hier 5 simplify-Strategien für ein besseres Zeitmanagement gegen negativen Zeitstress.

Vom rechten Umgang mit den Fluten

 

Stressgefühl: „Ich saufe ab.“ Verantwortlich für das Alles-zu-viel-Gefühl ist manchmal ein unvorhersehbares Ereignis, etwa ein Zahnproblem mit mehreren Arztterminen. Manchmal ist die Stressphase aber auch vorhersehbar: Alle 3 Monate sind die Quartalsberichte fällig, Ende Juli soll das Nachbarschaftsfest steigen etc.

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simplify-Strategie: Überlaufbecken. Ihre Zeit ist wie ein Becken, das überläuft, weil zu viel Wasser (Aufgaben) hineinströmt. Schaffen Sie sich Überlaufbecken, die dieses Wasser temporär aufnehmen. Wer kann Ihnen in Stresszeiten etwas abnehmen – im Haushalt, am Arbeitsplatz, bei der Betreuung der Kinder oder Ihrer Eltern, bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit, gegen Geld oder unentgeltlich. Nehmen Sie die gewünschte Hilfe zunächst ohne absolute Notwendigkeit in Anspruch (z. B. den Babysitter) – dann klappt es im Notfall besser.

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simplify-Strategie: Schotten dicht! Wenn Sie akut unter Zeitnot leiden, hilft nur eins: Prioritäten setzen und alles weitere abblocken. Belegen Sie Ihren Terminkalender komplett mit Ihrer Nr.-1-Aufgabe – je nach Situation für morgen, die nächste Woche oder den nächsten Monat. So kommen Sie nicht in Versuchung, die Lücken mit Unwichtigem zu füllen. Verschieben Sie Routineaufgaben – das hat nichts mit Aufschieberitis zu tun. Ein Zettel mit dem Wort „NEIN“ neben dem Telefon ermutigt Sie, Ihre Prioritäten gegen die anderer Menschen zu verteidigen. Malen Sie ein lächelndes Gesicht neben das „NEIN“, dann kommt Ihre Absage freundlicher rüber.

Vom rechten Umgang mit Hochspannung

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Stressgefühl: „Ich stehe immer unter Strom.“ Verantwortlich dafür ist oft das zu Unrecht viel gepriesene Multitasking: die Mutter, die gleichzeitig kocht, Vokabeln abfragt und beim Basteln hilft. Der Manager, der während des Telefonierens seine Mails checkt und nebenbei Briefe unterschreibt. Dahinter steht der Anspruch, die verfügbare Zeit optimal auszunutzen.

simplify-Strategie: Steckerleiste. Schalten Sie überall den Strom aus, wo Sie ihn aktuell nicht benötigen. Sprich: Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe. Damit nutzen Sie Ihre Zeit tatsächlich optimal aus. Denn, so Zeitexperte Lothar J. Seiwert, „Multitasking bedeutet immer, keine der gleichzeitigen Aufgaben wirklich gut zu machen“. Fehler, die Sie hinterher oft zeitaufwendig ausbügeln müssen, wären damit vorprogrammiert.

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simplify-Strategie: Akkuladung. Damit sich ein Akku immer wieder aufladen lässt und erneut Energie bereitstellt, darf es nicht zu einer so genannten Tiefentladung kommen. Vermeiden Sie Ihre persönliche Tiefentladung durch stressiges Multitasking. Sonst kann es passieren, dass Sie auch die dadurch „gesparte“ Zeit nicht mehr genießen können. Finden Sie mehr Genuss im Hier und Jetzt – etwa dadurch, dass Sie sich dem, was gerade dran ist, voll und ganz widmen. Eine Inspiration dazu bietet der Fischer in Heinrich Bölls (1917–1985) „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ (Text im Internet unter uni-flensburg. de/as ta/pol_kultur_anekdote.htm).

Vom rechten Umgang mit Windböen

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„Ich habe keine Kontrolle mehr über mein Boot.“ Verantwortlich dafür sind oft Unterbrechungen oder Umstände, die Ihnen die Souveränität über Ihre eigene Zeit nehmen: ein kleines Kind, dessen Bedürfnisse nicht warten können; ein Chef, der Sie ständig mit neuen Eilaufträgen zudeckt; das Telefon, das zur unrechten Zeit klingelt; eine Krankheit, die Sie zur Absage aller Termine zwingt.

simplify-Strategie: Segeln mit dem Wind. Manchmal sind Unterbrechungen tatsächlich unkontrollierbar wie Windböen. Stress stellen sie nur dann dar, wenn Sie sie als Störung empfinden. Verabschieden Sie sich von dem unrealistischen Wunsch nach voller Souveränität über Ihre Zeit.

Segeln Sie mit dem Wind: Sehen Sie Ablenkungen als Herausforderungen und Chancen. Beispiel: Ihre Schwester ruft Sie in Plauderlaune an. Auch wenn Sie eigentlich etwas anderes tun wollten – nutzen Sie dies, um den runden Geburtstag Ihrer Eltern zu besprechen. Sie werden sehen: Dieses Erfolgserlebnis wird Ihnen Rückenwind für Ihre nächsten Tätigkeiten geben.

Machen Sie Ihren Stresstest

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Stress kennt viele Symptome: Schmerzen aller Art, Schlafstörungen, schlechtes seelisches Befinden, Lustlosigkeit, Gereiztheit, Vergesslichkeit, Unkonzentriertheit. Auf der Website stressnostress.ch des gleichnamigen Schweizer Vereins können Sie mit einem Test herausfinden, ob Sie unter Stressanzeichen leiden und nach den Ursachen fahnden.

simplify-Tipp für Gestresste: Motivieren Sie Menschen aus Ihrer nächsten privaten oder beruflichen Umgebung (Partner/Partnerin, Kollegen/ Kolleginnen) zum Stress- Check. Vergleichen Sie die Ursachen. Sie geraten in Situationen unter Druck, die jemand anderes völlig gelassen meistert? Lassen Sie sich Tipps geben, wie der andere damit umgeht. Sie haben ähnliche Stressverursacher identifiziert? Dann gehen Sie gemeinsam dagegen an.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl

 

 


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