Zeitmanagement

Zeitplanung mit Zeitdieben


Wie sich pünktliche Menschen Stress mit Unpünktlichen ersparen

Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige, sagt der Volksmund. Er weiß aber auch: Wer pünktlich ist, ist oft allein. So schaffen Sie es, pünktlich und in Ihrer Zeitplanung zu bleiben, ohne an der Unpünktlichkeit anderer zu verzweifeln.

Dezenter Hinweis in Sachen Realismus

Viele Verspätungen sind absehbar. Vielleicht nicht für die notorischen Zuspätkommer, aber für Sie. Wenn sich Ihr Freund mit Ihnen um 17.30 Uhr in der Innenstadt treffen will, Sie aber wissen, dass er selten vor dieser Zeit das Büro verlässt, erkundigen Sie sich nach seiner Zeitplanung: „Machst du früher Schluss? Dann richte ich mir das auch ein und mache meine Erledigungen morgen.“ Mit dieser Bemerkung bringen Sie Ihren Freund dazu, die Zeit realistischer zu kalkulieren. Und Sie signalisieren, dass das Arrangement auf Leistung und Gegenleistung beruht: Er verlässt das Büro früher, Sie verzichten darauf, vorher noch das bestellte Buch abzuholen. Dann lohnt sich der Aufwand für beide. simplify-Tipp: Belassen Sie es bei einer Frage. Ob die Uhrzeit für Ihren Freund realistisch ist oder nicht, kann nur er selbst entscheiden.

Machen Sie Plan B

Lassen Sie Ihre Bekannte oder Ihren Bekannten wissen, dass Sie rund um Ihre Verabredung noch anderes vorhaben. Das gilt speziell für Termine mit mehreren Leuten. Z. B.: „Ich komme mit der U-Bahn statt mit dem Fahrrad – dann können wir pünktlich um 18.30 Uhr mit unserer Planung zum Pfarrfest beginnen, und ich kann um 20.00 Uhr noch zum Sport.“ Reden Sie vorher darüber, welche Folgen eine Verspätung für Sie hätte:„Wenn einige zu spät kommen und wir den Ablaufplan deshalb bis kurz vor 8 nicht schaffen, müsst ihr ihn ohne mich fertigstellen.“ Wichtig: Dass Zuspätkommer auf der Arbeit sitzen bleiben, soll keine Strafe sein, sondern ist eine logische Konsequenz aus der vertrödelten Zeit. Verzichten Sie also auf den moralischen Zeigefinger. Dasselbe gilt, wenn Sie nach langer Wartezeit unverrichteter Dinge vom Treffpunkt verschwinden. Sie tun das nicht vom Standpunkt eines Erziehers aus oder gar aus Bosheit, sondern wegen Ihrer eigenen zeitlichen Erfordernisse. simplify-Tipp: In Teams, in denen ein gutes Klima herrscht, erziehen sich die Mitglieder oft gegenseitig mit humorvollen Sanktionen zu mehr Pünktlichkeit und beserer Zeitplanung, z. B.: Wer über 10 Minuten zu spät kommt, muss die Getränke bezahlen, räumt hinterher den Raum auf, übernimmt das Protokoll …

Nehmen Sie’s nicht persönlich

Pünktliche Menschen ärgern sich oft darüber, dass der andere ihren Einsatz scheinbar für selbstverständlich hält. Denken Sie daran: Die Person, mit der Sie zu tun haben, hat in erster Linie ein Problem mit ihrer eigenen Zeiteinteilung. Salopp gesagt: Sie kriegt’s nicht auf die Reihe. Das macht die Lage zwar nicht besser, aber weniger verletzend.

Feedback statt Anklage

 Falls Sie sich dennoch gekränkt fühlen, sagen Sie das Ihrem Gegenüber. Verzichten Sie dabei auf Unterstellungen („Du hast doch von vornherein gewusst, dass du nicht pünktlich kommst“) und pauschale Vorwürfe („Das ist doch immer dasselbe“). Bleiben Sie bei sich: „Ich fühle mich wie bestellt und nicht abgeholt“ oder „Es gibt mir das Gefühl, als sei meine Zeit weniger wert als deine“. Der oder die andere soll merken, wie sein Verhalten bei Ihnen ankommt.

Nobody is perfect

Manche Menschen meinen, sie müssten alles 150%ig erledigen – und sind deshalb oft zu spät dran. Ihr Sportsfreund hätte Ihnen den Artikel für die Vereinszeitung schon vorgestern geben sollen, aber Sie haben ihn immer noch nicht? Sagen Sie ihm das nächste Mal schon bei der Artikelplanung, dass Sie lieber selbst noch einmal einen Blick darauf werfen, als einen perfekten Text zu erhalten, der für die Ausgabe zu spät kommt.

Keine Hektik!

Ganz besonders im Umgang mit unpünktlichen Menschen gilt: Treiben Sie sich vor dem Termin nicht zu absoluter Pünktlichkeit an, sondern nehmen Sie sich genügend Zeit für die kleinen Dinge, die Ihnen wichtig sind. Der abschließende Blick über Ihre Unterlagen, bevor Sie Ihren Schreibtisch verlassen, das freundliche Wort, mit dem Sie ein Telefonat beenden, die Tasche, in die Sie tatsächlich alles einpacken, was Sie für den Tag noch brauchen – all das hilft Ihnen, mit einem guten Gefühl zu Ihrem Termin zu gehen. Verzichten Sie nicht darauf, bloß um 2 Minuten zu sparen. Sonst sind Sie umso ärgerlicher, wenn Ihr Gegenüber tatsächlich zu spät kommt. simplify-Tipp: Nehmen Sie immer eine kleine Beschäftigung für eventuelle Wartezeiten mit, z. B. eine Zeitschrift, die Sie ohnehin noch durchblättern wollten.

Autor: Tiki Küstenmacher


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