Mentaltraining
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08. Juni
Mentales Training: Wie Sie eine Stütze werden können
Ihre Freundin oder Ihr Freund hat vom Arzt die Diagnose erhalten: Krebs im unheilbaren Stadium. Oder die Mutter ist gestorben. Oder ihr Mann verlässt sie. Oder er/sie hat die Kündigung erhalten.
Was tun, wenn der Lebenssinn bei Freunden schwindet? Wenn nur noch ein schwaches Selbstbewusstsein da ist? Wenn die positive Motivation fehlt? Wenn Ihr bester Freund eine Krise durchlebt, ist Ihre Unterstützung so willkommen wie nie. Aber es lauern auch Gefahren, wenn einer nur gibt und der andere nur nimmt. Die Psychologin und Buchautorin Doris Wolf verrät simplify.de, wie Sie dabei am besten vorgehen.
Reaktionen bedenken
Wichtigste Grundregel: Ihr Freund/Ihre Freundin gibt den Weg vor, Sie begleiten ihn/sie nur. Sie können nur helfen, ein schwaches Selbstbewusstsein wieder aufzurichten - mehr nicht. Stellen Sie sich darauf ein, wie der andere mit dem Schicksalsschlag umgeht - auch wenn Sie selbst Ärger, Trauer oder Angst ganz anders verarbeiten. Schätzen Sie den anderen ein: Wie ist Ihr Freund bisher mit schlimmen Nachrichten umgegangen? Neigt er dazu, sich in Aktivitäten zu flüchten? Dann machen Sie ihm Angebote für gemeinsame Unternehmungen. Ist er eher der Typ, der sich zurückzieht? Dann besuchen Sie ihn, bieten Sie einen Spaziergang an oder laden Sie ihn zu sich ein. Wichtig ist: Behalten Sie immer Ihre Gelassenheit, flüchten Sie nicht in hektischen Aktionismus.
Zuhören als Motivation
In seiner ersten Betroffenheit will Ihr Freund keine Tipps hören, sondern erfahren, dass er seine Gefühle äußern darf. Versuchen Sie zu begreifen, wie er sich gerade fühlt, was seine Motivation ist, und geben Sie ihm dies wieder: "Du fühlst dich traurig, weil du ...". Falls Sie über eigene Erfahrungen in einer ähnlichen Situation berichten, reden Sie zunächst nur darüber, wie Sie sich damals gefühlt haben. Das alleine reicht schon, um neue mentale Stärke schöpfen zu können. Später können Sie immer noch hinzufügen, wie Sie die Situation gemeistert haben.
Hilfe anbieten
Geben Sie ihm durch Ihr positives Denken das Gefühl, dass er mit Ihrer Unterstützung rechnen kann. Rufen Sie regelmäßig an und bieten Sie ihm kleine Hilfeleistungen wie Einkaufen, Reparaturarbeiten oder Behördengänge an. Fragen Sie auch: Was genau kann ich tun, um dir zu helfen? Versprechen Sie aber nicht mehr, als Sie leisten können. Sie wollen Ihren Freund ja nicht enttäuschen, sondern Motivation und Inspiration sein. Das gilt auch für die Zeit, die Sie mit ihm verbringen können. Wenn Sie für ihn nur eine halbe Stunde Zeit haben, sagen Sie das gleich am Anfang. Beginnen Sie in diesem Fall aber von sich aus kein tief gehendes Gespräch. Hüten Sie sich beim Abschied vor Angeboten wie "Wenn du Hilfe brauchst, ruf mich an". Häufig traut sich der Betroffene nicht, oder ihm fehlt die Kraft.
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Reden als mentales Training
Jeder Mensch reagiert anders, stellt sich Hilfe anders vor und benötigt zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedliche Unterstützung. Mal braucht er vielleicht nur eine Umarmung, zu einem anderen Zeitpunkt einen schweigenden Zuhörer oder auch einen Begleiter, der ihn an die Hand nimmt und aktiviert. Legen Sie deshalb keine allzu strengen Maßstäbe an Ihr Verhalten an. Sie können nur anbieten, was Sie als hilfreich ansehen. Der andere entscheidet, ob er es annehmen will.
Positiv denken und handeln
Auch wenn Ihr Freund zunächst mit "Ja, aber" reagiert: Machen Sie immer wieder Vorschläge, wie die Situation besser werden kann, wie Lebenssinn und Lebensfreude zurückkehren können. Machen Sie sich und Ihrem Freund immer wieder klar, dass in dieser Krise und dem Fortschritt aus ihr heraus auch eine Chance steckt - neue Wege zu gehen, Prioritäten neu zu setzen - und Ihre Freundschaft neu zu entdecken.
Weitere Hinweise bei www.doriswolf.de




