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Lebenskunst: Das kleine Glück großer Leute


 

Lernen Sie, die Details zu genießen

In den dicken Werken der bedeutenden Geistesgrößen findet sich so manche kleine Bemerkung, aus der deutlich wird, an welchen Kleinigkeiten sie sich erfreuen konnten. Wenn Ihnen der eine oder andere Gedanke gefällt, probieren Sie ihn doch selbst.

Natur

Der Theologe Johannes Chrysostomus meinte, dass Gott den Menschen aus dem Paradies ein paar Dinge hinterlassen hätte: die Sterne des Himmels, die Blumen auf dem Felde und die Augen der Kinder.

Thomas von Aquin, der fleißigste Denker der katholischen Theologie, ergänzte: „Zwei Dinge hat Chrysostomus vergessen: Den Wein. Und den Käse."

Gioacchino Rossini liebte große Menüs, die komponiert waren wie Opern: „Der Magen ist der Dirigent, der das große Orchester unserer Leidenschaften leitet und aktiviert. Der leere Magen ist wie ein Fagott, das das Missvergnügen brummend intoniert. Der volle Magen hingegen ist die Triangel des Vergnügens und die Kesselpauke der Freude."

Kurt Tucholsky nannte es seine „kleine Freude Nr. 72": „Wenn noch eine Kleinigkeit Buttersauce übrig geblieben ist und anderthalb Kartoffeln, und alle haben schon aufgegessen ... aber man kann sich da noch einen kleinen Privatbrei auf dem Teller zurechtmachen. Erfreut sehr und schmeckt auch gut."

Auch der Dichter Robert Walser kann sein kleines Glück sehr genau beschreiben: „Frühmorgens erquickt sich meine Daseinslust an feinstem holländischen Kakao."

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Der Philosoph Ernst Bloch („Atheismus im Christentum") war ein Liebhaber von Festen und Überraschungen, die den Rhythmus der Wiederholung durchbrechen: „Dieselben Dinge täglich bringen uns um."

Für die Schriftstellerin Kathleen Norris ist dies ihr kleines Lieblingsglück: „Schon das Wissen, dass ein gutes Buch einen erwartet am Ende eines langen Tages, macht den Tag glücklicher."

 

Kirchenvater Augustinus empfand das höchste Glück des Daseins, wenn er allein oder mit anderen über eine Tanzfläche wirbeln konnte. Er riet: „Lerne tanzen. Sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen."

 

 

Die 1936 verstorbene Dichterin Sylvia Plath wollte niemals ohne das Glück einer mit warmem Wasser gefüllten Badewanne auskommen: „Es gibt wahrscheinlich ein paar Dinge, die ein heißes Bad nicht heilt. Aber mir fallen gerade nicht viele ein."

Die Stille aufzuspüren, das bedeutete das höchste Glück für den Dichter und Denker Friedrich Nietzsche: „Das Wenigste gerade, das Leiseste, Leichteste. Einer Eidechse Rascheln, ein Hauch, ein Husch, ein Augenblick. Wenig macht die Art des letzten Glücks. Still!"

 

Die Freudenliste

Stellen Sie sich Ihre Liste der kleinen Vergnügungen zusammen. Der Dramatiker Bert Brecht hat uns seine hinterlassen: „Duschen, Schwimmen, alte Musik, bequeme Schuhe, Begreifen, neue Musik, Schreiben, Pflanzen, Reisen, Singen, freundlich sein."