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Ihr Kind studiert: Was jetzt finanziell wichtig ist


Ihr Kind macht sich auf den Weg an die Uni? Dann sollten Sie zuvor finanziell einiges gemeinsam mit dem Nachwuchs klären:

1. Versicherungen

Auch wenn sie sonst viel auf dem Kasten haben: Geht es ums Thema „Versicherungen“, sind die meisten jungen Leute ziemlich unbedarft.

Haftpflicht

Prüfen Sie, ob Ihr Nachwuchs weiterhin über Ihre Familienhaftpflicht mitversichert ist – meist ist das bei studierenden Kindern bis zum 25. Lebensjahr möglich. Wenn nicht, ist eine eigene Haftpflichtversicherung ein Muss – und mit einer Prämie von kaum mehr als 50 € im Jahr auch gut erschwinglich.

Krankenversicherung

Sind die Eltern beide gesetzlich versichert, ist eine Fortführung der Krankenversicherung über die gesetzliche Familienversicherung möglich. Alternativ können sich Ihre Kinder selbst versichern – entweder über die studentische Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Kasse oder über eine private Krankenversicherung. Achtung: Wer sich einmal privat versichert hat, hat später nicht in jedem Fall die Möglichkeit, wieder in die gesetzliche zu wechseln. Bei der Einschreibung an der Uni muss der Krankenschutz übrigens nachgewiesen werden. Klären Sie das Thema „Familienversicherung“ daher spätestens 2 Monate vorher.

Berufsunfähigkeit

Was viele sich nicht klarmachen: Wird jemand (etwa durch einen Unfall) während des Studiums berufsunfähig, hat er vom Staat meist keine Leistungen zu erwarten. Schließen Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung so ab, dass sie die angestrebte Lebensstellung nach dem Studium absichert – als Medizinstudent etwa die Stellung als Arzt. Denn nur dann behält Ihr Kind seinen Anspruch auf Rente, wenn es – etwa wegen einer unfallbedingten Behinderung – auf einen weniger lukrativen Job umsattelt.

Hausrat

Auch „arme Studenten“ besitzen den einen oder anderen teuren Gegenstand: Laptop, TV, 1.000-€-Fahrrad. Bei einer Versicherungssumme von unter 25.000 € kostet der Schutz dieser Besitztümer kaum mehr als ein Kneipenbesuch. Achten Sie unbedingt darauf, dass und bis zu welcher Summe das Fahrrad eingeschlossen ist.

2. Einkommen

Sie können oder wollen Ihren Junior nicht voll finanzieren? Machen Sie ihm klar: Schlauer als Schuldenmachen ist ein Studentenjob, der mit dem späteren Beruf zu tun hat. Denn der bringt nicht nur Geld, sondern erdet auch das Studium.

Jobben

Bis zu 800 € kann Ihr Kind in der Regel monatlich verdienen, ohne steuerpflichtig zu werden – möglich ist das durch das steuerfreie Existenzminimum. Hat Ihr Kind einen Minijob, zahlt es auch keine Sozialabgaben. Verdient es mehr als 450 € im Monat, kommt es auf die Arbeitszeit an: Unter 20 Stunden in der Woche werden lediglich Rentenversicherungsbeiträge fällig, die mit dem Arbeitgeber geteilt werden. Sind es mehr Stunden, werden zusätzlich Beiträge für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. Davon in der Regel ausgenommen sind auf ein paar Wochen befristete Jobs in den Semesterferien. Relevant ist das Einkommen auch für die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen – die ist nur möglich, wenn das Einkommen Ihres Kindes weniger als 415 € (Minijobs: 450 €) im Monat beträgt.

BAföG

Erhält Ihr Nachwuchs BAföG, darf er nicht zu viele Einnahmen haben: Maximal 406 € im Monat lassen sich zusätzlich verdienen, ohne dass der BAföG-Anspruch auf die staatliche Unterstützung eingeschränkt wird oder ganz verloren geht.

Studienkredite und Bildungsfonds

Günstige Studienkredite geben die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), aber auch manche private Banken, z. B. die DKB. Nachteil: Der Rückzahlungsbeginn ist fix. Eine Alternative sind Bildungsfonds (Career Concept, Deutsche Bildung): Hier ist die Rückzahlung in der Regel einkommensabhängig gestaltet.

3. Vergünstigungen

Der Studentenausweis öffnet die Tür zu jeder Menge Vergünstigungen – von Studententickets für den öffentlichen Nahverkehr über Rabatte im Kino bis hin zu Girokonten und Kreditkarten zum Nulltarif. BAföG-Empfänger können sich übrigens vom GEZ-Rundfunkbeitrag befreien lassen. Auch Software und manche anderen Produkte gibt’s zu einem deutlich günstigeren Studententarif. Vielleicht entdeckt Ihr Student sogar vor Ort einen Bäcker, der zu bestimmten Tageszeiten „Studentenbrot“ anbietet.