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Mutter und Tochter: So durchschauen Sie Ihre Beziehung


Ob beste Freundinnen oder ewig im Clinch: Gleichgültig sind Mutter und Tochter einander selten. Selbst wenn die Mutter gestorben ist – Tochter bleiben viele ein Leben lang. Amerikanische Forscherinnen haben 5 Beziehungstypen identifiziert und uns zu simplify-Tipps inspiriert, wie diese sich jeweils noch verbessern lassen. Übrigens: Wenn Sie sowohl Tochter sind als auch selbst eine Tochter haben, können Sie diesen Artikel aus beiden Perspektiven lesen.

1. Beste Freundinnen

Es vergeht fast kein Tag, an dem Sie nichts voneinander hören. Wenn Sie miteinander reden, erzählen Sie sich auch sehr persönliche Dinge. Eine Beziehung auf Augenhöhe – der Traum vieler Mütter!

simplify-Tipp: Halten Sie sich beide vor Augen, dass Sie zwei verschiedenen Generationen angehören. Dann überfordern Sie als Tochter Ihre Mutter nicht mit falschen Erwartungen (dass sie z. B. mit ihrem Smartphone genauso zurechtkommt wie Ihre gleichaltrigen Freundinnen). Als Mutter wissen Sie dann besser, wann Sie sich zurückhalten sollten (z. B. mit intimen Details aus Ihrer Ehe) und wann Sie mit einem Rat aus Ihrer eigenen Lebenserfahrung heraus statt mit bloßer freundschaftlicher Ermutigung dienen können (z. B. wenn Ihre Tochter selbst ein Kind bekommt).

2. Schwesterlich

Trotz nicht unbedingt häufiger Kontakte haben Sie eine enge Beziehung. Sie wissen, dass Sie sich aufeinander verlassen können. Allerdings herrscht zwischen Ihnen (wie bei Geschwistern üblich) eine gewisse Rivalität.

simplify-Tipp: Finden Sie beide heraus, in welchen Bereichen Sie sich (vielleicht auch nur insgeheim) vergleichen. Oft sind die wunden Punkte unterschiedlich: Die Tochter glaubt, nicht an die Lebensleistungen der Mutter heranzureichen (4 Kinder und Job); an der Mutter nagt, dass sie nicht mehr jung aussieht (in der U-Bahn wurde ihr bereits ein Sitzplatz angeboten!). Gehen Sie mit diesen Schwachstellen sensibel um: Bewundern Sie das ehrenamtliche Engagement Ihrer Tochter; sagen Sie Ihrer Mutter, wie gut sie immer aussieht.

3. Aufeinanderprallende Persönlichkeiten

Viel gemeinsam haben Sie nicht. Und so prallen Sie permanent aufeinander – Ordnungsliebe kontra kreatives Chaos, modisches Outfit kontra Schlabberlook, Unbekümmertheit kontra Sorgenmacherin. Ihr Rollenmuster: Mutter hat viel an der Tochter auszusetzen, die reagiert abweisend, Mutter fühlt sich missachtet und motzt deshalb noch lauter weiter.

simplify-Tipp: Steigen Sie beide aus diesem Teufelskreis aus. Zeigen Sie als Tochter Ihrer Mutter, dass Sie ihr zuhören – indem Sie mit eigenen Worten wiedergeben, was diese sagt („Du meinst also, ich würde am besten ...“). Üben Sie als Mutter die Kunst des Sich-auf-die-Zunge-Beißens. Je weniger Sie sagen, desto eher werden Sie auf ein offenes Ohr stoßen! Unterschätzen Sie Ihren Einfluss nicht: Auch wenn Ihre Tochter so tut, als sei ihr Ihre Meinung egal, kann Ihre Kritik sie tief treffen.

4. Verstrickt

Einer Meinung zu sein ist Ihnen beiden extrem wichtig. Vor allem die Tochter (gleich welchen Alters) trifft keine Entscheidung, wenn sie sich vorher nicht der Zustimmung der Mutter versichert hat.

simplify-Tipp: Lösen Sie beide den Knoten behutsam. Sagen Sie als Tochter Ihrer Mutter, dass Sie ihre Meinung sehr schätzen – aber treffen Sie die Entscheidung über die Erhöhung der Stundenzahl in der Arbeit, die Umgestaltung Ihres Gartens oder die neue Haarfarbe bewusst alleine oder mit Ihrem Partner. Bearbeiten Sie Ihre Mutter nicht so lange, bis sie Ihnen halbherzig den Segen für Ihre Wünsche und Pläne gibt. Vertrauen Sie auf die Kraft der Liebe! Entlassen Sie als Mutter Ihre Tochter in die Selbstständigkeit. Dafür gut: Sehen Sie das Leben, das Ihre Tochter führt, nicht als Kritik an Ihren eigenen Lebensentscheidungen. Bringen Sie frischen Wind in Ihr eigenes Leben – dann sind Sie weniger versucht, das Leben Ihrer Tochter mitzuleben.

5. Umgekehrte Rollen

Im Alter scheinen sich die Rollen oft umzukehren. Die Mutter, die die Tochter großgezogen und auch als Erwachsene noch unterstützt hat (z. B. als Babysitterin bei den Enkeln), wird selbst hilfsbedürftig. 

simplify-Tipp: Bringen Sie als Tochter Ihrer Mutter Wertschätzung entgegen – unabhängig von ihrer intellektuellen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Behandelt Sie sie nicht wie ein unmündiges Kind, dem Sie sagen müssen, wo’s langgeht. Lassen Sie sich aber andererseits auch nicht wie ein Kind von Ihrer Mutter herumkommandieren – etwa indem Sie immer in Rufbereitschaft sind für ihre Aufträge. Überlegen Sie sich als Mutter rechtzeitig, wie Sie selbst sich gegenüber Ihrer Tochter (Ihren Kindern) verhalten möchten, wenn Sie alt geworden sind. Schreiben Sie es auf, und geben Sie den Brief Ihrer Tochter zum Lesen – und zum Aufbewahren. 

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