simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Häufige Geldfallen und wie Sie Ihnen entgehen


Ganz gleich, ob Sie viel oder wenig davon haben, ob Sie gerne shoppen oder am liebsten sparen: Geld beeinflusst Ihre Meinungen, Ihre Gefühle und Ihr Verhalten. So nutzen Sie psychologische Geldeffekte gezielt aus:

Der Ankereffekt

Weshalb setzen Restaurants gern eine Handvoll wesentlich teurerer Gerichte auf die Speisekarte? Weil die übrigen Gerichte im Vergleich dazu günstig erscheinen. Weshalb ist der Sonderangebots-Monitor so attraktiv? Weil Sie den reduzierten Preis automatisch im Verhältnis zum angeblich ursprünglichen Preis betrachten. Die höheren Preise dienen jeweils als „Anker“, also als Bezugsgröße, an denen Sie die niedrigeren unwillkürlich messen.

simplify-Konsequenz: Setzen Sie Ihren eigenen Anker, indem Sie die Preise mit denen anderer Anbieter vergleichen. Beim Gerätekauf helfen Ihnen dabei Preissuchmaschinen weiter. Allerdings sollten Sie 2 oder 3 davon nutzen. Denn der beste Preis, so die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV), wird bei Weitem nicht immer gefunden. Am zuverlässigsten arbeiten laut DtGV billiger.de, idealo.de und auspreiser.de. Noch effektiver: Setzen Sie die Kosten eines Produkts oder einer Dienstleistung in Bezug zu völlig anderen Ausgaben. Lohnt sich das neueste Handymodell, wenn Sie fürs selbe Geld auch eine Städtereise machen könnten?

Der Prozent-Effekt

10 € sind nicht gleich 10 €. Beim Kauf einer Hose für 40 € würden Sie vermutlich in den ersten Laden zurückkehren, um 10 € zu sparen. Beim Kauf eines hochwertigen Fahrrads dagegen sind Ihnen 10 € mehr oder weniger egal. Grund: Sie messen die 10 € an der Gesamtsumme, denken also in Prozenten. Aber: Am Ende des Tages sind in beiden Fällen 10 € mehr oder weniger in Ihrer Kasse!

simplify-Konsequenz: Achten Sie bei größeren Käufen besonders auf Zusatzkosten. Wenn Sie ein Haus erwerben, erscheinen die Kosten für das Baugutachten oder die Umzugsfirma nebensächlich. Tatsächlich nehmen Sie dabei aber wesentlich mehr Geld in die Hand als beim Hosen- oder Fahrradkauf. Auch wenn der Preis dabei nicht das einzige Kriterium ist: Es lohnt sich, mehr als ein Angebot einzuholen.

Mentale Konten

Wer ein Haushaltsbuch nutzt, ordnet seine Ausgaben unterschiedlichen Rubriken zu (Lebensmittel, Kleidung, Urlaub ...). Aber auch wenn Sie keines führen, betreiben Sie automatisch eine mentale Kontoführung. Das erklärt, weshalb Sie sich beim Einkaufen in der Stadt trotz großem Durst keine Flasche Wasser am Kiosk leisten (2 € aus der Alltagskasse für etwas, das im Getränkeladen normalerweise 30 Cent kostet), während Sie in den Ferien am Flughafen das teure Wasser leichten Herzens bezahlen – aus der Urlaubskasse.

simplify-Konsequenz: Bringen Sie Ihrer inneren Kontoführung ein gesundes Misstrauen entgegen. Anders als bei einem schriftlichen Haushaltsbuch können Sie etwa nach Belieben neue Rubriken einführen. Dann können Sie etwa den stark überteuerten Urlaubsflug damit rechtfertigen, dass Sie ihn verbuchen unter Dinge, die man nur einmal im Leben macht. In den mentalen Haushaltsbüchern sparsamer Menschen häufig zu finden: die mit Argusaugen überwachte Rubrik „Luxus“. Wenn Sie mit sich selbst großzügiger sein möchten, buchen Sie um: Die spätabendliche Taxifahrt unter Mobilität (wie Ihre Monatsfahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel), das teure Konzert-Abo unter Bildung (wie die Nachhilfestunden für Ihre Tochter), der hübsche Blumenstrauß unter Haushalt (wie die Putzmittel).

Placebopreise

Viele Menschen sind felsenfest überzeugt von der Gleichung teurer = besser. Das zeigen unzählige Studien mit Konsumenten – etwa Weinproben mit umetikettierten Flaschen. Eine besonders frappierende Untersuchung: Studentischen Probanden hielten ein und denselben Energy-Drink für wirksamer, wenn sie ihn zum regulären Preis erworben hatten und nicht als Sonderangebot. Konkret zeigte sich das im anschließenden Konzentrationstest: Wer mehr für das Getränk bezahlt hatte, schnitt besser ab.

simplify-Konsequenz: Wenn Sie etwas kaufen, schließen Sie nicht vom Preis des Produkts auf seine Qualität. Statt sicherheitshalber zu einem teureren Produkt zu greifen, konzentrieren Sie sich auf die Eigenschaften, auf die es Ihnen ankommt. Beispiel: Wenn Sie zu seltenen Gelegenheiten einen schwarzen Anzug brauchen, muss der Stoff nicht so strapazierfähig sein wie bei einem Büroanzug. Wenn Sie dagegen etwas Teures konsumieren, können Sie den finanziellen Placebo-Effekt nutzen, indem Sie sich den Preis vor Augen halten. Verzehren Sie die handgemachten Pralinen langsam und genussvoll. Erfreuen Sie sich an den teuren Konzertplätzen mit der „viel besseren Akustik“. Erzielen Sie mit Ihren neuen Marken-Laufschuhen Ihre persönliche Bestleistung. Sie wollen Ihren Freunden eine besondere Freude machen? Dann lassen Sie bei der teuren Flasche Wein, die Sie verschenken, „versehentlich“ das Preisetikett dran!

footerData.7421003 = TEXT footerData.7421003.value(