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Aktuelle simplify-Tipps zum Umgang mit dem Coronavirus


Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, letzte Aktualisierung am 20.04.2020

Von Hamstereinkäufen und leeren Supermarktregalen über unseriöse Selbstheilungs- und Diagnoseverfahren bis hin zur Gefangenschaft im eigenen Haus: In Zeiten der Corona-Pandemie sind wir nicht nur vielen Fehlinformationen ausgesetzt, sondern werden auch täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Damit Sie endlich wieder durchatmen können, haben wir Ihnen hier die aktuellsten simplify-Tipps zum richtigen Umgang mit dem Coronavirus aufgelistet.

Einkaufen im Schnellverfahren

In vielen Supermärkten kommen Sie Ihren Mitmenschen unangenehm nahe. Auch wenn die meisten Menschen sich rücksichtsvoll verhalten: Bereits beim Um-die-Ecke-Biegen von einem Gang in den nächsten kann es passieren, dass jemand unvermittelt direkt vor Ihnen steht.

Unser simplify-Rat: Minimieren Sie im Interesse aller die Zeit, die Sie im Supermarkt verbringen. Vermeiden Sie, dass Sie Gänge mehrfach ablaufen, indem Sie die Positionen auf Ihrer Einkaufsliste daheim nach der optimalen Kaufreihenfolge ordnen. Besonders wichtig ist das, wenn Sie nicht nur für sich selbst, sondern für andere Menschen mit einkaufen. Machen Sie aus mehreren Einkaufslisten unbedingt eine einzige, bezahlen Sie an der Kasse nur einmal und erstellen Sie zu Hause anhand des Kassenzettels eine Abrechnung.

Lästig für andere Käuferinnen und Käufer: Paare und Familien, die gemeinsam durch den Laden "bummeln". Gehen Sie daher am besten alleine zum Einkaufen und machen den gemeinsamen Ausflug lieber in die freie Natur!

Übrigens: Manche Supermärkte bieten nicht nur einen Liefer-, sondern auch einen Abholservice. Dabei bestellen Sie die Waren im Internet vor und brauchen sie dann nur noch fertig gepackt im Laden abzuholen. 

Die "Keine Vorwürfe"-Vereinbarung

Wie für grippale Infekte, Erkältungen & Co. gilt auch für Corona: Bei Paaren und Familien gibt es in der Regel einen, der die Krankheit "anschleppt" und sie - womöglich unwissentlich, aber zumindest unabsichtlich - weitergibt. Arbeitet eine(r) von Ihnen im Gesundheitswesen, ist es sogar recht wahrscheinlich, dass er oder sie sich im Lauf der nächsten Monate infiziert.

Unser simplify-Rat: Vereinbaren Sie jetzt sofort mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Familie: "Falls wir erkranken, machen wir dem, der es als Erster hatte, keine Vorwürfe. Wir konzentrieren uns stattdessen darauf, gemeinsam wieder gesund zu werden."

Halten Sie sich im Krankheitsfall auch dann an diese Regel, wenn Sie den Eindruck haben, dass sich der oder die leichtsinnig verhalten hat! Denn Beschuldigungen helfen jetzt nichts mehr. Eine angespannte Stimmung dagegen kann die Heilung verzögern, weil mentaler Stress nachweislich das Immunsystem schwächt.

Isolation daheim durchziehen

Covid-19 ist zwar hochinfektiös. Aber wir kennen allein schon in unserem Umfeld mehrere Paare und Familien, bei denen sich nicht beide bzw. alle angesteckt haben.

Unser simplify-Rat: Verhalten Sie sich innerhalb der Familie nicht nach dem Motto "Wir haben es eh schon alle!" oder gar "Am besten alle gleich in einem Abwasch". Denn Sie können niemals wissen, welche Folgen die Infektion für Ihre einzelnen Familienmitglieder hat. Bei dem einen fühlt es sich an wie eine Erkältung, bei dem anderen führt es zu lebensbedrohlichen Lungenschäden - auch bei jungen Menschen! Das Robert-Koch-Institut warnt, dass Covid-19 auch Langzeitfolgen haben kann. Außerdem ist durchaus praktisch, wenn wenigstens einer fit bleibt.

Der einzige Nachteil für den Nicht-Infizierten: Er hat von allen die längste Quarantäne-Dauer, weil er sich trotz Separierung immer noch bei den Erkrankten anstecken kann.

Halten Sie - auch schon bei Verdacht auf eine Infektion - voneinander Abstand. Lüften Sie, so viel Sie können. Fahren Sie nach Möglichkeit nicht gemeinsam mit dem Auto zu einer Drive-in-Teststation (oft haben Familien allerdings nur 1 Termin dort). Reichen Sie nicht den Telefonhörer oder das Smartphone weiter. Organisieren Sie, wie Sie Ihre Wohnung aufteilen. Sprechen Sie die Abläufe durch, wenn Sie Bad und Küche gemeinsam nutzen müssen.

Was nach einem Test kommt

Die Erfahrung aller Getesteten in unserem Umfeld: Die Gesundheitsämter sind total überlastet.

Unser simplify-Rat: Wenn Sie positiv getestet wurden, kann es durchaus mehrere Tage dauern, bis Sie einen ersten Anruf vom Amt bekommen. Warten Sie also nicht geduldig ab, bis Sie Informationen erhalten, sondern recherchieren Sie auf einer vertrauenswürdigen Website wie rki.de, was Sie jetzt beachten sollten. Geben Sie Ruhe, auch wenn Sie sich ganz in Ordnung fühlen!

In einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung hieß es: "Bewegung ist gut, sollte aber nicht übertrieben werden. Wer jetzt beispielsweise intensiv die Fitnessgeräte im Keller bearbeitet, obwohl eine Infektion bestätigt worden ist, beschleunigt die Genesung keineswegs."

Das Behördenchaos überstehen

Nicht nur Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind in der Corona-Krise überfordert, sondern auch die Behörden. Es gehört zur deutschen Populärkultur, sich über Beamte und ihr Verhalten in Amtsstuben aufzuregen.

Unser simplify-Rat: Tun Sie's nicht! Bleiben Sie kooperativ, freundlich und verständnisvoll, auch Sie etwas von dem Stress Ihres Gesprächspartners abbekommen. Rechnen Sie damit, dass Sie von verschiedenen Stellen und Abteilungen Anrufe bekommen, bei denen der eine nicht weiß, was Ihnen der andere gesagt hat. Gut möglich, dass Sie widersprüchliche Aussagen erhalten - etwa bei der Frage, ob Familienmitglieder ohne Symptome ebenfalls getestet werden oder wie lange die Quarantäne dauern soll. Notieren Sie sich sicherheitshalber die Informationen, die Sie erhalten, mit Datum und dem Namen des Mitarbeiters. Schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein - und bleiben Sie lieber länger daheim, als andere zu gefährden.

Übrigens: Einen "Wieder gesund"-Test bekommen fast nur Erkrankte, die im Gesundheitswesen arbeiten.

Mutig sein

Die Mehrzahl der Menschen hält sich wohl an die strengen offiziellen Regeln. Aber es gibt natürlich Menschen, die fröhlich Besuch empfangen und miteinander auf ihrem 3-Quadratmeter-Balkon Kaffee trinken.

Unser simplify-Rat: Wenn Sie das in der Nachbarschaft mitbekommen, seien Sie mutig, und sprechen Sie Ihre Nachbarn an. Tun Sie's für die Menschen, denen dann womöglich ein Krankenhausbett fehlt, weil sich aus Leichtsinn zu viele gleichzeitig angesteckt haben. Corona ist niemandem auf die Stirn geschrieben. Ihre guten Freunde können genauso infiziert sein wie der Kollege, zu dem Sie gern auf Abstand gehen, weil Sie ihn nicht ausstehen können.

Auf die eigene Gesundheit achten

Sind Sie einmal in Quarantäne (und sei es auch nur, weil wegen eines üblen Hustens Corona-Verdacht besteht), sitzen Sie mindestens 14 Tage fest. Das heißt: Sie können auch nicht zu Ärzten gehen.

Unser simplify-Rat: Haben Sie genug Medikamente für Ihre Standardbeschwerden daheim. Achten Sie besonders auf gute Mundhygiene. Nichts wäre schlimmer, als wenn Sie in dieser Zeit einen schmerzenden Zahn haben, der behandelt werden müsste.

Auf sich selbst hören

Sie sind positiv getestet und in Quarantäne? Viele Menschen sind gern bereit, für Sie einzukaufen oder Sie auf andere Weise zu unterstützen. Nehmen Sie die Hilfsangebote ohne Scheu in Anspruch, oder bitten Sie von sich aus. Ihre Zeit, anderen zu helfen, wird auch wiederkommen. Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass nicht jeder, der Ihnen hilft, auch für Ihre Situation sensibel ist.

Unser simplify-Rat: Seien Sie nachsichtig, wenn Ihnen fröhlich vom Abendessen mit der Freundin des Sohnes berichtet wird, bei der man sich ja nieeee anstecken könnte, während Ihnen Ihr ständig steigendes Fieber Sorgen macht. Wenn Sie merken, dass Ihnen ein Kontakt nicht guttut, dürfen Sie ihn begrenzen! Notfalls mit einem Vorwand wie: "Ich bin im Moment zu müde, um zu telefonieren".

Gehen Sie davon aus, dass Sie nach einer Corona-Infektion anders über Ihr Leben denken werden. Schmieden Sie ruhig schon Pläne. Was wollten Sie schon immer einmal tun? Sie werden 2021 vermutlich kein Sabbatical nehmen, um eine Weltreise zu machen. Aber vielleicht Ihre Wohnung umgestalten, sich ein Tattoo stechen lassen, ein Instrument spielen lernen oder Ihre Freunde am anderen Ende der Republik besuchen?

Achtung, Update zu den Atemmasken

Vor ein paar Tagen hatten wir zu einfachen Stoffmasken geraten, weil sie wenigstens dazu gut wären, dass die anderen Menschen einen großen Bogen um Sie machen. Dieser Effekt hat sich inzwischen schon wieder abgenutzt und droht, sich ins Gegenteil umzukehren. Wer eine Maske trägt, glaubt, geschützt zu sein - und rückt den lieben Mitmenschen auf die Pelle.

simplify-Rat: Halten Sie Abstand - lieber 3 Meter als die vielzitierten 1,5 Meter. Benutzen Sie die Maske so, wie Asiaten das tun: als Zeichen der Höflichkeit.

Der Atemschutz sagt: "Für den Fall, dass ich infiziert bin, ohne es zu wissen, möchte ich Sie vor den Tröpfchen aus meinem Mund bewahren."

Planen Sie Ihre tägliche Dosis Freude

Viele alltägliche Annehmlichkeiten sind gerade gestrichen: im Gartencenter Pflanzen aussuchen für die Balkonkästen, die Nachbarin auf eine Tasse Kaffee einladen, im Shoppingcenter die neue Mode bewundern, am Fernseher Fußball gucken oder mit anderen gemeinsam Sport treiben.

Auf der anderen Seite wird die Stimmung durch viele Sorgen getrübt. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihren Lebensmut und Ihre Lebenskraft erhalten.

Unser simplify-Rat: Planen Sie am Vorabend für jeden Tag etwas ein, auf das Sie sich freuen können. Vorfreude setzt in Ihrem Gehirn Dopamin frei - ein Botenstoff, der Ihre Stimmung aufhellt!

Beispiele:

  • Morgen verlängere ich die Mittagsessenpause um einen Spaziergang.
  • Wir nehmen uns morgen Abend Zeit zum Pizzabacken.
  • Wenn ich die Küche gemacht habe, schaue ich mir im Internet Modelleisenbahn-Filme an.
  • Ich vereinbare mit Heike und Regina jetzt schon eine Uhrzeit, zu der wir drei Zeit haben, uns in Ruhe zu unterhalten.

Denken Sie jetzt schon an Hinterher

Schon seit einigen Wochen leert sich Ihr privater Kalender immer stärker. Inzwischen findet nichts mehr statt - weder der Tanzkreis noch die Elternbeiratssitzung, weder der Vorleseabend in Ihrer Buchhandlung noch das Abteilungs-Joggen mit anschließendem Stammtisch. Den Augenarzttermin für die Grüne-Star-Vorsorge, den Optikertermin, bei dem Sie sich eine neue Brille aussuchen wollten, den Besuch Ihres Versicherungsvertreters und den Elektriker, der bei Ihnen zusätzliche Steckdosen setzen sollte, haben Sie vermutlich bereits vorsichtshalber abgesagt. Auch aus dem Friseurtermin und dem gemütlichen Abendessen mit Freunden wird natürlich nichts.

simplify-Rat: Sehen Sie die letzten Wochen in Ihrem Kalender durch, und erstellen Sie eine "Aufgeschoben"-Liste. Dadurch geraten diese Termine nicht in Vergessenheit. Außerdem machen Sie sich damit startklar für den Zeitpunkt, zu dem vieles wieder möglich ist. Wenn sich alle sich um einen Termin beim Optiker reißen, gilt es, bei der Anmeldung schnell zu sein.

Entdecken Sie neue Fähigkeiten an sich

"Not macht erfinderisch", heißt ein Sprichwort. Es macht sogar Spaß, auszutüfteln, wie sich Dinge trotz vieler Einschränkungen zuwege bringen lassen.

Unser simplify-Rat: Wagen Sie sich (gemeinsam mit Ihren Familienangehörigen) auf Neuland. Hier drei Anregungen aus meinen eigenen Erfahrungen (Ruth):

  1. Bitten Sie ein anderes Familienmitglied, Ihnen den Pony zu schneiden, der Ihnen in die Augen ragt. Auch wenn Ihr Friseur das natürlich besser kann: Damit schützen Sie sich davor, dass Sie sich unterwegs reflexartig ins Gesicht fassen, um die Haare beiseitezuschieben. 
  2. Auch wenn Sie keinen grünen Daumen haben - lassen Sie etwas wachsen. Halten Sie auf Ihrem Markt Ausschau nach Pflücksalat in kleinen Töpfchen. Den können Sie bei sich aufs Fensterbrett stellen, bis Sie ihn nach Ende der Nachfröste in den Garten oder einen Balkonkasten umsiedeln. Oder Sie ordern Samen - Kresse wächst sogar auf Watte oder Papiertaschentüchern!
  3. Sie haben wenig Ahnung von Technik? Wagen Sie sich trotzdem ans Thema "Videotelefonieren".

Wichtig: Was auch immer Sie anpacken - googeln Sie zunächst, wie's geht. Sonst ist die Enttäuschung groß, wenn die Kürbispflanze zwar prächtige Blüten bekommt, aber keine Früchte wachsen.

Das Gute: Es finden sich im Internet mittlerweile für fast alles gute Do-it-yourself-Anleitungen - sogar, wie Sie Hefe selber machen!

Machen Sie mehr aus Ihren Telefonaten

Die Deutschen telefonieren wieder häufiger - und länger. So die (wenig überraschende) Erkenntnis der Telefonanbieter.

Unser simplify-Rat: Organisieren Sie auch privat einmal eine Videokonferenz. Hauptvorteile:

  1. Wenn Sie sich sehen, fühlt sich das wesentlich stärker nach einem echten Beisammensein an.
  2. Sie sind stärker aufs Gespräch konzentriert als bei einem klassischen Telefonat, weil niemand durch heimliche Nebentätigkeiten (Whatsapps checken, Spülmaschine ausräumen) abgelenkt wird.
  3. Zu mehreren entwickeln sich andere Gespräche als bei Zweier-Telefonaten.

Wie wäre es, wenn Sie zu Ostern ein Videotelefonat organisieren, zu dem Sie die Verwandtschaft zusammenbringen? Überlegen Sie sich vorher ein paar Themen, damit Sie nicht nur Corona-Infos austauschen.

Eine bessere Qualität als Whatsapp bieten die kostenpflichten Programme Gotomeeting und Zoom. Eine gute Alternative ist die kostenlose Basisversion von Zoom, bei der die Länge der Gespräche auf 40 Minuten beschränkt ist.

Manche Bürowerker haben allerdings in ihrer Freizeit keine Lust mehr auf Computer und "Telkos" (= Telefonkonferenzen). Die können Sie sicher mit einem altmodischen Brief beglücken.

Verharmlosen Sie die Vergangenheit nicht

"Früher war es besser", glauben viele Menschen - fälschlicherweise. Der Satz "So etwas wie Covid-19 gab es noch nie" stimmt zwar.

Aber ist Ihnen klar, dass Sie während Ihrer Lebenszeit eine Epidemie mit einer unvorstellbar großen Opferzahl erlebt - und inzwischen schon wieder verdrängt haben? Das HI-Virus, auch bekannt unter dem Namen AIDS, brach 1980 aus und forderte weltweit insgesamt 35 Millionen Tote (so die offizielle Zahl der Weltgesundheitsorganisation). Ein Impfstoff dagegen wurde bislang nicht gefunden.

simplify-Rat: Nehmen Sie Covid-19 ernst. Weil die Zahl der Toten in Deutschland derzeit vergleichsweise niedrig ist, werden viele Menschen schon wieder übermütig. Aber es ist noch lange nicht überstanden!

Die ganz große Welle kann, ja sie wird noch kommen - wenn der Schlendrian um sich greift. Auch wenn Sie das Wort "Corona" nicht mehr hören können -bleiben Sie eisern dabei, die Hygieneregeln zu befolgen.

Kleine Freundlichkeiten in Corona-Zeiten

Corona ist für uns alle eine riesige Herausforderung - hier unsere Anregungen, wie Sie Ihren Mitmenschen eine kleine Freude bereiten und sie unterstützen können.

Denkt an die Kleinen!

Die Kinder zu beschäftigen ist für viele Familien gar nicht so einfach. Besonders, wenn sich eine Familie in Quarantäne befindet.

Machen Sie mit einer Büchersendung für die Kinder eine Freude. Alternativen zur klassischen Amazon-Bestellung: Ordern Sie bei buch7.de, das 75 % des Gewinns für soziale Zwecke spendet. Oder finden Sie im Internet heraus, ob die Buchhandlung am Wohnort der Familie Bücher ausliefert. Second-Hand-Bücher gibt's bei medimops.de.Lesemuffel können Sie mit einem Bastelset beglücken.

Denkt an die Helfer!

Viele Berufsgruppen arbeiten bis zum Umfallen, um für die Allgemeinheit die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Bedanken Sie sich bei der Bäckereiverkäuferin, beim Busfahrer, bei der Arzthelferin etc. explizit dafür. Etwa mit: "Vielen Dank, dass Sie dafür sorgen, dass wir alle weiterhin frisches Brot bekommen können."

Oder kaufen Sie im Supermarkt eine Packung Kekse, Schokolade oder etwas ähnlich Erfreuliches, und strecken Sie die nach dem Bezahlen der Verkäuferin hin: "Nervennahrung für Sie!"

Denkt an die Nachbarn!

Wenn Sie online etwas ordern (etwa eine Biokiste oder eine Versandhandelsbestellung), fragen Sie Ihre Nachbarn, ob die auch etwas brauchen, was Sie mitbestellen können. Dadurch entlasten Sie auch die Paketausfahrer!

Übrigens: So mancher Biokisten-Anbieter nimmt keine neuen Kunden mehr an.

Augen auf!

Nehmen Sie die Menschen, denen Sie unterwegs begegnen, zur Kenntnis. Statt starr zur Seite zu sehen, grüßen Sie mit einem Lächeln und Nicken. Weichen Sie nach Möglichkeit auf Geh- und Spazierwegen großzügig aus. Sie fühlen sich mit den empfohlenen 1 ½ Metern Abstand vielleicht sicher, aber anderen wird es lieber sein, wenn Sie noch einen etwas größeren Bogen machen.

Daten austauschen!

Nachbarn, die sich bereits seit Jahren kennen, haben oft keinerlei Kontaktdaten voneinander. Vernetzen Sie Ihre Nachbarschaft! Etwa indem Sie im Mehrfamilienhaus oder in den umliegenden Einfamilienhäusern Zettel in die Briefkästen werfen und darum bitten, Ihnen zur Weitergabe an alle Kontaktdaten (E-Mail, Telefon, Handy) zukommen zu lassen.

Mit den gesammelten Kontaktdaten machen Sie eine Liste für alle, und/oder Sie erstellen eine Whatsapp-Kleingruppe. Dann kann jeder unkompliziert herausfinden, ob jemand Klopapier gegen Schokolade tauschen kann!

Machen Sie Audio-Besuche!

Schreiben Sie sich eine Telefonliste: Wer aus Ihrem Umfeld lebt allein, wer geht derzeit nicht in die Arbeit? Das sind die Menschen, die von der Isolation besonders betroffen sind. Rufen Sie gezielt jeden Tag einen davon für einen kleinen Schwatz an. Aber fragen Sie, ob es dem anderen gerade passt. So mancher "Einsame" wird derzeit von seinen lieben Mitmenschen zutelefoniert.

Mailen Sie Natur!

Verschicken Sie per WhatsApp bitte nicht nur Corona-Witzchen, sondern auch Aufmunterungen in Form von Naturfotos. Was blüht denn nicht schon alles vor Ihrer Haustür!

Corona: Achtung, Fake News!

Tipps wie die Folgenden sind zurzeit international im Umlauf:

"Atmen Sie tief ein und halten Sie den Atem für mehr als 10 Sekunden an. Schaffen Sie das ohne Husten oder Engegefühl, haben Sie keine Fibrose in den Lungen und damit auch keine Corona- Infektion."

"Trinken Sie mindestens alle 15 Minuten ein paar Schlucke Wasser. Falls das Coronavirus in Ihrem Mund ist, wird es so durch Ihre Speiseröhre in den Magen gespült und von der Magensäure getötet."

Es wird behauptet, die Tipps kämen von Fachleuten aus Taiwan oder Japan. Wir simplify-Autoren (Ruth Drost-Hüttl und Tiki Küstenmacher) wären fast selbst drauf reingefallen!

Doch schon nach kurzer Recherche im Internet stellte sich heraus: Seriös sind diese Ratschläge nicht. Schneller als das Coronavirus verbreiten sich Fake News. Die beiden genannten sind noch relativ harmlos.

Unser simplify-Rat: Seien Sie misstrauisch! Machen Sie sich auf weitere, womöglich schlimmere Fehlinformationen gefasst. Vertrauen Sie den offiziellen Seiten bundesgesundheitsministerium.de und rki.de - auch wenn dort keine Tipps zur sofortigen Selbstheilung angeboten werden.

Wenn andere Ihnen zweifelhafte Infos per Mail oder WhatsApp zuschicken, überprüfen Sie die unter hoaxsearch.com und mimikama.at.

Wichtig: Löschen Sie falsche Nachrichten nicht einfach achselzuckend. Sondern bitten Sie den Absender, den vielen anderen Empfängern seiner Nachricht mitzuteilen, dass es sich dabei um Fake News gehandelt hat.

Corona-Pandemie: Müssen Sie jetzt Lebensmittel-Vorräte anlegen?

Wenn Sie „Hamsterkäufe Bundesregierung“ googeln, kommen Sie auf eine Seite des seriösen Redaktionsnetzwerks Deutschland mit ausführlichen offiziellen Empfehlungen für Notvorräte: Pro Person 20 Liter Wasser, 3,5 kg Nudeln, Kartoffeln oder Reis usw.

Die Grundidee: 10 Tage sollte ein deutscher Haushalt sich selbst versorgen können. Allerdings sind das Standardempfehlungen, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) schon seit Jahren gibt, völlig unabhängig vom Corona-Virus.

Unser simplify-Rat: Checken Sie unaufgeregt, für wie viele Tage Sie Vorräte im Haus haben. Nehmen Sie diese Kontrolle zum Anlass, gebunkerte Nahrungsmittel mit leicht überschrittenem Haltbarkeitsdatum aufzubrauchen und Ihre Vorräte sinnvoll aufzufüllen. Aber kaufen Sie nicht im Panik-Modus hektisch alles, was im Supermarkt zur Neige zu gehen scheint.

Die Sache mit der Corona-Hotline

Ämter, Krankenkassen, der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117): Alle bieten inzwischen Corona-Hotlines, und überall sind die Leitungen fast permanent besetzt.

Besonders fies: Sie hören die Corona-Ansage an, drücken verschiedene Ziffern, um Ihr Anliegen zu präzisieren, und werden schließlich nach einer Viertelstunde des Wartens aus der Leitung geworfen. 

Unser simplify-Rat: Leichter überstehen Sie diese Geduldsprobe, wenn Sie Ihr Telefon auf laut schalten und unterdessen andere Dinge erledigen.

Ich, Ruth, hatte einmal totales Glück: Nachdem ich im Hotline-Dialog versehentlich auf eine falsche Ziffer gedrückt hatte, kam ich bei einem Mitarbeiter einer anderen Hotline-Abteilung heraus. Und der hat mich dann intern sofort zur Corona-Hotline weitervermittelt. In Notfällen, wenn Sie ein wirklich dringendes und wichtiges Anliegen haben, vielleicht einen Versuch wert!

Keine Angst vor Corona? Schützen Sie andere

Sie selbst mögen jung und gesund sein und gegebenenfalls eine Infektion mit Corona locker wegstecken. Aber bei vielen anderen wäre ein wesentlich schwererer Verlauf zu befürchten.

Das betrifft neben älteren Menschen auch Jüngere mit chronischen Erkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes, Asthma, Krebs etc.) Füllen Sie den abstrakten Begriff „Risikogruppe“ mit Leben, indem Sie in Gedanken Ihren Bekanntenkreis durchgehen. Meist gehören Ihre eigenen Eltern dazu!

Unser simplify-Rat: Beschränken Sie auch als (noch) nicht Infizierter Ihre Aktivitäten. Tun Sie es freiwillig, fürs Gemeinwohl. Müssen Sie unbedingt ins (noch geöffnete) Restaurant? Oder sich mit Ihren Freunden treffen, die sich zwar gesund fühlen, aber letzte Woche noch im Skiurlaub waren?

Machen Sie sich nicht lustig über die generellen Hygieneregeln (Händewaschen, Niesen in die Armbeuge usw.). Wenn Sie sie beachten, leisten Sie einen wesentlichen Beitrag, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Und ganz wichtig: Halten Sie als Eltern Ihre Jugendlichen im Zaum. Vielerorts ein Problem: gelangweilte Teenager, die nichts zu tun haben, Party machen – und dabei den Virus munter weiterverbreiten. Machen Sie den Jugendlichen die Zusammenhänge klar.

Denken Sie einen Schritt voraus

Bin ich mit dem Coronavirus infiziert? So fragen sich derzeit viele. Aber: Getestet zu werden ist gar nicht so einfach. In vielen Arztpraxen fehlen Schutzanzüge und separate Räumlichkeiten, um Tests sicher durchführen zu können. Mancherorts gibt es nur die Möglichkeit, für den Abstrich den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung zu bemühen (116 117).

Stellen Sie sich darauf ein, dass der zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen kann. Lassen Sie also nachts die Schlafzimmertür offen, und stellen Sie das Telefon ans Bett, damit Sie auch nachts um 2 Uhr ein Klingeln hören. 

Unser simplify-Rat: Fragen Sie den Arzt, der den Abstrich abnimmt, nicht nur, bis wann Sie mit einem Ergebnis rechnen können (Tag X). Sondern auch, in welches Labor die Probe geht. Haben Sie am Tag X immer noch nichts gehört, können Sie zumindest dort nachfragen, ob Ihre Probe eingetroffen und in Arbeit ist.

Manche Ärzte haben ein Do-it-yourself-Verfahren entwickelt: Sie stellen den potentiell Infizierten ein Test-Set vor die Tür, und der Patient macht sich selbst (oder mit Hilfe eines Angehörigen) einen Abstrich aus dem Rachenraum. Im Internet gibt es ausführliche bebilderte Anleitungen.

Anschließend bringt ein Nicht-Infizierter (z. B. ein Nachbar) die Plastiktüte mit dem Abstrich und dem Bearbeitungsauftrag zurück in die Arztpraxis oder stellt sie vor der Praxis an einem vereinbarten Ort ab.

Immer mehr Städte haben drive-in-Schalter für Coronatests eingerichtet: Der Patient fährt im eigenen Auto vor, eine Person in Schutzkleidung entnimmt die Schleimhautprobe, der Patient fährt zurück in häusliche Quarantäne und wartet dort auf das Ergebnis.

Wenn Sie in häuslicher Quarantäne sind

Nicht raus zu können (obwohl Sie sich bumperlgesund fühlen) ist extrem nervig. Wer allein lebt, dem fällt schnell die Decke auf den Kopf. Paare und Familienmitglieder gehen sich gegenseitig auf den Wecker.

Unser simplify-Rat: Halten Sie sich bei guter Laune! Lassen Sie sich von Ihren Nachbarn nicht nur mit dem Allernötigsten versorgen ("Bitte Klopapier!"), sondern auch mit Gute-Laune-Essen: Ein frisches Brot und die Lieblingssorte Käse zum Abendessen können Wunder tun.

Entwickeln Sie als Paar im Home Office oder als Familie gemeinsame Rituale wie die 11-Uhr-Brotzeit oder den Gute-Nacht-Film.

Greifen Sie zum Telefon. Mit einer einzigen Person ausgiebig zu quatschen, ist viel mehr wert als Dutzende oberflächlicher WhatsApp-Nachrichten. Sie warten auf Ihr Testergebnis? Dann kommunizieren Sie per WhatsApp oder Mail an Ihren Freundeskreis, dass Sie Bescheid geben, sobald Sie es haben. Dadurch entgehen Sie den permanenten "Wisst, Ihr schon, ob ..."-Anfragen.

Denken Sie nicht darüber nach, dass Sie dienstags normalerweise zum Tischtennis gehen oder jetzt gern mit Ihrem Stammtisch beim Griechen säßen. Wenn Sie sich langweilen, verschaffen Sie sich mit Haushaltsprojekten Erfolgserlebnisse.

Nutzen Sie die unfreiwillige Gefangenschaft zum Aufräumen, Entrümpeln, simplifyen!

Kontaktdaten austauschen

Wie ärgerlich, wenn Sie als Lehrer eine Frage zum digitalen Unterricht haben und nicht wissen, wie Sie Ihre Fachschaftsleiterin erreichen können. Oder wenn Sie an einen größeren Adressatenkreis eine eilige Mail zu versenden haben, aber die Assistentin in der Firmenzentrale, die dafür einen Mailverteiler aufgebaut hat, schon nicht mehr im Büro ist.

Unser simplify-Rat: Sammeln Sie zur Sicherheit private Kontaktdaten wie Telefonnummern, Whatsapp-Nummern, E-Mail-Adressen (und E-Mail-Verteiler) von den Menschen aus Ihrem beruflichen und privaten Umfeld.

Weitere Vorteile: Wenn Kollegin Lerch am Morgen nicht auf ihrem Platz sitzt, können Sie sich ohne großen Aufwand direkt bei ihr erkundigen und schnell entstehenden Gerüchten entgegentreten ("Die hat's wohl erwischt!"). Und wenn Sie den alten Herrn im Stockwerk über Ihnen seit Tagen nicht mehr gesehen haben, können Sie ihm telefonisch Hilfe anbieten. Denn es gibt immer mehr Menschen, die aus Angst vor dem Virus kaum mehr die Tür öffnen. In diesen Ausnahmezeiten, so meinen wir, geht Menschenschutz vor Datenschutz.

Auch in Pandemie-Zeiten Hilfe anbieten

Corona bringt, so unsere Erfahrung, unglaublich viel Hilfsbereitschaft zum Vorschein, auch zwischen Fremden. So wird etwa auf Nachbarschaftsplattformen wie nebenan.de viel Hilfe angeboten für Menschen, die wegen Quarantäne oder als Angehörige einer Risikogruppe nicht nach draußen dürfen oder wollen. Doch gerade bei den gefährdeten älteren Menschen nutzt nicht jeder das Internet.

Deshalb unser simplify-Rat an alle, die in einem eher anonymen Mehrparteienhaus wohnen: Bringen Sie am Schwarzen Brett oder bei den Briefkästen einen Zettel mit Ihrem Hilfsangebot an. Einen Aushang-Generator finden Sie unter gegen-den-virus.de./