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Was Sie über den Konsum von Cannabis wissen sollten


So selbstverständlich, wie es für Erwachsene ist, Alkohol zu trinken, empfinden immer mehr Jugendliche hierzulande den Gebrauch von Cannabis als normal. Die Zahlen: Rund 40 % der 22- bis 25-Jährigen geben an, Cannabis-Erfahrungen gemacht zu haben, die überwiegende Mehrzahl davon ist männlich. Viele Jugendliche probieren es zum ersten Mal mit 14 oder 15. Die meisten Eltern haben dagegen Angst davor, dass auch ihr Kind zu kiffen beginnen könnte, und reagieren panisch, wenn das tatsächlich eintritt. Hier einige Basisinformationen für alle Erwachsenen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben:

Nie gehört? Das sind die wichtigsten Begriffe

Dass Dope Haschisch ist und Gras Marihuana, wissen viele Erwachsene noch. Daneben existiert aber eine Vielzahl weniger bekannter Namen für unterschiedliche Cannabisprodukte, z. B. Piece (ein Stückchen von einer Cannabisplatte) oder Ganja (die Pflanze bzw. getrocknete Marihuanablüten). Neben Joints gibt es andere Formen des Rauchens wie Bong- oder Eimerrauchen, die ein weitaus größeres Abhängigkeitsrisiko tragen.

Rat: Bekommen Sie mit, dass Jugendliche über irgendwelche Drogen reden (oder mehr als nur reden), informieren Sie sich im Internet, worum es sich handelt. Geht es ums Cannabis rauchen, trauen Sie sich ruhig einmal in einen Laden, der entsprechende Utensilien verkauft („Cannabis“ + „Bedarf“ + Wohnort googeln). Schauen Sie sich um, fragen Sie neugierig

Vorsicht, legale Einstiegsdrogen

Fast alle Heroin-, Kokain- oder Crackabhängigen haben frühzeitig in ihrem Leben zu legalen Drogen wie Zigaretten und Alkohol gegriffen. Auch der Weg zum Cannabiskonsum führt häufig über die Zigarette. Je früher der Einstieg (in legale wie in illegale Drogen), desto problematischer. Wer bereits mit 13 Cannabis konsumiert, wird es kaum schaffen, der Droge einen begrenzten Platz in seinem Leben einzuräumen, und bleibt in seiner Reife-Entwicklung stecken.

Rat: Leben Sie als Eltern (Lehrer, Sporttrainer ...) Kindern und Jugendlichen einen verantwortlichen, maßvollen Umgang mit legalen Drogen und Medikamenten vor. Die beste Präventionsmaßnahme ist eine gute, liebevolle (nicht überbehütende) und von Vertrauen getragene Beziehung.

Warum gekifft wird

Die Motive zu kiffen sind vielfältig: reines Genießen eines „gechillten“ Zustands (das am wenigsten problematische Motiv), Dabeisein-Wollen (häufig auch bei jungen Mädchen, wenn der Freund kifft), Langeweile, Lebensängste, mangelndes Selbstwertgefühl, elterlicher Erwartungsdruck, eine belastende familiäre Konstellation ...

Rat: Geben Sie sich als Eltern eines Jugendlichen, der Cannabis raucht, nicht pauschal die Schuld. Denn dadurch machen Sie es einerseits Ihrem Teenie leicht, die Verantwortung für sein Handeln von sich wegzuschieben. Andererseits blockieren Sie damit Ihre eigene, möglicherweise schmerzhafte Auseinandersetzung damit, was Sie selbst konkret verändern sollten. Lassen Sie sich dazu beraten!

Wie gefährlich ist Cannabis?

Ähnlich wie bei Alkohol und Rauchen hängt die Schädlichkeit von Cannabis rauchen von Intensität, Häufigkeit und Dauer des Konsums ab. Leider sind viele Frühsymptome psychischer Störungen für das Umfeld schlecht zu unterscheiden von typischen Pubertätskennzeichen (Unmotiviertheit, mangelnde Konzentration, Müdigkeit, Gefühlsschwankungen, Reizbarkeit, Egozentrik).

Rat: Wissen Sie, dass jemand kifft, achten Sie auf Anzeichen für einen intensiven Konsum: Verändert sich der Freundeskreis Ihres Schülers (Verlust der Freunde, die keine Drogen konsumieren)? Kifft Ihr Azubi offensichtlich schon morgens oder während seiner Mittagspause? Scheut Ihr Sohn davor zurück, mit Ihnen in einem Land Urlaub zu machen, in dem Kiffern hohe Strafen drohen? Ideal: Wenn der Betreffende bereit ist zu testen, ob er auch mal ein paar Wochen ohne auskommt.

Cannabis ist nicht legal!

Viele Jugendliche glauben, der Besitz von Cannabis für den Eigengebrauch sei legal. Doch das ist ein Irrtum. Bei kleinen Mengen (wird je nach Bundesland unterschiedlich definiert) ist lediglich von einer gerichtlichen Strafverfolgung abzusehen. Voraussetzungen dafür sind, dass keine Fremdgefährdung vorliegt, etwa durch bekifftes Autofahren oder den Konsum in Anwesenheit von Minderjährigen (Klassenfahrt, Kinderspielplatz), und dass der Betreffende nicht wiederholt erwischt wird. Machen Sie sich als Eltern nicht zum Komplizen, indem Sie etwa den illegalen Anbau auf dem Balkon dulden! Akzeptieren Sie keinen Gebrauch in Ihren eigenen vier Wänden!

Rat: Machen Sie einem kiffenden Jugendlichen klar, dass er, sollte er erwischt werden, in jedem Fall aktenkundig wird. Egal? Was vielen Jugendlichen nicht gleichgültig sein dürfte: Schon der Erwerb des Führerscheins kann dadurch erheblich erschwert sein. 

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