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7 Fragen, die Ihre Beziehung vergiften - und was die Alternativen sind


Ärger in der Arbeit, Zeitmangel, Uneinigkeit in Erziehungsfragen, finanzielle Sorgen – es gibt viele Faktoren, die eine Beziehung belasten. Entscheidend für deren Qualität ist jedoch, wie Sie damit umgehen. Die amerikanische Therapeutin Sarah Jones hat Verhaltensmuster identifiziert, die eine Ehe oder Partnerschaft auf Dauer innerlich aushöhlen. Wenn Sie die folgenden Redeweisen in Zukunft vermeiden, kann sich Ihr Verhältnis dramatisch verbessern – und Sie werden auch zufriedener mit sich selbst:

„Warum bist du so schlecht gelaunt / faul / egoistisch?“

Das Problem: Einen persönlichen Angriff erwidert jeder Mensch mit Verteidigung oder Gegenangriff. Letztlich ist so ein Satz daher nichts anderes als eine Kriegserklärung.

Die bessere Strategie: Hissen Sie die weiße Fahne. Das heißt nicht, dass Sie das Verhalten Ihres Partners stillschweigend hinnehmen müssen. Sprechen Sie von sich: „Ich kann nicht mehr. Ich halte deine schlechte Laune nicht mehr aus.“ Dann schlagen Sie vor, was Sie tun können: „Ich brauche Abstand und will ein paar Tage allein wegfahren“, oder: „Ich möchte dich zu etwas einladen, das deine Stimmung aufheitert.“

„Wie wäre es, wenn du endlich ...?“

Das Problem: Auch wenn Ihr Vorschlag positiv gemeint ist, hört Ihr Partner vorrangig die darin enthaltene negative Bewertung.

Die bessere Strategie: Richten Sie Ihren Blick auf etwas, das Sie an Ihrem Partner mögen, und sagen Sie etwas darüber. Wenn Sie sich ärgern, dass Ihre Partnerin ihr Aussehen vernachlässigt, versuchen Sie es mit: „Du strahlst heute so.“ Das hat viel mehr Aussicht auf Erfolg als: „Warum hast du immer noch diese altmodische Frisur? Du könntest doch ...“

„Warum tust du nie, was ich möchte?“

Das Problem: Solche pauschalen Egoismus-Beschuldigungen erzeugen eine Atmosphäre von Hoffnungslosigkeit in Ihrer Beziehung. Wenn Sie Ihrem Partner zu verstehen geben, dass er Ihren Ansprüchen niemals genügt – warum sollte er überhaupt versuchen, sich zu ändern?

Die bessere Strategie: Bleiben Sie in der Hälfte Ihrer Beziehung, die Sie aktiv verändern können – Ihrer eigenen! Bieten Sie von sich aus an, einen Wunsch Ihres Partners zu erfüllen: „Womit kann ich dich heute glücklich machen?“ Klar: Sie haben keine Garantie, dass Ihr Partner dadurch Verständnis für Ihre Bedürfnisse entwickeln wird. Aber es ist der weitaus Erfolg versprechendere Weg.

„Warum regst du dich so auf?“

Das Problem: Wenn Ihr Partner emotional im Stress ist, befindet er sich im steinzeitlichen Angriff-oder-Flucht-Modus. Der Aufruhr der Emotionen lässt sich daher nicht mit einem Appell an die Vernunft besiegen – „einfach ruhiger werden“ ist physiologisch unmöglich.

Die bessere Strategie: Geben Sie nicht den Überlegenen, weil Sie selbst cool geblieben sind, sondern konzentrieren Sie sich auf die Emotionen Ihres Partners. Versetzen Sie sich in ihn hinein – bis Sie nachvollziehen können, warum er sich gerade so aufregt. Vertrauen Sie darauf, dass Sie auf unsichtbare Weise (wie über WLAN) miteinander verbunden sind. Reden Sie erst wieder, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Partner diese Verbindung spürt.

„Du willst dich nicht etwa von mir trennen?“

Das Problem: Haben Sie mit dem Wort „Trennung“ oder „Scheidung“ erst einmal die Bombe geworfen, ist sie nur noch mit sehr viel Mühe zu entschärfen. Denn Ihr Partner wird die Ich-Aussage wahrnehmen, die in dieser Frage steckt: Wer als Erster das Wort „Trennung“ sagt, ist in der Regel auch derjenige, von dem die Initiative zu einer Trennung ausgeht.

Die bessere Strategie: Hüten Sie sich davor, das Wort auszusprechen, bloß weil es bei Ihnen gerade kriselt. Tun Sie es nicht einmal gespielt-scherzhaft („Im Falle einer Scheidung kriege aber ich das Auto“). Nehmen Sie stattdessen festen Kurs auf Versöhnung. Sie denken tatsächlich über ein Ende Ihrer Beziehung nach? Dann schieben Sie es nicht auf Ihren Partner, sondern sprechen Sie von sich.

„Sagst du mir die Wahrheit?“

Das Problem: Mit dieser Frage geben Sie ein maximales Misstrauensvotum ab. Sie zerren Ihren Partner gleichsam vor Gericht und verlangen einen Eid von ihm, obwohl klar ist, dass Sie ihm ohnehin nicht glauben werden.

Die bessere Strategie: Sagen Sie „Ich vertraue dir“, auch wenn Sie dazu nicht zu 100 %, sondern vielleicht nur zu 60 oder 70 % in der Lage sind. Nur mit diesem Vertrauensvorschuss hat Ihre offensichtlich stark belastete Beziehung noch eine Chance.

„Warum verletzt du mich?“

Das Problem: Was Sie als eine legitime Ich-Botschaft empfinden mögen („Ich fühle mich verletzt“), klingt in den Ohren Ihres Partners nach einer Anschuldigung („Du willst mir wehtun“).

Die bessere Strategie: Bleiben Sie wirklich bei sich. Sagen Sie: „Das tut mir weh.“ Machen Sie sich klar, dass das verschiedene Gründe haben kann. Es kann z.B. auch daran liegen, dass Sie sehr empfindlich sind oder dass Sie eine Bemerkung falsch verstanden haben.