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Wie Sie das leidige Thema Hausarbeit ad acta legen können


„Nie räumst du den Geschirrspüler ein, wenn ich abends weg bin.“ – „Während ich den Haushalt schmeiße, gammelst du mit dem Tablet auf dem Sofa herum!“ – „Du siehst ja gar nicht, was ich den ganzen Tag für die Familie tue!“ Bei vielen Paaren gibt es Streit wegen der Hausarbeit. So finden Sie Lösungen:

Weshalb oft beide unzufrieden sind

Manchmal ist nur einer der Partner der Ansicht, sein (oder ihr) Anteil an der Hausarbeit sei unangemessen hoch. Oft aber fühlen sich beide übervorteilt – denn keiner kann präzise beziffern, wie viel Zeit er jede Woche mit Hausarbeit verbringt. Geschweige denn, wie viel der andere leistet. Dazu fließen in den Vergleich weitere Aspekte mit ein: Wer macht die unangenehmeren Arbeiten? Wer werkelt unter Zeitdruck? Wer ist stärker beruflich belastet?

simplify-Rat: Aufrechnen bringt nur schlechte Laune. Statt eine „gerechte Aufgabenteilung“ zu fordern, wecken Sie lieber Verständnis für Ihre Bedürfnisse, z. B.: „Der halbe Tag an der frischen Luft hat mir letztes Wochenende sehr gutgetan. Das würde ich mir gern jede Woche gönnen.“

Nehmen Sie Veränderungen wahr

Viele Paare haben eine gut eingespielte Aufgabenteilung, doch veränderte Umstände lassen das System aus der Balance geraten.

simplify-Rat: Stellen Sie gemeinsam fest, was sich verändert hat. Oft ist es der Zeitbedarf in einzelnen Lebensbereichen. Beispiel: Sie müssen seit Neuestem für ein Familienmitglied eine Spezialdiät kochen. Vielleicht ist einer von Ihnen aber auch weniger leistungsfähig – etwa, weil er häufig schlecht schläft. Oder es sind neue Bedürfnisse entstanden: Seit Sie regelmäßig im Homeoffice arbeiten, stört Sie das jahrelang tolerierte Küchenchaos.

Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Wie schon gesagt: Aufrechnen bringt nichts. Doch um Aufgaben neu verteilen zu können, brauchen Sie einen Überblick über das, was bei Ihnen anfällt. So lösen Sie das Dilemma und vermeiden Streit wegen Hausarbeit:

simplify-Rat: Erstellen Sie eine Liste, wofür Sie sich zuständig fühlen. Aber nicht gemeinsam, sondern jeder für sich! Berücksichtigen Sie dabei auch die „Außenstellen“ (Garten, Garage, Auto) und den Papierkram (Bank, Versicherungen, Steuer). Wenn Sie die Listen austauschen, werden Sie womöglich staunen, was Ihr Partner alles eigenverantwortlich tut (z. B. im Winter mehrfach am Tag alle Fenster aufreißen zum Durchlüften) – und umgekehrt. Sie werden aber auch Dinge entdecken, für die Sie beide sich zuständig fühlen (z. B. Kochen). Fahnden Sie außerdem nach terra nullius, also nach Aufgaben, die keiner von Ihnen anpackt.

Klären Sie „Mein“ und „Dein“

Treffen Sie eine feste Abmachung – und zwar nicht darüber, wer ab sofort was macht, sondern darüber, wer wofür verantwortlich ist. Das bedeutet: Wenn Ihr Partner unter der Woche fürs Kochen verantwortlich ist, reden Sie ihm nicht hinein, sondern leisten allenfalls „Hilfsarbeiten“. Wenn Ihr Partner am Wochenende „vergisst“, sauber zu machen, springen Sie nicht in die Bresche, indem Sie selbst den Staubsauber hervorholen.

simplify-Rat: Erledigt Ihr Partner seinen Teil nicht, sprechen Sie die Abmachung an, wie sie sich aus Ihrer Sicht darstellt: „Wir hatten ja besprochen, dass ... Ich stelle fest, dass ... Wie siehst du die Situation?“ Jetzt gilt es, nachzuverhandeln und eine Lösung zu finden, die Sie beide zufriedenstellt.

Arrangieren Sie sich mit unterschiedlichen Standards

Wöchentlich die Betten neu beziehen, täglich den Flur putzen, abends noch warm kochen: Was dem einen wichtig ist, hält der andere möglicherweise für überflüssig. Auch wenn es sachliche Argumente geben mag: Im Kern sind unterschiedliche persönliche Bedürfnisse die Konfliktursache. Akzeptieren Sie, dass es hier kein „richtig“ und kein „falsch“ gibt. Damit legen Sie die Basis für Kompromisse – z. B.: Im Erdgeschoss bestimmen Sie die Sauberkeitsstandards, im übrigen Haus Ihr Partner.

simplify-Rat: Sie verbringen den halben Sonntagvormittag in der Küche? Sie laufen am Samstag durch mehrere Gartencenter? Verbuchen Sie das nicht als grandiosen Beitrag zum gemeinsamen Haushalt, sondern als Ihr „Privatvergnügen“.

Identifizieren Sie dahinterliegende Konflikte

Über die fehlende Kochzutat („Du warst schließlich auch nicht beim Einkaufen“) lässt es sich gefahrloser streiten als über persönlichere Konfliktthemen. Machen Sie den Haushalt nicht zum Stellvertreterthema! Gehen Sie das an, was Ihre Partnerschaft tatsächlich belastet, z. B.: Sie ärgern sich darüber, dass Ihr Partner kaum einen Abend zu Hause ist. Oder: Sie haben es satt, derjenige zu sein, der „an alles denken muss“.

simplify-Rat: Herrscht daheim eine entspannte Stimmung, sieht der eine leichter über die Schmutzwäsche auf dem Schlafzimmerboden (und andere irritierende Kleinigkeiten) hinweg, während der andere bereitwilliger im Haushalt mit anpackt.

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