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Beziehungstipps für eine starke Verbindung


Wie Sie Ihre Partnerschaft durch ein gemeinsames Projekt stärken

Viele Paare leiden (oft ohne es zu wissen) darunter, dass sie wenig zusammen machen, was über Alltag & Urlaub hinausgeht. Das gilt vor allem für Partnerschaften jenseits der Kinderphase bzw. ohne Kinder. Hier sind unsere simplify-Beziehungstipps für gelungene Gemeinschaftsprojekte.

Das richtige Projekt

Wählen Sie ein Projekt, das Sie auch nach außen präsentieren können – sei es, dass Sie ein Treffen der Großfamilie organisieren, den Garten neu anlegen oder zusammen einen Viertausender besteigen. Die Anerkennung, die Sie als Paar von Außenstehenden erhalten werden, wird Ihrer Partnerschaft ungemein guttun. In der Regel günstig: Suchen Sie sich eine Aktivität, die für beide neu ist. Denn wenn einer von Ihnen immer schon weiß, „wie’s geht“, ist Frust vorprogrammiert.

Haben Sie keine Kinder, sollten Sie über ein gemeinsames ehrenamtliches Engagement nachdenken. Indem Sie etwas schaffen, was über Ihre Beziehung hinausgeht, setzen Sie ein geistiges Kind in die Welt. Die möglichen Tätigkeitsfelder beschränken sich bei Weitem nicht auf Soziales, sondern bieten für alle Interessen etwas (Anregungen unter ehrenamtsportal.de).

Erst planen, dann tun

Sie haben eine Projektidee, die Sie beide anspricht? Stürmen Sie nicht einfach drauflos, sondern besprechen Sie konkret: Was ist unser gemeinsames Ziel? Wie viel wollen wir an Energie und an Geld investieren? Wie sieht der Zeitplan aus? Sind mit dem Vorhaben Risiken verbunden? Wer macht was?

Behalten Sie Ihre beiden Ziele im Auge: Ihr objektives Projektziel (z. B. die Wohnung von „zweckmäßig“ in „schön“ umzugestalten) und das Ziel, das Sie damit für Ihre Partnerschaft erreichen wollen (mehr Zeit bewusst miteinander zu verbringen).

Ich – du – wir

Machen Sie nicht alles gemeinsam, sondern teilen Sie Ihre Aufgaben in 3 Gruppen: 1. Ihre Aufgaben, 2. die Aufgaben Ihres Partners/Ihrer Partnerin, 3. Ihre gemeinsamen Aufgaben. Damit klären Sie zugleich, wer bei welchen Punkten im Fall von Uneinigkeit das Sagen hat.

Gestalten Sie Ihre Zusammenarbeit gleichberechtigt. Das ist besonders dann eine Herausforderung, wenn einer von Ihnen in der Arbeit der Chef/die Chefin ist.Wenn Sie ein „Ich bin doch nicht deine Sekretärin!“ hören, ist das ein Alarmzeichen dafür, dass Sie aus Versehen in Ihre berufliche Rolle geschlüpft sind.

Wichtig: Heimsen Sie die Lorbeeren, die Ihr Projekt erntet („Der Internet-Auftritt der Pfarrei wirkt nun richtig professionell“), nie für sich alleine ein. Gerade wenn Ihr Partner eher im Hintergrund gewirkt hat, sollten Sie gegenüber Außenstehenden betonen: „Das haben wir zusammen geschafft!“

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Notwendige Kompromisse

Kompromisslosigkeit gilt heute oft als uneingeschränkt positive Eigenschaft – zu Unrecht, meinen wir. Denn Gemeinschaft funktioniert nur, wenn beide Zugeständnisse machen – und die des anderen zu schätzen wissen. Sind Sie ein Gespann aus Perfektionist und „Passt schon“-Typ, aus Aktivist und Planer oder aus Teamworker und Einzelkämpfer, so erfordern bereits Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten Kompromisse. Beispiel Familienfeier: Während der eine am liebsten selbst die Garderobenbügel und die Kuchenstücke abzählen würde, glaubt der andere, dass „das alles schon irgendwie hinhauen wird“.

Einander neu entdecken

Gemeinsam ein Ziel erreichen zu wollen schafft intensive Berührungspunkte. Es ist daher eine wunderbare Chance für Sie, einander (und sich selbst) neu kennen zu lernen. Sagen Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, welche neuen Seiten Sie an ihm/ihr entdeckt haben. Seien Sie dabei sparsam mit Kritik und großzügig mit Lob: „Ich wusste gar nicht, was für ein tolles handwerkliches Geschick du hast.“

Lebens- und Arbeitsbeziehung

Nicht wenige Paare finden erst privat und dann beruflich zueinander. Oft passiert der 2. Schritt in der Lebensmitte, wenn beide beruflich noch einmal „etwas anderes“ machen wollen. Das Risiko, das in einer solchen Konstellation liegt: Das Liebespaar geht im Arbeitspaar auf. Wichtig ist daher, dass Sie einen Teil Ihrer Freizeit getrennt verbringen (auch wenn freie Zeit ein knappes Gut ist). Pflegen Sie jeder zumindest ein Hobby für sich, und treffen Sie sich auch allein mit Freunden. So bleiben Sie füreinander privat interessant.

Damit Sie als Paar gut zusammenarbeiten, brauchen Sie eine ähnliche Grundeinstellung in Sachen Geld. Aber Vorsicht: Geld könnte trotzdem zum Konfliktthema werden! Schließlich müssen Sie gemeinsam Entscheidungen treffen, von denen Ihre wirtschaftliche Existenz abhängt.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl