simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Heute schon mal geknuddelt?


Vier herzliche Berührungen pro Tag sind das Existenzminimum, acht braucht der Mensch zu seinem Wohlbefinden, zwölf zur Entfaltung seiner Persönlichkeit.“ So die anerkannte amerikanische Familientherapeutin Virginia Satir (1916–1988). Auch wenn es sich nicht um statistisch belegte Zahlenangaben handelt – die Aussage ist klar: Ohne wohltuende Berührungen können wir nicht leben. Männer wie Frauen, Singles wie Paare sehnen sich, so regelmäßig das Ergebnis entsprechender Umfragen, nach mehr Körperkontakt.

Das A und O 

Wie auch immer Sie jemandem näher kommen – achten Sie auf seine Körpersignale: Lässt Ihr Gegenüber sich die Berührung nur gefallen oder empfindet er sie tatsächlich als angenehm?

simplify-Tipp: Ermöglichen Sie es dem anderen, ohne Peinlichkeit wieder auf Abstand zu gehen. Nehmen Sie ihn bei einer herzlichen Umarmung nicht schraubstockartig gefangen, halten Sie beim Händeschütteln Ihren Arm so locker, dass der andere mitbestimmen kann, wie viel Raum zwischen Ihnen liegt.

Lassen Sie Ihren Körper sprechen

Ob Händeschütteln, Umarmung oder Bussi-Bussi: Begrüßungen und Verabschiedungen werden persönlicher, wenn Sie dabei auch Körperkontakt suchen. Schon durch Ihren Händedruck können Sie viel „ausdrücken“: Wenn Sie Ihre Hand so halten, dass sie weder über noch unter der Hand Ihres Gegenübers zu liegen kommt, signalisieren Sie damit eine gleichwertige Beziehung. Pflegen Sie Ihre Hände, besonders im Winter, damit Ihr Gegenüber kein Reibeisen zu fassen bekommt.

simplify-Tipp: Rufen Sie Ihrem Partner/ Ihre Partnerin, wenn er/sie nach Hause kommt, nicht nur von irgendwoher einen freundlichen Gruß zu, sondern begrüßen Sie ihn/sie mit einer innigen Umarmung. 

Setzen Sie sich als Paar nebeneinander

Wer einander gegenüber sitzt, kann sich zwar gut unterhalten. Aber wer nebeneinander sitzt, kann sich leichter berühren. Statt am Ende einer Mahlzeit noch eine Weile mit Ihrem Partner am Esstisch sitzen zu bleiben, ziehen Sie lieber gemeinsam auf die Couch um. Selbst die achso unkommunikative Zeitungslektüre kann dann zu einem verbindenden Erlebnis werden! Rücken Sie dabei eng zusammen, und schauen Sie beide in dasselbe Stück Zeitung.

simplify-Tipp für den nächsten Sommer: Wenn Sie abends gerne zusammen auf dem Balkon oder auf der Terrasse sitzen, bringt eine Gartenbank Sie einander näher als die üblichen Gartenstühle mit Armlehne.

Zärtlichkeit auf Teenagerisch

Jugendliche finden elterliche Zärtlichkeiten meist peinlich. Auch wenn Ihr Teenager seine Grenzen für Sie nicht nachvollziebar jeden Tag woanders zieht – respektieren Sie sie! Versuchen Sie, neue Formen der körperlichen Nähe anzubieten: eine Fußmassage beim Gutenachtsagen (unter dem Vorwand, dass die Arnica-Creme gegen trockene Haut hilft). Der Mutter die Fingernägel lackieren (für Töchter). Ein Familienfrühstück im Bett. Eine High Five (gegenseitiges Abklatschen der erhobenen rechten Hand) als Bestätigung, dass etwas gut gelungen ist.

simplify-Tipp: Auch hinter spaßhaften körperlichen Angriffen („Rangeln“) kann sich das Bedürfnis nach Körperkontakt verbergen – wehren Sie es also nicht mit einem „Benimm dich gefälligst!“ ab.

Wohltuende Gesten

  • Ein Kollege klagt über Schmerzen? Wenn Sie ein gutes Verhältnis haben, können Sie ihm bei Kopfweh eine kurze Stirnmassage (mit den Fingerkuppen von Zeige- und Mittelfinger) bzw. bei Verspannungen eine Nackenmassage anbieten.
  • Sie merken bei der Begrüßung, dass Ihre Schwägerin kalte Hände hat? Dann umschließen Sie ihre Hand mit Ihren beiden Händen und machen eine Bemerkung wie „Du bist ja ganz kalt. Kein Wunder bei diesem Wetter! Darf ich dich ein wenig wärmen?“
  • Ein Gast friert? Statt ihm die Sofadecke oder eine Fleecejacke zu reichen, legen Sie sie ihm selbst um die Schultern. simplify-Tipp: Helfen Sie auch jüngeren Besuchern beim Weggehen in Jacke oder Mantel.

Spenden Sie der Seele Trost

Viele Menschen – auch solche, die sonst eher distanziert sind – sehnen sich in Trauer, Krankheit und persönlichem Unglück danach, berührt zu werden. Die Botschaft „Ich bin dir nah“ lässt sich mit dem Körper oft besser rüberbringen als mit tröstend gemeinten Worten. Sie sind sich unsicher, ob jemand tatsächlich berührt werden will? Testen Sie das mit einer kleinen Geste – etwa indem Sie der Kollegin, die gerade in Tränen ausgebrochen ist, kurz über die Hand streicheln. Oder fragen Sie! Wenn Sie jemanden im Krankenhaus besuchen also: „Ich würde gerne deine Hand nehmen – ist das in Ordnung?“

simplify-Tipp: Wer länger im Krankenhaus liegen muss oder pflegebedürftig ist, hat buchstäblich den Boden unter den Füßen verloren. Indem Sie mit der ganzen Handfläche gegen die Fußsohle eines bettlägerigen Menschen drücken, können Sie ihm etwas von dem verlorenen Halt wiedergeben (und nebenbei auch die aufgrund von Bewegungsmangel oft kalten Füße wärmen). 

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