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"Immer ich!" - So bringen Sie Ihre Partnerschaft ins Lot


„Immer bin ich diejenige, die den Hund zum Tierarzt bringen muss!“ – „Immer bin ich der Buhmann bei den Kindern!“ – „Immer bleibt das Aufräumen der Küche an mir hängen!“ – „Immer überlässt du es mir, die Initiative zum Sex zu ergreifen.“ – „Immer muss ich die Konflikte ansprechen!“ Sätze, die deutlich machen: Zu einem ausgeglichenen Geben und Nehmen in der Partnerschaft gehört weit mehr als die Verteilung diverser Haushaltsjobs. So kommen Sie aus der „Immer ich“-Falle:

Stellen Sie auf eine neue Währung um

Die Situation: Sie halten Ihrem Partner (oder Partnerin, ist immer mitgemeint) gerne vor, was Sie alles für ihn und die Familie tun, und erwarten von ihm einen entsprechenden Ausgleich. Ihr Motto: „Gerechtigkeit muss sein.“

simplify-Tipp: Ihre Partnerschaft ist keine Handelsbeziehung mit der Währung „Zeit“. Was jeder von Ihnen in Ihr gemeinsames Leben einbringt und was jeder dafür erhält, lässt sich nicht in Stunden und Minuten ausdrücken. Ihr Partner mag weniger Zeit für den Haushalt aufbringen, aber dafür die besonders unangenehmen Aufgaben (Steuererklärung!) erledigen. Sie mögen für die Pflege Ihrer gemeinsamen Kontakte zuständig sein, können sich dafür aber auch über intensivere Beziehungen zu Ihren Freunden freuen. Meist besteht das Problem gar nicht in erster Linie im zeitlichen Ungleichgewicht, sondern in der mangelnden Anerkennung, unter der oft beide Partner leiden. Erklären Sie Anerkennung zum neuen Zahlungsmittel in Ihrer Beziehung. Leisten Sie eine großzügige Anfangszahlung. Zeigen Sie Ihrem Partner, dass Sie schätzen, was er für Ihr Zusammenleben tut.

Sehen Sie Kritik mit neuen Augen

Die Situation: Motzt Ihr Partner an Ihnen herum, reagieren Sie, indem Sie ihm Ihrerseits Vorwürfe machen („Du musst gerade reden!“). Ihr Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung.“

simplify-Tipp: Sehen Sie Kritik nicht als Angriff auf Ihre Person, sondern als Chance, sich weiterzuentwickeln. Schließlich kennt Sie kaum jemand so gut wie Ihr Partner – und in der Regel sagt Ihnen kein anderer so offen seine Meinung. Behandeln Sie Kritik wie ein Geschenk, das Ihnen überreicht wird: Bedanken Sie sich dafür, und betrachten Sie es von allen Seiten. Vielleicht können Sie mehr damit anfangen, als Sie zunächst geglaubt haben! Anders als bei materiellen Geschenken wird die Verpackung oft wenig attraktiv sein. Lassen Sie sich davon aber nicht von dem möglicherweise wertvollen Inhalt des Päckchens ablenken!

Schicken Sie Ihren Partner in den Urlaub

Die Situation: Sie stellen sich so hilflos (unwissend, ungeschickt) an, dass Ihr Partner Ihnen die Dinge automatisch aus der Hand nimmt, den verknoteten Schnürsenkel löst, den Sohn zum Lernen antreibt, das Geschenk für die Nachbarn auswählt ... Ihr Motto: „Ich kann das eben nicht!“ Oder: „Du kannst das einfach besser!“

simplify-Tipp: Lösen Sie sich von solch eingefahrenen Rollenspielen. Am besten gelingt Ihnen das, wenn Sie tatsächlich auf sich gestellt sind, weil Ihr Partner gar nicht verfügbar ist. Genehmigen Sie ihm regelmäßig eine Auszeit in Form von abendlichen Freizeitaktivitäten, freien Wochenenden oder eines Urlaubs ohne Sie. In dieser Zeit schmeißen Sie den Laden alleine. Machen Sie „Selbst ist die Frau/der Mann“ zu Ihrem Motto. Setzen Sie Ihren Ehrgeiz darin, dass Sie Ihren Partner bei seiner Rückkehr nicht mit einer To-do-Liste empfangen. Tipp für den Heimkehrer: Verkneifen Sie sich besserwisserische Kommentare à la „Wenn ich nicht da bin ...“ genauso wie Von-oben-herab-Lobeshymnen.

Werden Sie zum Entscheidungsträger

Die Situation: Ob es darum geht, ein neues Auto anzuschaffen, für Ihren Junior eine passende Austauschorganisation zu finden, ein Urlaubsziel zu wählen oder bloß darum, was es zum Mittagessen geben soll: Sie überlassen die Entscheidung gerne Ihrem Partner. Ihr Motto: „Mir ist alles recht!“

simplify-Tipp: Wer seinem Partner Entscheidungen überlässt, glaubt oft, es ihm damit einfacher zu machen („Ich rede dir nicht rein!“). De facto aber machen Sie es sich selbst zu einfach! Denn: Ihr Partner muss nicht nur die nötigen Informationen beschaffen, er trägt auch die Last der Verantwortung für etwaige Fehlentscheidungen. Dazu kommt: Mitentscheiden zu wollen ist immer auch ein Zeichen für inneres Engagement. Mit „Mir ist alles recht“ signalisieren Sie Ihrem Partner, dass Ihnen alles ziemlich egal ist! Informieren Sie sich. Sehen Sie beim Wandern mit auf die Karte, wenn es um die Frage geht, welchen Weg Sie nehmen sollen. Verzichten Sie nicht darauf, Ihre Meinung zu äußern, bloß weil Sie unsicher sind oder auch mit den Alternativen einverstanden wären. Zeigen Sie Ihrem Partner, wie wichtig Ihnen die Sache ist: „Ich hätte wahnsinnig Lust, noch auf den Gipfel zu steigen. Würde es dir etwas ausmachen, im Berggasthof zu warten?“ Oder aber: „... Wenn es dir zu viel wird, bleibe ich aber auch gern mit dir im Berggasthof.“ 

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