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Mit diesen Kommunikationskniffen lassen Sie Ihre Partnerschaft aufblühen


„Du bist einfach nur rücksichtslos! Drei Mal am Tag latschst du an dem Müllsack vorbei und bringst ihn einfach nicht runter.“ – „Kapierst du nicht, dass mir wichtigere Sachen durch den Kopf gehen als dein blöder Müll?“ Das ist kein erfundenes Beispiel. In den meisten Partnerschaften wird genörgelt, angeordnet, gejammert. Man ist beleidigt, eingeschnappt, zornig, verletzt. Die kalifornische Therapeutin Tina Tessina hat über viele Jahre hinweg den Kommunikationsstil von Paaren untersucht und ist entsetzt: „Eigentlich sollten Sie doch der Person, die Sie lieben und mit der Sie Ihr Leben teilen, den höchsten Respekt entgegenbringen. Viele Paare aber tun das Gegenteil. Mit dem geliebten Partner wird am lieblosesten geredet. Jeder Kollege oder Kunde wird rücksichtsvoller behandelt.“ Die gute Nachricht: Wenn Paare den Ton ihrer Gespräche verbessern, verbessern sich schlagartig ihre Beziehung und ihre Lebensfreude. Das sollten Sie für eine bessere Kommunikation in der Partnerschaft beherzigen:

In einer Partnerschaft gibt es ...

 

... keinen Boss

 

So manche Frau, so Tessina, tendiert zu Hause zu einer gewissen Chef-Attitüde: „Hier habe ich das Sagen.“ Das unlösbare Dilemma der Männer: Akzeptiert er sie als Boss im Haus, verliert sie über kurz oder lang ihm gegenüber den Respekt. Nimmt er aber die Herausforderung an und lässt sich nicht alles gefallen, steigt der heimische Aggressivitäts-Level.

 

simplify-Rat: Gehen Sie als Paar an gemeinsame Aufgaben partnerschaftlich heran. Keiner kommandiert im Kasernenhofton, und wenn die Genervtheit noch so groß ist. Das Erfolgsgeheimnis eines guten Miteinanders sind Formulierungen in Frageform: „Wenn ich die Sachen wegräume und du den Boden saugst, dann schaffen wir das doch in einer halben Stunde, oder?“

 

… keine Blockbildung Eltern gegen Kinder

 

Tina Tessina ist davon überzeugt: In Erziehungsfragen dürfen, ja sollten die zwei Partner unterschiedliche Stile haben. Das ist für ein Kind leichter zu ertragen, als viele meinen. Kinder leiden weit mehr darunter, wenn die Eltern unbedingt auf eine gemeinsame Linie kommen wollen – und deshalb ständig darüber streiten, wer recht hat.

simplify-Rat: Reden Sie im Einzelgespräch mit einem Kind niemals schlecht über Ihre/n Partner/in. Hier lernen Kinder, was Respekt in einer Beziehung ist! Sie merken, dass die Mutter andere Methoden hat als der Vater, aber beide entspannt damit umgehen können. Das wirkt sich direkt auf Ihre Kommunikation in der Partnerschaft aus!

 

… keine Schimpfwörter

 

Früher galt „Gefühle rauslassen“ als gesund. Inzwischen weiß man, dass herausgebrüllte negative Emotionen wie ein nicht abbaubares Gift wirken, das sich im Herzen des anderen festsetzt. Auf Dauer kann das eine Beziehung töten. Wenn in Ihnen die Wut kocht, schreien Sie Ihren Zorn heraus, wenn Sie allein sind und der andere Sie nicht hören kann. Benutzen Sie auch Freundinnen oder Freunde nicht als Mülleimer Ihrer Wut.

 

simplify-Rat: Verabschieden Sie sich von ironischen Bemerkungen à la „Natürlich, du kannst ja alles besser!“ – „Danke, für dich bin ich ja nur der Oberidiot!“

 

In eine Partnerschaft gehören ...

 

… freundliche Worte

 

Das beste Gegengift zu bösen Gedanken (egal, ob ausgesprochen oder nicht) sind Ermutigungen und Freundlichkeiten. Sagen Sie Ihrem Partner etwas Positives. Zeigen Sie Ihre Freude darüber, dass er etwas für Sie getan hat – oder einfach darüber, dass er da ist. Schon die simplen Begriffe „bitte“ und „danke“ erleichtern das Zusammenleben enorm.

 

simplify-Rat: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie schon irgendwie freundlicher wirken werden. Nehmen Sie es sich fest vor! Ein einfacher Satz wie „Das war nett, dass du mir die schwere Kiste hereingetragen hast!“ kann Ihrem Partner den halben Tag versüßen. „Danke für die gebügelten Hemden“ mag Ihnen überflüssig vorkommen – sagen Sie es trotzdem, und beobachten Sie den guten Effekt.

 

… Zeiten echter Zuwendung

 

In den meisten Partnerschaften ist Zeit kostbar. Viele Paare nutzen daher jede Chance, miteinander zu reden – auch wenn die Situation für ein herzliches Gespräch denkbar ungeeignet ist: Während sie miteinander sprechen, sehen sie sich nicht einmal an, sondern gehen einer anderen Tätigkeit nach („Ich checke schnell mal den Wetterbericht!“), oder verlassen sogar zwischendurch das Zimmer. Verbringen Sie jeden Tag „hochwertige“ Zeit miteinander – in der Sie sich ansehen, ohne Ablenkung zuhören und einander zugewandt sind.

 

simplify-Rat: Tessina empfiehlt, sich ein inneres Signalwort zurechtzulegen, mit dem Sie sich in Stress- oder Ablenkungssituationen an den Ernst Ihrer partnerschaftlichen Kommunikation erinnern. Sagen Sie leise zu sich „Ich liebe und respektiere ihn/sie“, um an die höchsten Werte Ihrer Partnerschaft zu denken.

 

… verbale Süßigkeiten

 

Machen Sie es wie die Bären: Ein bisschen Honig macht auch den ruppigsten Bärenmann und die aggressivste Bärin zugänglich. Bauen Sie sanfte Phrasen in Ihre Kommunikation ein: „Erzähl mir, was du denkst. Deine Meinung dazu würde mich interessieren.“ Bei Konflikten besonders effektiv sind Sätze wie: „Ich verstehe, dass du anders darüber denkst. Aber ich fände es so schön, wenn du trotzdem Ja sagst.“

 

simplify-Rat: Vor allem Männer finden solche Formulierungen zunächst umständlich. Sie werden aber bald merken, wie sehr diese sich auszahlen!

 

… Lockerheit

 

Lassen Sie Probleme ungelöst, wenn Sie sich nicht in Problemlösungsstimmung befinden. Trauen Sie sich, eine Art Wetterbericht über Ihre eigene Stimmung abzugeben: „Ich bin zu sauer, um jetzt darüber mit dir zu reden. Wir gehen es an, wenn ich wieder besser drauf bin.“

 

simplify-Rat: Verständigen Sie sich nach einer aufgeheizten Debatte ruhig auch per E-Mail, WhatsApp oder Notizzettel. Mit dieser emotionsarmen Form der Mitteilung steigen Ihre Chancen, dass Sie beide wieder zu mehr Gelassenheit finden.

 

Beziehungstipps für die Kommunikation in der Partnerschaft

 

 

So stärken Sie Ihre Partnerschaft auf Dauer

 

Kontakt – das ist doch für eine Partnerschaft eine Selbstverständlichkeit! So mag mancher von Ihnen angesichts des Titels denken. Doch in dem Wort „Kontakt“ steckt viel mehr als eine irgendwie geartete Beziehung. Das Englische hilft hier weiter: contact wird nicht nur mit „Kontakt“ übersetzt, sondern auch mit „Berührung“ oder „Verbindung“. Hier einige simplify-Beziehungstipps, wie Sie den Kontakt zu Ihrem Partner pflegen.

 

Die 5 wichtigsten Minuten des Tages

 

Der Moment, an dem Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin morgens beim Aufwachen oder abends nach der Arbeit zum 1. Mal sehen, spielt eine entscheidende Rolle dafür, wie Ihre übrige gemeinsame Zeit aussehen wird. Beginnen Sie Ihre gemeinsame Zeit mit der Frage „Wie war deine Nacht/dein Tag?“. Nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit, um miteinander zu sprechen, und schauen Sie sich dabei an. Damit Sie tatsächlich miteinander in Verbindung treten, müssen Sie dabei auf jedwede Nebenbeitätigkeit (Blick in die Zeitung, Essenszubereitung etc.) verzichten.

 

Im selben Raum

 

Viele Menschen sind, bedingt durch Arbeit und sonstige Aktivitäten, nur wenige Stunden pro Woche tatsächlich daheim. Verbringen Sie die knappe Zeit, die Sie beide zuhause sind, nach Möglichkeit im selben Raum. Das bedeutet nicht, dass Sie sich die ganze Zeit intensiv miteinander beschäftigen müssen. Auch wenn Sie kochen, während Ihr Partner die Gemüsekiste aussortiert, spüren Sie seine Gegenwart stärker, als wenn er währenddessen den Flur aufräumen würde.

 

Berühren Sie sich körperlich …

 

 

Nehmen Sie immer wieder mit kleinen Gesten körperlich Kontakt zu Ihrem Partner auf – beispielsweise wenn Sie daheim aneinander vorbeigehen, miteinander einen Spaziergang machen oder auch wenn Sie beim Essen zusammen am Tisch sitzen. Dadurch zeigen Sie Ihrem Partner, dass Sie ihm nahe sein möchten und ihn nicht etwa als Teil des Mobiliars betrachten. Finden Sie heraus, welche Gesten Ihr Partner dabei als angenehm empfindet, etwa das Streicheln des Handrückens oder des Nackens, den Arm um die Schulter, das Ergreifen der Hand etc.

 

… und seelisch

 

 

Eine gute Partnerschaft lebt von gemeinsamer Vergangenheit, aufmerksam miteinander verbrachter Gegenwart und zuversichtlich erwarteter Zukunft. Mit kleinen Gesten halten Sie diese drei Aspekte für Ihre Partnerschaft lebendig. Beispiele: Erinnern Sie an die Frühzeit Ihrer Beziehung – etwa indem Sie die Sorte Bonbons, die Ihre Partnerin damals so gerne lutschte, übers Internet ausfindig machen und bestellen. Zeigen Sie Ihrer Partnerin Ihre Aufmerksamkeit, indem Sie nicht 5 Tage vor ihrem Geburtstag oder vor Weihnachten nach einem Wunsch fragen, sondern sich selbst etwas überlegen, das Ihrer Partnerin mit ihren gegenwärtigen Interessen und Neigungen gefallen könnte. Träumen Sie zusammen von gemeinsamen Unternehmungen, die Ihnen für die nächsten Jahre vorschweben.

 

Nutzen Sie Mail und Handy

 

 

Wenn Sie tagsüber getrennte Wege gehen: Etablieren Sie Mini-Rituale der Verbindung. Mailen Sie z. B. Ihrer Partnerin zur Mittagszeit einen „Guten Appetit“, oder rufen Sie abends, wenn Sie aus der U-Bahn steigen, daheim an und sagen Sie: „In 10 Minuten bin ich bei dir.“ Ihre Botschaft muss nicht originell und jeden Tag neu sein – schon die Tatsache der Verbindungsaufnahme wird Ihre innere Verbindung stärken.

 

Suchen Sie sich ein gemeinsames Projekt

 

 

Mehr Zeit miteinander verbringen und neue Seiten am anderen kennen lernen: Das klappt oft gut, wenn sich die Partner zusammen an ein neues Projekt machen. Dabei kann es sich um die Organisation eines Großfamilientreffens handeln, den Umbau des Hauses nach Ende der Familienphase, die Neubegründung einer Pfarrbücherei … In der Regel von Vorteil: Begeben Sie sich dabei nicht auf das (fachliche) Terrain des einen Partners, sondern auf Neuland für beide.

 

Tabuwörter

 

 

Auch wenn es derzeit gehörig bei Ihnen kracht oder Sie etwas gleichgültig nebeneinander leben: Nehmen Sie nie die Wörter „Scheidung“ und „Trennung“ in den Mund. Auch Sätze wie „Ich habe Angst, dass wir beim Scheidungsanwalt landen, wenn das so weitergeht“ treiben Sie in die falsche Richtung. Drücken Sie Ihr Ziel positiv aus: „Ich möchte wieder stärker mit dir verbunden sein.“

 

Weitere Beziehungstipps für die Partnerschaft

 

 

Wie Sie einander mit der Kommunikation in der Partnerschaft Ihre Zuneigung zeigen

 

Sind Sie etwa ein Schatz, ein Walfisch oder eine Maus? Oder hören Sie auf Engel, Drache, Großer oder Schlafmützchen? Die Vielfalt der Kosenamen unter Partnern wird derzeit von Forschern der Universität Augsburg untersucht. Hier unsere simplify-Tipps, wie Sie durch eine liebevolle Anrede Ihre Partnerschaft stärken.

 

Ihr Geheimcode

 

Nach den Umfrageergebnissen der Augsburger Forscher ist „Schatz“ (Schatzi etc.) der häufigste Kosename unter Partnern. „Schatz“ drückt aus: Du bist kostbar, wertvoll, etwas Besonderes für mich.

simplify-Tipp: Betonen Sie diese Besonderheit zusätzlich durch ein persönliches Kosewort, dessen Bedeutung sich nur Ihnen beiden aus Ihrer gemeinsamen Geschichte erschließt. Solche Namen finden sich nicht durch konzentriertes Nachdenken, sondern eher durch fantasievolles Nachspüren Ihres gemeinsamen Lebensweges. Nehmen Sie etwa einen Kosenamen, der auf den ersten Ort Ihrer Begegnung oder ein besonderes Erlebnis anspielt (Vergangenheit), auf ein Interesse, das Sie teilen (Gegenwart), oder auf Ihre gemeinsamen Pläne (Zukunft). Jedes Mal, wenn Sie diesen Kosenamen aussprechen, fühlen Sie beide sich innerlich verbunden. Vielleicht stößt Ihre Fantasie auch auf ein Namenspaar, das Sie beide verbindet. Beispiel: Herr und Frau H. waren auf Hochzeitsreise (honeymoon) in den USA – er nennt sie „honey“ und sie ihn „moon“. Wichtig: Sehen Sie Kosenamen als einen intimen Ausdruck von Zuneigung, der nicht für die Ohren anderer bestimmt ist und auch in Konfliktgesprächen nichts zu suchen hat.

 

Frischer Wind für die Partnerschaft

 

Sehr beliebt sind auch Tiernamen wie Maus, Hase, Bär und Spatz. Ebenso wie Figuren aus Literatur und Film sind sie vielseitig deutbar. So kann beispielsweise „Bär“ auf die Beziehung anspielen („Ich finde dich so putzig wie die Bärenbabys Knut und Flocke.“), auf Charaktereigenschaften („Du bist oft brummig am Morgen.“) oder auf körperliche Merkmale („Du bist groß und stark.“). Und womöglich wissen Sie nicht einmal selbst mehr, warum Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin seit Jahr(zehnt)en so anreden.

 

simplify-Tipp: Deuten Sie Ihr klassisches Kosewort für sich beide neu! Sagen Sie Ihrem Partner, warum Sie ihn heute gerne so anreden. Beispiel: „Wenn ich Bär zu dir sage, denke ich an deine kraftvolle, zupackende Art.“

 

Kose- statt Spitzname

 

Ein Kosename ist liebevoll, ein Spitzname dagegen stichelt. Ist die „Maus“ nur „süß“ oder wurde der Name gewählt, weil die Partnerin früher grau und schüchtern war? Spielt „Dickie“ darauf an, dass der Partner nicht mehr so schlaksig ist wie früher, oder lautet die Botschaft „Du bist nicht mehr attraktiv“? simplify-Tipp: Hat Ihr Kosename einen unguten Beigeschmack, dann verabschieden Sie sich von ihm. Oder ergänzen Sie ihn durch einen zweiten, der andere Seiten Ihres Partners betont (etwa „Katze“ statt „Maus“).

 

Vorname statt Funktion

 

Eltern und Großeltern reden voneinander häufig als „Papa/Mama“ beziehungsweise „Oma/Opa“ oder sprechen sich sogar damit an. Das signalisiert: Ich sehe dich in erster Linie nicht als Partner, sondern als Eltern- oder Großelternteil für die Kinder. simplify-Tipp: Verändern Sie Ihre Perspektive, indem Sie – wie früher – Ihre Vornamen verwenden. Wenn Sie vor Kindern über einander sprechen, ist Vorname plus Verwandtschaftsbezeichnung ein guter Kompromiss, also etwa „Georg-Opa“.