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Paar-Irrtümer, von denen Sie sich verabschieden sollten


Was macht eine gute Partnerschaft aus? Darüber existieren viele weitverbreitete Vorstellungen. Aber: Nicht alle sind richtig. Der Paarberater Christian Thiel hat populäre Irrtümer zusammengetragen. Wir haben 5 davon ausgewählt und für Sie in simplify-Tipps verwandelt:

Engagieren Sie sich stärker als Ihr Partner

Häufiger Irrtum: „Geben und Nehmen müssen in einer Partnerschaft im Gleichgewicht sein.“

Fakt ist: Jeder nimmt in der Partnerschaft nur seine eigenen Leistungen zu 100 % wahr, die des Partners/der Partnerin dagegen nicht. Herrscht aus eigener Sicht Gleichgewicht, fühlt sich der/die andere also im Nachteil. Ein Problem, das mathematisch nicht zu lösen ist.

simplify-Tipp: Verzichten Sie aufs Aufrechnen, das eine Abwärtsspirale in Gang setzt. Beschließen Sie stattdessen, aus eigener Sicht mehr zu geben, als zu nehmen. Denn das setzt eine Aufwärtsspirale des beidseitigen Immer-mehr-Gebens und der gegenseitigen Wertschätzung in Gang. Voraussetzung dafür, dass das klappt: Sie wissen beide, was der/die andere sich wünscht (siehe nächster Abschnitt). Sonst geht es Ihnen wie dem alten Ehepaar, das dem anderen zuliebe jeweils auf die bevorzugte Semmelhälfte verzichtete (er wollte unten, sie oben) – und sich dadurch 50 Jahre Genuss entgehen ließ.

Bringen Sie Ihre Wünsche vor ...

Häufiger Irrtum: „Den Partner kann man nicht ändern.“

Fakt ist: Wer alles hinnimmt, was ihm am anderen nicht passt, wird auf Dauer unglücklich.

simplify-Tipp: Schreiben Sie Ihre Wünsche an Ihren Partner auf – von „das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine stellen“ bis hin zu „zu mir stehen, wenn mich meine Schwiegereltern anmotzen“. Nummerieren Sie die Punkte auf Ihrer Liste, das Wichtigste kriegt also die 1 als Nummer. Nun nennen Sie Ihrem Partner Ihre Wünsche (natürlich nicht alle auf einmal). Aber:

  1. Verzichten Sie auf Vorwürfe und Schuldzuweisungen.
  2. Reden Sie über konkretes, veränderbares Verhalten, nicht über die Persönlichkeit Ihres Partners.
  3. Bestärken Sie Ihren Partner, indem Sie auch kleine Verhaltensänderungen registrieren und Ihre Freude darüber zeigen. Besser als Lob (mit dem Sie in die Erzieherrolle schlüpfen) ist ein schlichtes „Danke“ oder ein Lächeln.

... aber akzeptieren Sie die Existenz unlösbarer Probleme

Häufiger Irrtum: „Probleme in einer Partnerschaft muss man lösen“ (etwa durch Miteinander-Reden).

Fakt ist: Liegt die Ursache eines Problems in Persönlichkeitsunterschieden oder verschiedenen Wertvorstellungen, lässt sich auch durch viel Reden keine Veränderung erreichen. Untersuchungen zufolge geht es in der Mehrzahl aller Konfliktgespräche genau um solche Dauerbrenner.

simplify-Tipp: Fragen Sie sich bei jedem Konflikt: Lässt er sich lösen? Oder handelt es sich um etwas, das ich am besten hinnehme wie das Wetter? Beispiel: Sie sind ein Morgenmensch, Ihr Partner ist ein Nachtmensch. Verzichten Sie für eine gute Partnerschaft auf Predigten à la „Wer morgens aufsteht, hat mehr vom Tag!“. Machen Sie das Beste draus – etwa indem Sie als Morgenmensch die „Stunde für mich“ in der Früh genießen.

Schluss mit Geschlechterklischees über Sex

Häufiger Irrtum: „Männer wollen immer nur das eine.“

Fakt ist: Statistisch gesehen sind ungefähr gleich viele Frauen wie Männer frustriert, weil sie gern mehr Sex mit ihrem Partner/ihrer Partnerin hätten.

simplify-Tipp: Werfen Sie Rollenklischees über Bord. Etwa das vom Mann, der immer sexbereit ist, und der Frau, deren Lust automatisch nachlässt. Dann müssen Sie als Frau Ihren Partner bzw. als Mann sich selbst nicht unter Druck setzen. Und Sie beide brauchen auftretende weibliche Unlust nicht einfach hinnehmen als „ganz normal, wenn man länger zusammen ist“. Schauen Sie nur auf Ihre eigene Partnerschaft: „Was können wir tun, damit wir beide zufrieden sind?“

Das A und O: Innere Verbundenheit

Häufiger Irrtum: „Paare, die viel gemeinsam unternehmen, stärken ihre Partnerschaft.“

Fakt ist: Die für den Zusammenhalt in einer guten Partnerschaft wichtigste Aktivität ist das Gespräch über den Tag. Wenn Sie Ihr Bedürfnis, sich auszutauschen, in erster Linie mit einem Außenstehenden befriedigen, so ist das ein Alarmzeichen.

simplify-Tipp: Tauschen Sie sich ab sofort jeden Tag darüber aus, was Sie beide an diesem Tag erlebt haben und wie es Ihnen damit ergangen ist. Fragen Sie nicht nur: „Wie geht es dir?“ Werden Sie konkreter: „Wie habt ihr heute in der Arbeit den Zimmertausch gemanagt?“ – „Wie hast du dich gefühlt, als du den Schlüssel abgegeben hast?“ Fühlen Sie sich ein, zeigen Sie Wohlwollen. Besonders wenn der Tag mies gelaufen ist, sollten Sie vermitteln: „Ich stehe voll und ganz hinter dir!“

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