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Wir-Gefühl: So stärken Sie als Paar Ihre Zusammengehörigkeit


Mit Wehmut erinnern sich viele Menschen, wie stolz sie zu Beginn ihrer Partnerschaft von dem „Wir“ gesprochen haben, das sie mit ihrem Partner gebildet haben. Gewöhnung, Alltagsstress, unterschiedliche Ansichten und Kinder lassen dieses wunderbare Wir-Gefühl im Laufe der Zeit oft verblassen. Hier unsere Auffrischungstipps – die meisten lassen sich leicht abgewandelt auch auf andere Gemeinschaften (etwa berufliche Teams) übertragen:

Dauerbelastungen abbauen!

Ist Ihr Leben stressig, bleibt Ihnen weniger Zeit für gemeinsame schöne Erlebnisse – und Ihre Kommunikation wird oberflächlicher. Nach Ansicht des Psychologie-Professors und Stressexperten Guy Bodenmann ist chronischer Alltagsstress dabei vielfach noch bedrohlicher als eine akute Krisensituation, wie sie etwa durch eine Krankheit hervorgerufen wird. Grund: Krisensituationen bringen Paare oft auch näher zusammen („Das stehen wir zusammen durch“), während im Alltagsstress häufig das Verständnis füreinander fehlt („Warum bist du immer so gehetzt/schlecht gelaunt?“).

simplify-Tipp: Fällt der Punkt „Zeit zu zweit“ ständig anderen Verpflichtungen zum Opfer, rücken Sie ihn in Ihrer Prioritätenliste nach oben! Ihre Partnerschaft sollte Ihnen mindestens so wichtig sein wie Ihre berufliche Karriere. Betrachten Sie Alltagsstress als eine Herausforderung, die sich nur gemeinsam meistern lässt. Entwickeln Sie gemeinsam eine Strategie, wie Sie sich unterstützen können.

Ringen Sie nicht um den Sieg ...

... sondern um Ihre Liebe. Die größten Feinde des „Wir“ sind „Ich habe recht“ und „Ich setze mich durch“. Auch wenn Sie zunächst als Sieger dastehen – das in zwei „Ichs“ aufgespaltene „Wir“ bedeutet: Auf Dauer sind beide Verlierer!

simplify-Tipp: Definieren Sie in Konflikten ein gemeinsames Ziel. Sagen Sie Ihrem Partner: „Lass uns einen Kompromiss finden, mit dem wir beide gut leben können.“ Voraussetzung für eine gute Lösung ist, dass Sie sich beide in den anderen einfühlen – gerade wenn Sie völlig verschiedener Ansicht sind oder komplett unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ahmen Sie den Sprachstil der Briten nach: keine konfrontativen Fragen à la „Warum ist dir denn das so wichtig?“, formulieren Sie stattdessen indirekt: „Ich möchte gern verstehen, warum dir das so wichtig ist.“

Überbrücken Sie Abwesenheiten

Bei Paaren, die in einer Fernbeziehung leben oder sich wegen unterschiedlicher Arbeitszeiten tagelang nicht im Wachzustand begegnen, eine häufige Klage: „Nie bist du da!“

simplify-Tipp: Nutzen Sie alle digitalen Möglichkeiten für Mini-Rituale der Verbindung. WhatsAppen Sie Ihrer Partnerin zur Mittagszeit ein Herz oder „Guten Appetit“. Pflegen Sie bei Fernbeziehungen eine Mischung aus spontanen Nebenbei-Kontakten (während einer Wartezeit ein Selfie schicken, beim Bügeln telefonieren) und geplanten Exklusiv-Kontakten (im Terminkalender festgehaltene Verabredung für ein längeres Telefonat). Bei dem einen weckt ein online bestellter Blumenstrauß liebevolle Gefühle, beim anderen lässt ein Telefonat in der Badewanne das Herz höher schlagen. Fragen Sie Ihren Partner, wodurch bei ihm Nähe entsteht, und gehen Sie darauf ein.

Schwelgen Sie in Erinnerungen

Erinnern Sie sich an gemeinsame Erlebnisse, etwa indem Sie sich die Digitalaufnahmen der letzten Urlaube als Diashow auf Ihrem Tablet oder dem Fernsehbildschirm anschauen. Auch Düfte können besondere Erinnerungen hervorrufen: Kochen Sie das Lieblingsgericht aus Ihrem Griechenlandurlaub vom vorletzten Jahr, oder spüren Sie das Deo auf, das Sie „damals“ in Ihrer Kennenlernphase benutzt haben.

simplify-Tipp: Entwickeln Sie Ihre ganz persönlichen Beziehungsrituale (über den Blumenstrauß am Hochzeitstag hinaus!). Machen Sie sich auf die Suche nach der romantischen Parkbank, auf der Sie in Ihrem ersten Sommer oft gesessen haben – auch auf die Gefahr hin, dass heute an dieser Stelle eine Pommesbude steht. Pflegen Sie Ihre eigene Zweier-Sprache mit Ausdrücken und Anspielungen, die außer Ihnen niemand versteht.

Schmieden Sie gemeinsam Pläne

Allerdings: Die bloße Rückbesinnung auf gute gemeinsame Zeiten hält eine Partnerschaft auf Dauer nicht lebendig. Schauen Sie auch gemeinsam in die Zukunft! Was möchten Sie noch zusammen erleben? Ein bestimmtes Land bereisen? In einen anderen Stadtteil ziehen? Miteinander eine kleine Verrücktheit begehen (ein Abend im Spielcasino, endlich mal wieder tanzen)? Besonders stark zusammen schmieden Erlebnisse, die für Sie beide neu sind.

simplify-Tipp: Denken Sie ruhig weit voraus. Sie können nicht vorhersehen, was das Alter Ihnen bringen wird. Aber sobald Sie darüber sprechen, wie Sie sich Ihre letzten gemeinsamen Lebensjahre vorstellen, ist das wie ein Versprechen: „Wir bleiben zusammen, komme, was wolle.“

Werden Sie ein Team

Nichts verbindet so sehr wie ein gemeinsames Projekt: die Organisation eines Großfamilientreffens, die Renovierung Ihrer Wohnung nach Ende der Familienphase, die Begleitung einer Flüchtlingsfamilie, das Training für einen Halbmarathon. Begeben Sie sich dabei möglichst nicht auf das Terrain des einen Partners, sondern auf Neuland für beide.

simplify-Tipp: Behalten Sie beide Ziele im Auge: Ihr objektives Projektziel (die Wohnung von „zweckmäßig“ in „schön“ umgestalten) und das Ziel, das Sie damit für Ihre Partnerschaft erreichen wollen (mehr Zeit miteinander verbringen).

Zeigen Sie sich als Paar

Machen Sie nach außen sichtbar, dass Sie zusammengehören. Bummeln Sie Hand in Hand durch die Fußgängerzone. Nehmen Sie sich zum Friedensgruß in der Kirche kurz in den Arm, statt sich bloß die Hand zu schütteln. Stimmen Sie Ihre Farben ab, wenn Sie sich für eine gemeinsame Einladung schick machen. Stellen Sie Ihren Partner vor, wenn Sie unterwegs jemandem begegnen, der nur Sie kennt.

simplify-Tipp: Besprechen Sie Termine und andere wichtige Dinge nicht nur mit Ihrem Partner, sondern zeigen Sie auch anderen, dass Sie das tun: „Ich melde mich, sobald ich mit Bettina/Dominik darüber gesprochen habe.“ Lassen Sie sich nicht auseinanderdividieren durch Ansprüche, die Ihre jeweilige Herkunftsfamilie an Sie stellt.

Loben Sie Ihre Beziehung

Machen Sie nicht nur Ihrem Partner/Ihrer Partnerin Komplimente, sondern auch Ihrer gemeinsamen Beziehung. Beispiel: „Bei meinen Eltern habe ich es oft erlebt, dass Konflikte unter den Teppich gekehrt wurden. Ich bin so froh, dass wir uns auch mal streiten können und danach wieder gut sind.“

simplify-Tipp: Frauen wie Männer untereinander mäkeln gerne einmal über die jeweils bessere Hälfte („Meiner schafft es auch nie, den Geschirrspüler einzuräumen“). Setzen Sie solch kritischen Tönen in Gesellschaft ruhig ein Loblied auf Ihre Beziehung entgegen: „Wir können uns jederzeit aufeinander verlassen. Das ist für mich das Allerwichtigste.“

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