simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

So schenken Sie Ihrer Partnerschaft Zukunft


„An einem Ort in unserem Leben wollen wir erleben: Hier bin ich geliebt, hier kann ich lieben.“ Mit diesen einfachen Worten beschreibt der erfahrene Paartherapeut Hans Jellouschek das Wesen einer geglückten Partnerschaft. Doch wie lässt sich dieser Ort der Liebe auf Dauer erhalten? Hier 3 von Jellouscheks Top-Tipps, simplify-mäßig aufbereitet.

Bleiben Sie gemeinsam auf der Plus-Seite

Problem: Immer öfter wird Kritik, immer seltener Anerkennung ausgesprochen. Oder lobende Worte gehen ins Leere, weil sie (scheinbar) gleichgültig aufgenommen werden. Die Folge: eine Abwärtsspirale, bei der das Negative allmählich die Oberhand gewinnt.

simplify-Tipp: Anerkennen Sie nicht nur die Leistungen Ihres Partners („Ich finde es toll, dass dein Chef so viel Vertrauen in dich setzt“ – „Danke, dass du dass du den Garten so gut pflegst“). Mit „Du lachst so schön lebhaft!“ oder „Ich mag es, wenn du mich mit deinen kräftigen Armen festhältst“ sprechen Sie scheinbare Äußerlichkeiten an, für die der andere gar nichts kann. Doch genau deshalb wirkt diese Art der Anerkennung oft stärker, denn sie sagt: Du als Person gefällst mir.

Wichtig: Schenkt Ihr Partner Ihnen Anerkennung, wehren Sie die nicht (pseudo)bescheiden ab. Freuen Sie sich nicht nur insgeheim, sondern zeigen Sie, dass Sie sich darüber freuen. Beispiel: Ihr Partner lobt Sie nach einer Fahrradtour für die Planung der Route, die Sie beide durch eine wunderschöne Landschaft geführt hat. Wenn Sie nun mit „Ach, mit einer guten Landkarte kann das eigentlich jeder“ reagieren, entwerten Sie das Lob. Sagen Sie lieber: „Danke, es hat mir Spaß gemacht, die Route auszutüfteln.“ Oder: „Danke, ich freue mich, dass dir die Landschaft auch so gut gefallen hat wie mir.“

Schaffen Sie echte Nähe

Problem: Die meisten langjährigen Paare glauben, sich in- und auswendig zu kennen. Doch oft haben sie sich nur aneinander gewöhnt, wie man sich an ein altes Möbelstück gewöhnt, nehmen sich einander aber gar nicht mehr richtig wahr. Schauen Sie zurück auf die letzten Jahre: Was hat sich bei Ihnen selbst getan? Welche neuen Interessen haben Sie entwickelt? Sind Sie z. B. weniger nachgiebig geworden, selbstsicherer, vorsichtiger? Was beunruhigt Sie derzeit? Haben Sie Ihren Partner an Ihrer Entwicklung teilhaben lassen, oder ist sie spurlos an ihm vorübergegangen? Genauso, wie Sie sich selbst weiter entwickeln, entwickelt sich auch Ihr Partner weiter. Könnten Sie all diese Fragen auch für ihn beantworten?

simplify-Tipp: Planen Sie ab sofort jede Woche Zeit zu zweit ein (Terminkalender!). Sie haben sich schon seit Längerem etwas aus den Augen verloren? Widerstehen Sie der Versuchung, die kostbare Zeit mit Alltagskram zu füllen (aufräumen, Erledigungen) oder vor dem Fernseher zu sitzen. Überlegen Sie sich schon vorher eine gemeinsame Beschäftigung: Lesen Sie sich abwechselnd aus einem Buch vor, singen oder musizieren Sie miteinander, schmieden Sie Pläne für Ihren nächsten Urlaub, entdecken Sie zusammen ein Stadtviertel, in dem Sie noch nie waren. Hauptsache, es bereitet Ihnen beiden Freude und bringt Sie miteinander in Verbindung. Für den einen (meist der Mann) mag bereits das gemeinsame Tun Nähe erzeugen sein, für den anderen (meist die Frau) ist es wichtig, dass Sie dabei oder danach miteinander reden. Beides ist gleichwertig!

Wichtig: Viele Paare kippen abends nach einem langen Arbeitstag völlig übermüdet ins Bett. Lust auf Sex? Fehlanzeige! Planen Sie daher auch Zeiten für sexuelle Intimität ein. Wenn sich abends bei Ihnen die „Zu müde“-Routine eingespielt hat, suchen Sie nach zeitlichen Alternativen – z. B. morgens nach dem Frühstück, sei es am Wochenende oder wenn Sie vor der Arbeit zeitlich noch Luft haben.

Finden Sie immer wieder neu die Balance

Problem: Einer der Partner hat das Gefühl, zu kurz zu kommen – manchmal sind es sogar beide. Im Bild: Sie sitzen auf einer Wippe, die nicht in Bewegung ist, sondern sich in einer permanenten Schieflage befindet; einer sitzt oben, der andere unten. (Welches da die bessere Position ist, ist übrigens gar nicht ausgemacht.)

simplify-Tipp: Ziehen Sie von Zeit zu Zeit miteinander eine Fairness-Bilanz. Dabei geht es nicht um das mathematische Aufrechnen von Leistungen bis zum Tag X, sondern darum, dass die Rollenverteilung in Ihrer Ehe Ihnen beiden gerecht wird. Schauen Sie genau hin – die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei:

 

  • Sind bei uns das Geben und das Nehmen in etwa ausgeglichen, oder ist einer zum Service-Center oder zum emotionalen Auffangbecken für den anderen geworden?
  • Wie sind die Machtverhältnisse bei uns? Bestimmt immer derselbe, ganz gleich ob es ums Geldausgeben, die Kindererziehung oder die Freizeitgestaltung geht?
  • Stimmt das Verhältnis zwischen „Ich“ und „Wir“? Pflegen wir genügend Gemeinsamkeiten, die uns miteinander verbinden, und führt zugleich jeder von uns noch ein Eigenleben?

Bringen Sie gemeinsam wieder Bewegung in Ihre festgefahrene Beziehung. Beispiel: Bei Ihnen hat meist einer das Sagen. Hier muss sich nicht nur der dominante Partner zurücknehmen, sondern der zurückhaltende Partner muss sich auch mehr einbringen. Sagen Sie nicht „Das ist dein Problem“, und lassen Sie sich das auch nicht von Ihrem Partner sagen. Denken Sie an das Bild mit der schiefen Wippe: Auf Dauer wird keiner von Ihnen Spaß daran haben. Kommt sie dagegen wieder in Bewegung, sind Sie beide Gewinner!

footerData.7421003 = TEXT footerData.7421003.value(