simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Schöner wohnen


...ganz ohne Designermöbel und Wohnzeitschrifts-Flair!

Haben Sie es auch schon einmal erlebt, dass jemand beim ersten Besuch in Ihrer Wohnung richtig überrascht über Ihren Einrichtungsstil war? Wie Ihr Zuhause aussieht, verrät viel über Sie! Doch nicht nur das: Auch Ihr persönliches Wohlgefühl hängt von seiner Gestaltung ab. Mit unseren simplify-Tipps zur Dekoration machen Sie es ohne großen Aufwand sowohl origineller als auch wohnlicher:

Deko: mehr als nur schön

Verschönern Sie Ihr Zuhause nicht mit Gegenständen, die Ihnen rein optisch gefallen. Umgeben Sie sich mit Dingen, die Sie auch innerlich ansprechen, mit denen Sie emotional verbunden sind. Stellen Sie Ihren Wohnungsschmuck auf den Prüfstand: Wozu können Sie eine Geschichte erzählen? Das kann die 50er-Jahre-Küchenuhr sein, die schon bei Ihren Großeltern in der Wohnung hing. Die Tonschale, die Sie auf einem griechischen Basar erworben und die ganze Rucksacktour mitgeschleppt haben. Eine Collage aus Ihren eigenen Naturfotos. Der Kissenbezug in Smaragdgrün, den Sie nach langer, vergeblicher Suche ganz zufällig entdeckt haben. Behalten Sie nur die Dinge, die Sie zum Gesprächs-Gegenstand machen können.

simplify-Tipp: Illustrieren Sie neben Erlebtem auch Ihre derzeitigen Lebensthemen und Zukunftspläne. Sie trauern um einen lieben Menschen? Gestalten Sie aus Fotos eine Familien- oder Ahnenwand. Sie träumen von einer USA-Rundreise? Bringen Sie die Stadtpläne der Städte, die Sie gerne besuchen würden, in einem Glaskasten unter.

Zeigen Sie Mut

Viele Menschen möchten sich gelegentlich „mal ganz anders“ einrichten. Aber: Können Sie das Sofa mit dem großen Blütenmuster (wie es vor ein paar Jahren in Mode war) nicht mehr sehen, müssen Sie für Ersatz tief in die Tasche greifen. Besser: Kombinieren Sie eher „klassische“ Möbel mutig mit auffälligen DekoElementen.

simplify-Tipp: Wenn Ihnen das große Wandtattoo mit der Skyline von New York nicht mehr gefällt, ziehen Sie es wieder ab. Wenn Sie das düstere Edvard-Munch-Poster zu stark runterzieht, rollen Sie es sorgfältig zusammen und verstauen es im Speicher. Wenn Sie sich an der Bodenvase mit Tierfelloptik endgültig sattgesehen haben, spendieren Sie diese einem Wohltätigkeitsbasar (siehe nächster Abschnitt).

Galerie statt Museum

Was dauerhaft zur Schau gestellt wird, nehmen Sie bald schon nicht mehr wahr. Entgehen Sie der Macht der Gewöhnung, indem Sie Ihren Wohnungsschmuck regelmäßig austauschen. Denken Sie dabei unbedingt auch an die Bilder an den Wänden. Gute Anlässe sind Weihnachten, Ostern und der Jahreszeitenwechsel, aber auch ein bevorstehender Besuch. Machen Sie einmal im Jahr Tabula rasa, ertragen Sie nackte Wände, Tische, Ablageflächen und Böden.

simplify-Tipp: Verfahren Sie zwischendrin nach dem in Sachen Kleiderschrank bewährten „1 rein, 1 raus“-Grundsatz: Wenn Sie z. B. ein neues Bild erstanden haben, nehmen Sie dafür ein anderes von der Wand, auch wenn das neue Bild an einer anderen Stelle hängen wird. Sie sammeln Porzellanpuppen, Pinguinfiguren oder Bierdeckel? Präsentieren Sie die in Form einer in regelmäßigen Abständen wechselnden Ausstellung und nicht alle auf einem Haufen.

Sammelsurium vermeiden

Je mehr originelle Stücke Sie haben, desto größer die Gefahr, dass vor allem Ihre Wohnzimmereinrichtung Sammelsuriumscharakter bekommt. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Räume eine „Klammer“ besitzen – eine Farbrichtung („herbstliche Töne“), eine Form („eckig“) oder ein Thema („asiatisch“). Informieren Sie sich beispielsweise in einem Farbengeschäft anhand von Farbtafeln über zueinander passende Farben. Oder lassen Sie sich von der Kleidermode inspirieren: Es sind mehr Kombinationen möglich, als Sie denken.

simplify-Tipp: Klotzen Sie statt zu kleckern. Wenige große Stücke machen mehr her als viele in Miniaturgröße. Sie fotografi eren gerne? Dann hängen Sie Ihre Bilder nicht in 13 x 18 an die Wand, sondern als Poster. Sogar Handyfotos sind mittlerweile so hoch auflösend, dass sie größere Formate vertragen.

Bringen Sie die Natur in Ihr Zuhause

Lernen Sie von der Sammelleidenschaft der Kinder! Wurzeln, Gräser, Moos, Steine in allen Größen und Formen, Blumen, Stöcke, Baumrinde, bunte Blätter, Kastanien, Bucheckern, Zapfen, verschiedenfarbige Erde, Schneckenhäuser ... – für all das müssen Sie nicht in ferne Lande reisen, sondern nur auf Spaziergängen in Ihrer nächsten Umgebung die Augen aufmachen.

simplify-Tipp: Naturmaterialien wirken schon an sich. Haben Sie keine bastelfreudigen Kinder, müssen Sie daraus also nicht irgendwelche Gebilde herstellen. Da die meisten davon vergänglich sind, eignen sie sich besonders als regelmäßig wechselnder Schmuck des Esstisches.

Dekorieren mit wenig Platz

Bei vielen Paaren gibt es einen leidenschaftlichen Dekorierer (überwiegend weiblichen Geschlechts) und einen Dekomuffel. Oft empfindet der die Dekoration schlichtweg als unpraktisch: „Es nervt mich, wenn der Couchtisch so voll gestellt ist.“ – „Staubsaugen bei uns ist der reinste Slalomlauf.“ Doch Deko muss Ihre Wohnung nicht voller machen, als sie ist. So lassen sich freie Wände nicht nur für Bilder nutzen, sondern auch für ein Wandbrett, auf dem Sie beispielsweise eine Vase, die Figuren eines großen Schachspiels oder Teile Ihrer Porzellankatzensammlung zur Schau stellen.

Oder machen Sie die Wand selbst zum Dekoelement. Streichen Sie eine Wohnzimmerwand in einer anderen Farbe, bringen Sie im Schlafzimmer ein Wandtattoo an, malen Sie im Kinderzimmer mit einer Schablone rundherum eine Borte, oder peppen Sie Ihr Badezimmer mit Klebefliesen auf. Viele Gebrauchsgegenstände besitzen zugleich Dekopotenzial. Nehmen Sie Dinge, die Sie täglich benutzen – Lampen, Obstschale, Tischdecken, Geschirr, Tabletts, Stiftehalter etc. –, unter die Lupe: Was davon erfreut Ihr Auge – und was ist lediglich zweckdienlich? Mit der einen oder anderen Neuanschaffung kann Ihr Zuhause wesentlich gewinnen.

simplify-Tipp: Gönnen Sie einander ein privates Eckchen (Wand, Regalfach), das Sie beide nach Ihrem jeweiligen Geschmack gestalten dürfen.

 

Autorin: Ruth Drost-Hüttl