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Chaos im Kopf


Vorgestern hatte ich ein echtes Tief. Ich war frustriert, weil ich stundenlang für einen Beitrag recherchiert hatte – und am Ende nichts dabei herauskam. Gar nichts. Mit finsterer Miene ging ich nach draußen in den Hof, von da aus in den Garten. Dort stand ich eine Weile, den Kopf voller Chaos. Mein Blick fiel auf das Himbeerfeld, das ebenfalls im Chaos lag.

Ich schnappte mir die Gartenschere, ein paar Lederhandschuhe und legte los: Abgestorbene Triebe zog ich heraus, die überwuchernden Brombeerausläufer schnitt ich zurück, den Brennnesseln rückte ich mit der Hacke zu Leibe. Während ich so vor mich hinschaffte, löste sich mein Knoten im Kopf. Das Ergebnis meines Schaffens war sofort sichtbar, auch wenn noch drei Viertel des Feldes vor mir lagen. Das tat gut!

Das Beste an dieser Tätigkeit war, so erscheint es mir im Nachhinein, dass ich einfach daraufloslegen konnte. Mein Kopf musste nicht erst den roten Faden finden oder ein Konzept erspinnen. Beim Blick auf das Himbeerfeld war sofort klar, was zu tun ist. Seit ich den Garten habe, beobachte ich, wie unterstützend das Unkrautjäten sein kann – wohlbemerkt als Ausgleich zu meinem Schreibtischjob. Ich hätte es nicht für möglich gehalten!

Nun verstehe ich langsam, dass so viele Menschen ihren Garten und die Arbeit darin schätzen. Denn früher konnte ich dem nie besonders viel abgewinnen. Heute ist das anders. Nur eines versuche ich zu vermeiden: dass ich beginne, mich unter Druck zu setzen, weil hier das kleinste Unkräutlein zu jäten oder dort der Rasenschnitt zu perfektionieren ist. Sonst entsteht auch daraus nur eines: Chaos im Kopf!