simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Das Glück des Mangels


Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, etwas schon zu kennen? Wenn ihr krampfhaft diesem Gefühl nachgeht und versucht herauszufinden, ob ihr falsch oder richtig liegt? So geht es mir mit diesen Worten, die mich am Samstag per Newsletter erreichten. Ich könnte schwören, ich habe darüber schon einmal geschrieben oder bei simplify.de gelesen. Eine Suche ergab jedoch das Gegenteil. Und selbst wenn: Dieses Zitat ist so schön und simplify, dass man es auch gut zweimal lesen kann!

Jack Kornfield, Buddhist und Vipassana-Lehrer, schrieb in „After the Ecstasy, the Laundry“: „Sogar Sokrates, der ein bescheidenes und einfaches Leben führte, ging gern zum Markt. Als seine Schüler ihn nach seinen Gründen fragten, sagte er: „Ich liebe es, dort hinzugehen und all die Dinge zu sehen, ohne die ich glücklich bin.“

So geht es mir oft, wenn ich in der Fußgängerzone unterwegs bin und verschiedene Läden betrete. Zum einen staune ich darüber, wie viel Geld die Menschen haben müssen, damit sie all diese Sachen kaufen können, nach denen sie sich umschauen. Zum anderen sehe ich Dinge, die mir gefallen, die mich erfreuen und die gleichzeitig sagen: „Du brauchst mich nicht, kannst mich einfach liegen lassen.“ Das gelingt mir in der Regel auch. Ich meine, die Aussage ist doch eindeutig, nicht wahr? Obwohl ich glaube, dass die Marketingstrategen der Läden es anders vorgesehen hatten. In ihren Augen schreien die schönen Dinge förmlich: „Kauf mich, du brauchst mich!“

Doch weil im Verlauf eines Stadtbummels so viele schöne Sachen alle dasselbe rufen, kommt die Botschaft bei mir nach kürzester Zeit irgendwie verwandelt an. „Du brauchst mich nicht ...“