simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Die Bonbon-Regel oder: Wie wir uns mit Klarheit das Leben einfacher machen


Bei uns gibt es zurzeit nur an bestimmten Tagen Süßigkeiten. Das ist für alle Beteiligten sehr entlastend. Mein Kind fragt nicht mehr den ganzen Tag über: „Mama, kriege ich was Süßes?“ Und ich bin nicht gezwungen, ständig „Nein“ zu sagen oder die Menge des Konsums einzuschränken. Kritisch wird’s nur dann, wenn die Kassiererin der Kleinen ein Traubenzucker übers Band reicht. Aber diese Süßkram-ist-überall-verfügbar-Geschichte wäre wieder ein eigenes Thema wert ...

Was ich mit diesem Vorspann sagen will, ist: Wenn ein klarer Rahmen gesetzt ist, wird das Leben einfacher. Es ist wie mit dem Bekenntnis von Mr. Money Mustache, sein Leben lokal zu leben. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er nicht in die Nachbarstadt fährt, um dort etwas Tolles zu erleben. Gestern unterhielt ich mich kurz mit einer Kollegin darüber. Ihr fielen sofort Beispiele ein, was ihr Leben vereinfacht hat.

Aufgrund einer Erkrankung hat sie sich eines Tages entschieden, nur noch Rohkost zu sich zu nehmen. „Wenn ich einkaufen gehe, lasse ich ganz viele Regalpassagen einfach aus“, erzählt sie. Das sei total entlastend. Sie steuere genau die Auslagen an, die sie brauche, mit allem anderen muss sie sich nicht befassen. „Genauso bei Kleidung“, sagt sie, „ich kaufe nur fair ein. So weiß ich genau, die und die Geschäfte kommen für mich nicht in Frage, die lasse ich links liegen.“ Natürlich muss die selbst auferlegte „Regel“ einen Sinn ergeben, Freude machen oder dem eigenen Leben dienen. Sonst wird es schwer sein, sie einzuhalten.

Auf die Frage, welchen Überbegriff sie der „Rohkost“ oder dem „fair Einkaufen“ geben würde, antwortete sie mir: „Klarheit. Es ist eine Klarheit aufgrund einer Entscheidung, die ich für mich und mein Leben getroffen habe.“