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Die Kette des Helfens


Die größte Aufgabe meines zurückliegenden Umzuges lag darin, Hilfe von anderen anzunehmen. Ich war früher der Meinung, ich müsste das sofort in irgendeiner Weise vergelten, was mir in einer solch turbulenten Phase schier unmöglich erscheint. Manch einer erwartet eine Pizza, ein anderer gar nichts, oder es ist ganz einfach nur ein Freundschaftsdienst. Und eines Tages kann ich etwas tun, um ihnen zu helfen.

Neulich ist mir jedoch etwas bewusst geworden: Manchmal gebe ich selbst Hilfestellung, ohne dafür etwas zu bekommen. Vielleich hilft diese Person auch eines Tages jemandem. Und so helfen sich viele gegenseitig und geben das weiter, was sie bekommen haben – ohne dem Helfenden direkt etwas zurückzugeben. Ist das nicht der eigentliche Sinn des Helfens?

Mich jedenfalls erleichtert das: Ich hatte so viele tatkräftige Helfer bei meinem Umzug, so dass ich mich bei einer Freundin gerne als Umzugshelferin angeboten habe. Sie steht mit zwei Jungs und einer gesundheitlichen Einschränkung ziemlich alleine da und muss von einer Großstadt in eine 200 km entfernt liegende umziehen. Als sie mich in einem Moment fragte, wie sie das schaffen solle und wie ich das kürzlich geschafft habe, gab ich ihr zur Antwort: „Ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen.“ „Ja, das ist leider auch mein Thema“, schrieb sie zurück. Ich habe ihr unsere Unterstützung zugesagt und war gespannt, ob sie sie annehmen würde. Das hat sie inzwischen. Das Schöne daran ist: Indem ich ihr helfe, zeige ich meine Dankbarkeit gegenüber denen, die mir geholfen haben. So knüpft sich für mich die Kette des Helfens weiter. Ich hoffe, sie wird immer länger!