simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Dunja dichtet - Haiku No. 5


Meinen Freundinnen blieb im Urlaub keinesfalls verborgen, dass ich dichten wollte und so meine Schwierigkeiten damit hatte. Also versuchten sie, mich nach Leibeskräften zu unterstützen. Am letzten Tag fand ich auf meinem Frühstücksplatz ein Stück beschriebene Pappe. Darauf waren mit Buntstift einige Zeilen vermerkt.

####AdBanner####

„Habt ihr etwa gedichtet?“, fragte ich sie. „Ja, gestern Abend noch, als du schon im Bett lagst! Wir lesen es dir gerne vor, wenn du es nicht entziffern kannst!“ Ja, diese Hilfe nahm ich gerne in Anspruch.

So las dann meine Freundin vor:

Dirndltracht in aller Pracht
Lederhose chic
Glockenklang im Alpenland

oder:

Der Bach rauscht am Urlaubsort
Genuss der Sinne
Champagner für den Gaumen

Ich – äh – wusste gar nicht, was ich sagen sollte ... So kam dann postwendend der Spruch: „Gefällt dir wohl nicht, was?“ Nun traute ich mich auch noch, die Anzahl der Silben an allen Fingern abzuzählen. „Es stimmt!“, sagte meine Freundin sofort. „Brauchst gar nicht nachzählen!“

Ganz kleinlaut entgegnete ich: „Ihr habt 7 Silben in der ersten Zeile, 5 in der zweiten und wieder 7 in der dritten. Das Muster lautet aber 5-7-5!“ „Oh Nein!“, rief meine Freundin laut. „Und wir haben extra jedes Mal an den Fingern mitgezählt!“ Die Enttäuschung war beiden anzusehen. Darum gibt es jetzt doch noch ein allerletztes Haiku von mir:

Wie eine Haube
legt sich Weiß über den Berg.
Die Sonne schaut zu.