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Ein Ladenkonzept, das aufgeht


Der August ist ein echter Urlaubsmonat. Die Autowerkstatt hat zu, wie ich feststellen musste. Nachdem ich drei Metzger angefahren hatte, landete ich zum Schluss doch im Discounter, um mein Grillfleisch zu besorgen. Und mein zurzeit liebstes Geschäft ist ebenfalls diese Woche in die Ferien gegangen. Dort lässt es sich extrem günstig einkaufen, das Sortiment wechselt ständig. Mit viel Glück ergattert Mann oder Frau ein echtes Schnäppchen, z. B. etwas Neuwertiges von einem namhaften Markenhersteller. Der Bonus-Effekt: Dieser Laden nimmt auch vieles von dem an, was ich nicht mehr brauche, einmal abgesehen vom Fernseher, Brotbackautomaten oder Eiche-rustikal-Schränkchen.

Ich spreche hier von einem Sozialkaufhaus im benachbarten Stadtteil, über das ich schon berichtet habe. Bisher war ich eher die „Bringerin“, habe also ausgemistete Dinge dort abgegeben. Inzwischen habe ich auch schon einige Euro dort gelassen. Mit ihnen unterstützt der Verein soziale Projekte und Organisationen. Stoffe zum Abhängen einer Decke, Figuren für die Symbolarbeit mit Klienten, ein paar Flossen für meine Tochter, Gürtel für ein Kindergartenprojekt – es gibt einfach Dinge, für die ich kaum Geld ausgeben musste, weil es diesen Second-Hand-Laden gibt.

Die Ladenfläche hat sich gegenüber der Anfangszeit um einiges vergrößert. Das Team stellt sogar wechselnde Thementische auf. Wer will, kann zu den Öffnungszeiten auch den Café-Bereich nutzen – auf Stühlen und an Tischen wie aus Omas Zeiten.

Zweimal in der Woche ist der Laden jeweils für 3 Stunden geöffnet, der Zulauf ist enorm! Im Minutentakt bringen „Kunden“ Neuware, die Mitarbeiter sofort ins Lager schaffen. Wer etwas bringt, schaut sich meist auch im Geschäftsraum um – irgendetwas findet man eigentlich immer, und seien es nur ein paar glitzernde Aufkleber fürs Enkelkind. Wer gerne shoppen geht, hat hier die Gewissheit: Es wird nicht teuer!

Eine Freundin, die ich neulich bei ihrem Erstbesuch begleitete, ist begeistert. „Hier bringe ich auch all meine Kindersachen hin, die nicht mehr passen! Das ist ja toll!“ Ja, das ist es wirklich! Das Spannende ist: Wenn ich eine Kiste dort abgebe, habe ich das Gefühl, etwas zurückzugeben, einen wertvollen Beitrag zu leisten. Wenn ich etwas einkaufe, bekomme ich dafür eine Ware und spende zugleich deren Wert an regionale Projekte. Außerdem verlängere ich die Lebensdauer des erworbenen Produktes. Schon wieder ist das Gefühl da, etwas Gutes zu tun.