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Einfach war gestern: Warum ich meiner E-Mail-Ablage wieder mehr Speck gönne


Habt ihr schon einmal den Rückwärtsgang eingelegt, obwohl ihr eigentlich von einer Sache überzeugt wart? Ich glaube, dass ich das bald tun werde. Denn mein E-Mail-Posteingangsfach quillt eines Tages über, wenn ich so weitermache. Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich meine Mail-Ablage verschlanken und vereinfachen wollte.

Strenggenommen war es nicht nur der Wille, ich habe es auch getan. Von den meisten Ordnern habe ich die Unterordner gelöscht. Die Idee dahinter war, dass ich prima alles über die Suchfunktion finden kann. Die Realität ist jedoch: Ich suche nie. Jedenfalls nicht nach Nachrichten, nach denen ich gar nicht suchen will.

Nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel: Ich habe eine Veranstaltung geplant. Früher habe ich die Mails aller Teilnehmer in einem entsprechenden Veranstaltungsunterordner abgelegt, z. B. im Ordner „Info-Abend KA, 11/15“. So wusste ich stets, wer mit an Bord war und wen ich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt erneut daraufhin anschreiben will.

Nun existiert nur noch der Hauptordner „Emotionales Ausmisten“, in den ich jede betreffende Mail verfrachten soll. Diese treffen dort in einem bunten Durcheinander aufeinander. Bei manchen Nachrichten macht das gar nichts. Bei solchen, in denen es um Kontaktpflege und Zuordnung geht (Frau X war im Kurs Y), fehlt mir nach geraumer Zeit der Zusammenhang. Das wiederum ist schlecht für die Beziehungspflege.

Also, was tue ich? Ich lasse alle Mails im Posteingang, weil mir die Ablage nicht zusagt. Die Anzahl der Nachrichten dort steigt und steigt. Ich sage ja: Der Rückwärtsgang muss rein!

Diese Aktion hat mir mal wieder gezeigt, dass wir Menschen alle verschieden sind. Ich mag Struktur, auch wenn es manchmal anders wirkt auf den ersten Blick. Deshalb werde ich meine ganz persönliche Ordnung wiederherstellen. Sie vereinfacht mein Leben, meinen Berufalltag – auch wenn sie meine E-Mail-Ablage komplexer macht.

Bereuen tue ich nichts. Wie heißt es so schön? Nur, wer sich ändert, bleibt sich treu. Ich habe etwas verändert und in diesem speziellen Fall festgestellt, dass ich lieber meiner alten Linie treu bleiben will.