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Einmal kochen, zweimal essen - Worauf Sie beim Wiederaufwärmen achten sollten


Das Essen vom Vortag wieder aufwärmen – mit der Mikrowelle, die in einem Großteil der Küchen ihren Dienst tut, ist das außerordentlich bequem und geht ratzfatz. Was viele Menschen dabei übersehen: Werden die Speisen nicht richtig gekühlt und erhitzt, drohen Gefahren für die Gesundheit. Wir sagen Ihnen, worauf es in Sachen Warmmachen ankommt:

Das A und O: Die 2-StundenRegel

Damit Sie warmes Essen ohne Gefahr für die Gesundheit bei einer späteren Mahlzeit wiederverwenden können, sollten zwischen dem Beginn der Zubereitung und dem Verstauen im Kühlschrank maximal 2 Stunden liegen, bei sommerlichen Temperaturen nicht mehr als 1 Stunde. Denn halbwarme Gerichte sind eine Brutstätte für Bakterien!

simplify-Tipp: Lassen Sie Reste nach dem Abtragen nicht auf der Küchenarbeitsfläche stehen – auch dann nicht, wenn ein anderes Familienmitglied demnächst heimkommen will. Beschleunigen Sie die Abkühlung, indem Sie größere Mengen auf mehrere Aufbewahrungsbehälter verteilen. Notfalls nehmen Sie ein kaltes Wasserbad zu Hilfe, im Winter nutzen Sie Balkon oder Garten.

Hochstapeln, nein danke!

Stapeln Sie die verschlossenen Behälter nicht, sondern verstauen Sie sie so im Kühlschrank, dass sie auf allen Seiten von Luft umgeben sind. Dadurch nimmt das Essen schneller die Kühlschranktemperatur an – und Sie vermeiden, dass benachbarte Lebensmittel sich erwärmen. Der kühlste Platz für die Neuankömmlinge ist das unterste Fach.

simplify-Tipp: Aus ökologischen Gründen wird meist zu einer Kühlschranktemperatur von maximal 7 Grad Celsius (mittleres Fach) geraten. Experten vom TÜV Süd und der Stiftung Warentest empfehlen maximal 5 Grad. Besonders sinnvoll in der heißen Jahreszeit, wenn beim Öffnen des Kühlschranks schnell warme Luft einströmt.

Weshalb der Nasentest nicht zuverlässig ist

Daran riechen, auf Verfärbungen untersuchen, ein Stückchen probieren … wird schon genießbar sein. Vorsicht! So mancher giftige Stoff entzieht sich Ihrer Sinneswahrnehmung. Was versehentlich über Nacht nicht in den Kühlschrank kam, sollten Sie entsorgen, auch wenn Ihre Nase „unauffällig!“ meldet.

simplify-Tipp: Vergeuden Sie keine Energie mit extra-langem Erwärmen. Schimmelpilze beispielsweise sind meist hitzestabil.

Kühlschrank – Gefriertruhe – Kühlschrank

Legen Sie Speisen, die Sie einfrieren möchten, zunächst in den Kühlschrank, dadurch erhält sich deren Konsistenz besser. Wenn Sie sie dort später auch wieder auftauen, bleiben sie bis zur eigentlichen Zubereitung gut gekühlt. Außerdem sparen Sie dadurch Kühlenergie. Einziger Haken: Sie müssen schon am Vorabend daran denken.

simplify-Tipp: Wenn’s schneller gehen muss, ist neben der Auftaufunktion der Mikrowelle auch ein kaltes Wasserbad (Wasser alle halbe Stunde erneuern) eine Alternative.

Was ist dran an alten Hausfrauenweisheiten?

Dass Spinat nicht aufgewärmt werden darf, haben wir schon als Kinder gelernt. Grund: Wird gekochter Spinat schlecht gekühlt, verwandeln die sich darin vermehrenden Bakterien das enthaltene Nitrat in giftiges Nitrit. Was wir nicht wussten: Gleiches gilt für Rote Bete, Kohlrabi, Mangold und Sellerie. Auch Reis, Kartoffeln, Pilze und Eierspeisen sind (aus anderen Gründen) problematische Kandidaten fürs Wiederaufwärmen. Wenn Sie jedoch die oben genannten Regeln beachten, spricht nichts gegen ein einmaliges Wiederaufwärmen am nächsten Tag.

simplify-Tipp: Vermeiden Sie versehentliches mehrfaches Aufwärmen, indem Sie alte und neue Speisen getrennt zubereiten.

Die Sache mit den Vitaminen

Lagern und Kochen reduzieren den Nährstoffgehalt Ihres Essens. Doch selbst wenn Ihr Kartoffel-Zucchini-Auflauf nach dem nochmaligen Erwärmen kaum noch Vitamine und Mineralstoffe enthalten dürfte, können Sie sich daran satt essen. Ergänzen Sie ihn durch frisch gepressten Orangensaft oder etwas Rohkost (mit Dip als Vorspeise) zu einer vollwertigen Mahlzeit.

simplify-Tipp: Bleibt bei Ihnen oft etwas übrig, reduzieren Sie die Mengen! Notieren Sie die veränderten Grammzahlen im Kochbuch. Damit niemand hungrig vom Tisch aufstehen muss, gibt’s notfalls noch einen Joghurt als Nachtisch.

Warm machen genügt nicht

Ob Mikrowelle, Herd oder Dampfgarer: Wichtig ist, dass Sie Speisen richtig erhitzen. Flüssige Speisen sollten kochen, feste Speisen im Inneren 2 Minuten lang eine Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius erreichen. Bei der Mikrowelle liegt man da leicht daneben: Außen dampft es, ist aber innen noch kaum erwärmt. Dagegen hilft: umrühren und zwischen mehreren Aufwärmdurchgängen kurz ruhen lassen, damit sich die Wärme ausbreiten kann.

simplify-Tipp: Drücken Sie bei Familienmahlzeiten erst auf den Startknopf, wenn bereits alle in Richtung Esstisch unterwegs sind. So vermeiden Sie, mehrfach hintereinander aufzuwärmen, weil Ihr Kind noch auf die Toilette muss und die Knödel mit Sauce bereits wieder abgekühlt sind.