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Fundstück: Der fotografierende Handwerker


Für viele Menschen ist das Smartphone ein Gerät, das den Alltag enorm vereinfacht: Zahlreiche Apps unterstützen beim Einkaufen, Orientieren und Leben. Wir sind überall erreichbar, können selbst E-Mails empfangen und schreiben, im Internet surfen, uns die Zeit vertreiben, Bilder und Videos aufnehmen, Musik hören und vieles mehr.

Als bei mir vergangene Woche ein Sanitärinstallateur zu Besuch war, weil mein Warmwasseraufbereiter zu warten ist, suchte er nach der Typenbezeichung und -nummer des Boilers. Wie ich erleben durfte, wird so etwas heute nicht mehr auf einem Block notiert, sondern per Smartphone-Kamera abfotografiert. Wie einfach!

Ich überlege mir gerade, ob ich künftig auf Visitenkarten verzichten kann. Ich lasse meine Daten hochwertig auf Plastik drucken und halte in Zukunft einfach meinem Gegenüber die Karte vor die Nase – als Aufforderung, er möge sie nun mit seinem Smartphone abfotografieren. Oder ich schicke die Daten gleich als Bilddatei von meinem Smartphone auf seines.

Das Gegenprogramm erlebte ich am Wochenende in einer Werkstatt: Dort notierte der Chef meinen Namen mit Kugelschreiber auf ein Stück Karton, das hinter dem Tresen herumlag. In Zeiten von Smartphone-Fotos fragte ich mich insgeheim, ob er meine Kontaktdaten jemals wiederfinden und mich anrufen wird, wenn die Reparatur abgeschlossen ist.

Er wird, bestimmt, genauso wie der Installateur mit den richtigen Ersatzteilen bei mir erscheinen wird. Es gibt eben viele Wege, und was für den einen einfach ist, erscheint dem anderen viel zu kompliziert ...