simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Geht das: auf Konsum verzichten?


Am Mittwoch bin ich über einen Artikel gestolpert, den ich als simplifyerin einfach lesen musste. Ein Redakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins, David Pfeifer, hat ein Jahr lang nichts eingekauft, was in seiner Wohnung Platz beansprucht hätte. Na ja, er hat es sich zumindest zum Ziel gesetzt. Wie es ihm dabei ergangen ist und welche Wandlung er vollzogen hat, beschreibt er in seinem Beitrag „Nein, danke“.

Ich habe ihn gern gelesen. Denn ich konnte gut nachvollziehen, was ihm an den einzelnen Stationen seiner Jahres-Aktion durch den Kopf schoss. Wenn ich meine eigenen Selbstversuche anschaue, so sind diese freilich etwas kürzer, aber nicht minder erfahrungsreich. Aktuell esse ich zum Beispiel keine Süßigkeiten mehr. Lediglich einen Wochentag habe ich dafür auserkoren. In der ersten Woche hatte ich mich auf genau diesen Tag riesig gefreut, um endlich alles futtern zu können, was ich die Tage vorher entbehren musste. Tja, was soll ich sagen: Ich hatte gar keine ausgeprägte Lust auf Süßes! Ein paar Gummibärchen gönnte ich mir, zu mehr kam ich gar nicht.

Es ist wie mit dem Rauchen: Wenn es mal aus dem Kopf ist und ich lerne ohne auszukommen, dann geht das Verlangen gegen Null. Vorher muss ich allerdings einen Schalter umlegen. Und das geht nur, wenn „Wollen“ und „Bereitschaft“ beide auf höchster Stufe stehen. Ich behaupte jetzt einfach, das mit dem „Wollen“ ist selten das Problem. An der Bereitschaft scheitert es. Meiner Erfahrung nach ist der Zeitpunkt entscheidend: Zur richtigen Zeit ist die Bereitschaft uneingeschränkt vorhanden. Und dann kann’s losgehen. Oder aufhören!