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In einen perfekten Tag packe ich ...


Wie sieht der perfekte Tag aus? Vielleicht habt ihr euch darüber schon einmal Gedanken gemacht. Für viele ist er schon perfekt, wenn die Sonne scheint. Andere wollen raus in die Natur oder unter Leute oder etwas erschaffen, das von Dauer ist. Wissenschaftler der Jacobs University, Bremen, und dem Insitute of Technology, Georgia, haben nun untersucht, wie der perfekte Tag für eine Frau aussieht. Das haben sie abgebildet als „Aktivitäten, die Frauen für wie lange über den Tag verteilt ausüben müssten, um einen perfekten Tag zu erleben“.

Dass darunter das Schlafen nur 46 Minuten einnimmt, ist natürlich nicht realistisch. Und mit 36 Minuten pro Tag ist das Arbeiten auch nicht wirklich existenzerhaltend. Aber es handelt sich eben nur um den errechneten perfekten Tag. Wollten wir (Frauen) den mit Stoppuhr ausgestattet durchleben, wäre vermutlich eher Stress als Zufriedenheit vorprogrammiert! Hauptautor der Studie und Glücksforscher Dr. Christian Kroll dazu: „Die Studie ist ein wissenschaftlich fundiertes Gedankenexperiment, das Aufschluss darüber gibt, welche Prioritäten Menschen setzen würden, um mehr Wohlbefinden zu erreichen, hätten sie die Freiheit ihren Tag selbst zu gestalten.“

Was die Autoren neben den Vorlieben für bestimmte Tätigkeiten noch herausgefunden haben ist, „dass Menschen eine Steigerung des Wohlbefindens erreichen, wenn sie ihren Tag abwechslungsreich gestalten. Grob könnte man sagen: Das Vergnügen in der ersten Stunde einer Aktivität ist größer als das nach drei Stunden derselben Aktivität – Ökonomen sprechen hier von einem abnehmenden Grenznutzen. Gleichzeitig sind manche Aktivitäten gerade attraktiv weil man so selten dazu kommt.“

Das klingt einleuchtend. Vermutlich neige ich deshalb dazu, in einen freien Tag all das hineinzustopfen, zu dem ich sonst nie komme. Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich sorge für Abwechslung und ich widme mich den seltenen Aktivitäten ...

Übrigens gibt es einen Grund, warum die Wissenschaftler hauptsächlich den perfekten Frauen-Tag erforscht haben: Sie analysierten Glück mit Methoden der Optimierungsforschung, die normalweise zur Anpassung von Produktionszyklen in der Industrie Anwendung finden. Dazu werteten sie Daten des Nobelpreisgewinners Daniel Kahneman von über 900 befragten Frauen aus. Ein Zusatzteil der Studie beschäftigt sich mit Daten des American Time Use Survey, die Antworten von Frauen und Männern beinhalten.