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Leckschutz als Appschutz?


Manchmal haben wir Besuch von einem Teenager, der mit uns gemeinsam isst. Was mir auffällt: Er lässt die ganze Zeit den Kopf hängen. Vor dem Hinsetzen, bis das Essen auf dem Tisch steht, nach dem Essen, in kurzen Wartepausen. Er blickt ständig nach unten. Denn dort hält er sein Smartphone in der rechten Hand. Irgendetwas gibt es immer zu schauen oder zu schreiben.

Für mich ist das äußerst ungewöhnlich. Ich fang nicht einmal ein Gespräch an, weil ich glaube, dass er sich dafür gar nicht interessieren würde. Er hat ja sein Smartphone ... Das ist nur ein Beispiel, derer kenne ich viele. Menschen, bei denen es ständig ploppt oder miaut, weil eine neue „WhatsApp“-Nachricht eingeht. Die ebenfalls andauernd den Kopf senken. Die über das Teenager-Alter schon weit hinaus sind. Das ist wohl unsere Zeit. Als Eltern sind wir besonders gefordert, für ein gutes Maß zu sorgen – und auch Vorbild zu sein.

Gestern begegnete mir ein Video im Netz. Zunächst war mir gar nicht klar, dass es sich um einen Werbespot von Coca Cola handelt. Darin wird der Social Media Guard vorgestellt. „It takes the social out of media and puts it back into your life“, heißt es über ihn – übersetzt also: „Er nimmt das Soziale raus aus den Medien und bringt es zurück in dein Leben“. Dieser Satz im Original gefällt mir außerordentlich gut. Nicht dass ich Social Media verteufle, nein, mir kommt es eher auf das besagte richtige Maß an.

Das „Teilen“, wie wir es aus Social Media kennen, findet dank des Guards im echten Leben statt – natürlich mit einer Coke. Nun kann man von Coca Cola halten, was man will, dieses Video gibt doch zu denken. Menschen, die einen Halskragen tragen, um die Welt um sich herum wieder wahrnehmen zu können!?

Selbstkontrolle. Ich denke, ich sollte darüber mal eine Themenreihe vorschlagen ...